Anisometropie – Ungleichsichtigkeit der Augen

 

Eine Anisometropie besteht, wenn die Differenz zwischen den Dioptrien-Werten beider Augen mindestens 2,0 beträgt. Die Augen sind dann stark ungleichsichtig. Unterschieden werden die Längenanisometropie und die Brechwertanisometropie. Die Anisometropie tritt bei Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder Mischformen auf.

 

Anisometropie bezeichnet eine Ungleichsichtigkeit der Augen: Diese muss sich zwischen beiden Augen um mindestens 2,0 Dioptrien unterscheiden. Auch wenn nur ein Auge stark fehlsichtig und das andere normalsichtig ist, liegt eine Anisometropie der Augen vor. In den häufigsten Fällen sind diese Fehlsichtigkeiten die Kurzsichtigkeit, die Weitsichtigkeit oder die Stabsichtigkeit (auch „Hornhautverkrümmung“ genannt).

Was ist Anisometropie und welche Formen gibt es?

Laut Definition ist Anisometropie die Ungleichsichtigkeit der Augen. Der Begriff setzt sich aus den altgriechischen Wörtern für „un-“, „gleich“, „Maß“ und „Auge“ zusammen. Eine Anisometropie liegt vor, wenn die Differenz zwischen den Dioptrien-Werten beider Augen mindestens 2,0 beträgt.

Die Anisometropie hängt von der Art und vom Ausmaß der Fehlsichtigkeit ab:Es kann einerseits vorkommen, dass eines deiner Augen kurzsichtig und das andere weitsichtig ist. Sind beide Augen von der gleichen Form der Fehlsichtigkeit betroffen, kann der Brechwert unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine Differenz in der Brechkraft beider Augen von bis zu 0,5 Dioptrien gilt als „normal“.

Da bei der Ungleichsichtigkeit zur selben Zeit schärfere und unschärfere Bilder wahrgenommen werden, versucht das Gehirn, das unschärfere Bild auszublenden. Das bedeutet für das Gehirn eine große Anstrengung. Betroffene klagen häufig über Druckgefühl in den Augen, müde Augen und Kopfschmerzen. Wie intensiv die Beschwerden sind, hängt von der Stärke der Anisometropie ab.

Wie entsteht eine Anisometropie?

Eine Anisometropie kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Zum einen kann ein Auge kurzsichtig sein, während das andere Auge eine Weitsichtigkeit aufweist. Auch Achsenfehler (Astigmatismus), von denen nur ein Auge betroffen ist oder unterschiedlich ausgeprägte Achsen- oder Zylinderwerte zwischen beiden Augen kommen als Ursache für eine Anisometropie in Frage.

Je nach Ursache werden zwei Formen der Ungleichsichtigkeit unterschieden: die Brechwert-Anisometropie und die Längen-Anisometropie.

Die Brechwert-Anisometropie haben beide Augen die gleiche Baulänge, weisen aber unterschiedliche Brechwerte auf.  Bei der Längen-Anisometropie sind die Brechwerte identisch, jedoch unterscheiden sich die Augen in ihrer Baulänge. Ist der Augapfel länglich geformt, erreichen die einfallenden Lichtstrahlen nicht die Netzhaut, bevor sie zusammentreffen – eine Kurzsichtigkeit entsteht, das heißt, Bilder in der Ferne werden unscharf wahrgenommen. Bei der Weitsichtigkeit ist es andersherum: Der Augapfel ist verkürzt, sodass die Lichtstrahlen noch gefächert die Netzhaut erreichen. In der Nähe entsteht ein unscharfes Bild.

Wie wird Anisometropie korrigiert?

Die Anisometropie kann durch Brillen oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Bei der Korrektur mit einer Brille werden dazu Gläser in verschiedenen Glasstärken angefertigt, die in unterschiedlichen Abständen vor den Augen angepasst werden. Dadurch kann es jedoch zu unterschiedlichen Netzhautabbildungen kommen, bei denen mitunter verschieden große Bilder übermittelt werden (Aniseikonie). Beträgt die Differenz der Brechwerte zwischen beiden Augen mehr als 3,0 Dioptrien, kann es zu Störungen des Sehfeldes kommen (Binokulares Sehen).

Die Korrektur einer Anisometropie mit einer Brille ist für Betroffene zusätzlich häufig ein kosmetisches Problem: Durch die stark unterschiedlichen Glasstärken kommt es zu einer unsymmetrischen Darstellung des rechten und linken Auges, was natürlich weniger schön aussieht. 

Bei mehr als 3,0 Dioptrien Unterschied zwischen beiden Augen werden als Alternative zur Brille bei einer Anisometropie Kontaktlinsen genutzt. Diese verhindern auch die beschriebenen Nebenwirkungen. Daher werden Betroffenen einer Anisometropie zur Korrektur eher Kontaktlinsen empfohlen.

Operativ kann mit einem Augenlaser die Hornhaut des Auges angepasst werden. Damit wird die Gesamtbrechkraft des Auges verändert. So werden die Kurz- bzw. die Weitsichtigkeit und damit auch die Anisometropie korrigiert.