Wie werden Brillengläser hergestellt?

 

Wie Brillengläser hergestellt werden, hängt sowohl vom Material als auch von deren Einsatzzweck (individuell angepasst oder Lagergläser) ab. Grundsätzlich werden die Gläser industriell gefertigt und dann vom Augenoptiker auf Form gebracht, ins Gestell eingesetzt und angepasst.

 

Die Herstellung von Brillengläsern ist ein aufwendiger Prozess. Er bedarf einer guten Vor- und Nachbereitung, damit die bestellten Gläser die Sehschwäche bestmöglich ausgleichen. Der Hauptteil der Brillenglasproduktion findet im Produktionszentrum statt, die Vor- und Nachbereitung erledigt in der Regel ein Augenoptiker.

Vorbereitung: Was vor der Herstellung der Brillengläser passiert

Zunächst müssen die genauen Werte ermittelt werden, damit der Umfang der Sehschwäche genau ermittelt und mit passenden Brillengläsern entsprechend korrigiert werden kann. Dazu führt ein Augenoptiker einen Sehtest durch oder ein Optometrist nimmt umfangreiche Messungen am Auge vor. Zusätzlich musst du ein Brillengestell auswählen. Die Brillengläser müssen am Ende korrekt vor dem Auge positioniert werden, damit sie ihren Zweck erfüllen.

Außerdem ist zu entscheiden, ob die Brillengläser aus Glas („Mineralgläser“) oder Kunststoff hergestellt werden sollen. Die allermeisten Brillengläser werden heutzutage aus Kunststoff gefertigt.

Die Herstellung von Brillengläsern aus Kunststoff oder Glas

Mithilfe der berechneten Daten kann nun die Brillenglasproduktion beginnen. Die Grundlage dafür sind meist sogenannte „Halbfabrikate“: Das sind Rohlinge, die im Gussverfahren geformt werden. Die Herstellung von Brillengläsern aus Kunststoff unterscheidet sich von der Herstellung der Mineralgläser dadurch, dass andere Rohstoffe genutzt werden, um den Rohling zu formen.

Die Rohlinge werden anschließend gefräst und mithilfe eines Diamantwerkzeugs grob in Form gebracht. Anschließend werden sie poliert. In diesem Prozess entstehen sogenannte „Lagergläser“, die nicht individuell angepasst sind, sondern Standardsehschwächen korrigieren und ohne Anpassung verkauft werden können. Dazu gehören zum Beispiel die Gläser für Lesebrillen, die du im Handel wie z. B. in Drogeriemärkten sehr günstig erwerben kannst.

Natürlich werden aber auch individuell gefertigte Gläser gebraucht. Dazu werden die Rohlinge weiterbearbeitet, bis sie genau zu deinen anfangs ermittelten Werten passen.

Wenn die Gläser fertig geschliffen sind, werden sie getrocknet, gegebenenfalls gefärbt und mit Veredelungen versehen – beispielsweise mit einem Hartlack, der vor Kratzern schützt, oder einer reflexmindernden Beschichtung.

Wo werden Brillengläser hergestellt?

Brillengläser werden industriell hergestellt. Dazu gibt es eigene Produktionswerke, in denen teilweise auch andere optische Produkte wie beispielsweise Kameralinsen gefertigt werden. Auch die Veredelung der Gläser erfolgt an diesen Standorten.

Nach der Herstellung der Brillengläser: Anpassung durch den Optiker

Wenn die Gläser fertig sind, werden sie vom Optiker in das Brillengestell eingepasst. Es ist wichtig, dass der Optiker außerdem das Gestell an dein Gesicht anpasst, damit zum Beispiel der Abstand der Gläser zu deinen Augen korrekt ist und die Brillenbügel hinter den Ohren nicht drücken. Nur so kann deine neue Sehhilfe deine Sehschwäche gut ausgleichen.