Brillenherstellung: Wie werden Gestell und Gläser gefertigt?

 

Die nötigen Schritte zur Brillenherstellung hängen sowohl vom Material als auch vom Einsatzzweck ab. Das Gestell besteht meist aus Kunststoff, Metall oder Naturmaterialien. Die Gläser werden industriell gefertigt und dann vom Optiker in Form gebracht, ins Gestell eingesetzt sowie angepasst.

 

Die Herstellung einer Brille ist ein aufwendiger Prozess. Damit das Gestell gut sitzt und die bestellten Gläser die Sehschwäche bestmöglich ausgleichen, sind zahlreiche Arbeitsschritte notwendig. Der Hauptteil der Brillenherstellung findet im Produktionszentrum statt, die Vorbereitung sowie das Anpassen der Gläser in das Gestell erledigt in der Regel ein Optiker.

Brillen herstellen: So entsteht das Gestell

Zu den wichtigsten Bestandteilen einer Brille gehört neben den Gläsern das Gestell. Ganz nach deinem Geschmack kannst du zwischen Brillen aus Kunststoff oder Metall in zahlreichen Formen und Farben wählen. Je nach Material erfordert die Produktion eines Brillengestells bis zu 50 Arbeitsschritte. Kunststoffbrillen werden in der Regel ausgefräst oder im Spritzgussverfahren hergestellt. Am häufigsten kommen die Stoffe Acetat, SPX und Optyl zum Einsatz.

Metallgestelle bestehen entweder aus reinem Metall oder einem Materialmix mit einer Legierung aus Kunststoff oder einem anderen Metall. Für sie werden Profildrähte mit verschiedenen Werkzeugen zur Brillenfassung verarbeitet. Sie bestehen zum Beispiel aus Edelstahl oder Titan. Für die Legierung kommen Kunststoff, Titan sowie auch Silber oder Gold zum Einsatz. Metallbrillen können aber auch in Farbe getaucht oder gespritzt werden.

Brillen aus Holz, Horn oder Schildpatt werden nur noch selten hergestellt, da sie sich kaum individuell dem Träger anpassen lassen. Sie sind in der Regel eine Spezialanfertigung auf besonderen Wunsch.

Vorbereitung für die Herstellung der Brillengläser

Um Brillengläser so schleifen zu können, dass sie deine individuelle Fehlsichtigkeit optimal ausgleichen, ist eine entsprechende Vorbereitung notwendig. Zunächst müssen die genauen Korrektionswerte ermittelt werden. Dazu führt der Optiker einen Sehtest durch oder du lässt deine Augen beim Optometristen vermessen. Zusätzlich wählst du ein Brillengestell aus, das dir gefällt und zu deinem Stil passt. Die Brillengläser müssen am Ende korrekt vor dem Auge positioniert werden, damit sie ihren Zweck erfüllen.

Außerdem ist zu entscheiden, ob die Brillengläser aus Glas („Mineralgläser“) oder Kunststoff hergestellt werden sollen. Die allermeisten Brillengläser werden heutzutage aus Kunststoff gefertigt.

Wie werden die Brillengläser hergestellt?

Mithilfe der berechneten Daten kann nun die Herstellung der Brillengläser beginnen. Die Grundlage dafür sind meist sogenannte Halbfabrikate: Das sind Rohlinge, die im Gussverfahren geformt werden. Die Herstellung von Brillengläsern aus Kunststoff unterscheidet sich von der Herstellung der Mineralgläser dadurch, dass andere Rohstoffe genutzt werden, um den Rohling zu formen.

Die Rohlinge werden gefräst und mithilfe eines Diamantwerkzeugs grob in Form gebracht. Anschließend werden sie poliert. In diesem Prozess entstehen sogenannte Lagergläser, die nicht individuell angepasst sind, sondern Standardsehschwächen korrigieren und ohne Anpassung verkauft werden können. Dazu gehören zum Beispiel die Gläser für Lesebrillen, die du in Drogerien sehr günstig erwerben kannst. Natürlich werden aber auch individuell gefertigte Gläser gebraucht. Dazu werden die Rohlinge weiterbearbeitet, bis sie genau zu deinen anfangs ermittelten Werten passen.

Wenn die Gläser fertig geschliffen sind, werden sie getrocknet, gegebenenfalls gefärbt und mit Veredelungen versehen – beispielsweise mit einem Hartlack, der vor Kratzern schützt, oder einer reflexmindernden Beschichtung.

Wo werden Brillengläser hergestellt?

Die Herstellung der Brillengläser erfolgt industriell. Dazu gibt es eigene Produktionswerke, in denen teilweise auch andere optische Produkte wie zum Beispiel Kameralinsen gefertigt werden. Auch die Veredelung der Gläser erfolgt an diesen Standorten.

Nach der Brillenherstellung: Anpassung durch den Optiker

Wenn die Gläser fertig sind, werden sie vom Optiker in das Brillengestell eingepasst. Außerdem muss er das Gestell an dein Gesicht anpassen, damit zum Beispiel der Abstand der Gläser zu deinen Augen korrekt ist und die Brillenbügel hinter den Ohren nicht drücken. Nur so kann deine neue Sehhilfe deine Sehschwäche optimal ausgleichen.

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