Netzhautablösung

 

Die Netzhaut (Retina) ist einer der wichtigsten Bestandteile des Auges. Vereinfacht gesagt ist sie die Projektionsfläche für die Bilder, die der Sehnerv anschließend an das Gehirn weiterleitet. Ohne die Netzhaut mit ihren Millionen von Nervenzellen können die Bilder nicht in neuronale Signale umgewandelt werden, die das Gehirn schließlich verarbeitet.

 

Bei einer Netzhautablösung geschieht genau das. Die Netzhaut hebt sich von der Aderhaut ab, die die lichtempfindlichen Sinneszellen normalerweise mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Aus diesem Grund handelt es sich bei einer Netzhautablösung um einen medizinischen Notfall, der, wenn er nicht sofort behandelt wird, zu irreparablen Schäden oder im schlimmsten Fall zur völligen Erblindung führen kann.

 

Die Ursachen einer Netzhautablösung

Für eine Netzhautablösung kommen verschiedene Ursachen in Frage, die meistens mit einer Veränderung des Glaskörpers zusammenhängen. Bei einem gesunden Auge füllt der Glaskörper das Innere vollständig aus und dient damit vor allem der Stabilisierung. Mit zunehmendem Alter schrumpft der Glaskörper. Das ist ein natürlicher Vorgang, der allerdings die Entstehung einer Netzhautablösung begünstigt. Aus diesem Grund sind die meisten Betroffenen bereits älter. In seltenen Fällen können jedoch auch junge Menschen betroffen sein. Wenn der Glaskörper aufgrund einer krankhaften oder altersbedingten Veränderung das Auge nicht mehr ausreichend stabilisieren kann, „zieht“ er an der Netzhaut und in den Zwischenraum zwischen Netz- und Aderhaut tritt Flüssigkeit ein.

  • Netzhautriss, Netzhautloch: Wenn das Volumen des Glaskörpers schrumpft, können Netzhautrisse entstehen, die bei fortschreitendem Zug zu kleinen Löchern werden. Durch ein solches Netzhautloch tritt Flüssigkeit ein, sodass sich die Netzhaut in den Augapfel hinein wölbt. Solche Risse und Löcher können ebenfalls bei schweren Prellungen entstehen, bei denen sich der Augapfel verformt.
  • Entzündungen: Schwere Entzündungen von Retina oder Aderhaut können der Grund dafür sein, dass sich so viel Flüssigkeit ansammelt bis sich die Netzhaut abhebt. Sie treten allerdings eher selten und meistens als Begleiterscheinung von schweren Krankheiten (z.B. AIDS) auf.
  • Tumore: Das Wachsen von Tumoren im Bereich der Netzhaut kann, wenn auch selten, ebenfalls eine Abhebung verursachen.
  • Diabetes: Bei einer Diabeteserkrankung können sich Vernarbungen auf der Netzhaut bilden. Das Narbengewebe verhärtet sich im Laufe der Zeit und übt eine Zugwirkung aus, die wiederum Netzhautrisse und -löcher verursachen kann.
  • Kurzsichtigkeit: Wenn ein verlängerter Augapfel der Grund für die Kurzsichtigkeit ist (Achsenmyopie), besteht ein erhöhtes Risiko für die Ablösung der Netzhaut.
  • Katarakt-Operation: Eine Operation des Grauen Stars (Katarakt) kann die natürliche Schrumpfung des Glaskörpers beschleunigen und damit das Risiko einer Netzhautablösung deutlich erhöhen.

 

 

An welchen Symptomen ist eine Netzhautablösung erkennbar?

Die Symptome einer Netzhautablösung sind relativ eindeutig. Wie stark sie ausgeprägt sind, hängt allerdings davon ab, welche Bereiche der Retina betroffen sind.

  • Lichtblitze oder Flimmern, die von den durch Zugerscheinungen gereizten Sinneszellen verursacht werden und sich vor allem in der Dunkelheit und bei geschlossenen Augen deutlich zeigen.
  • Schwarze Flocken oder Punkte (der sogenannte Rußregen), die sich frei durch das Gesichtsfeld bewegen, sind Zeichen für kleine Einblutungen, die nach einem Netzhautriss entstehen.
  • Verschwommene, verzerrte Bilder deuten darauf hin, dass die Makula, der Punkt des schärfsten Sehens, betroffen ist.
  • Ein Gesichtsfeldausfall, der sich als größer werdender dunkler Schatten oder Schleier äußert, ist ein Zeichen dafür, dass sich die Netzhaut bereits abgelöst hat, weil in diesem Bereich der Netzhaut kein Licht mehr wahrgenommen werden kann.

In den meisten Fällen treten mehrere Symptome zusammen auf. Doch selbst, wenn du nur eines davon bemerkst, solltest du so schnell wie möglich einen Augenarzt aufsuchen. Nur so kannst du bleibende Beeinträchtigungen verhindern.

Netzhautablösung: Ist eine Behandlung möglich?

Bei einer Netzhautablösung richtet sich die Behandlung nach Ursache und Stadium der Erkrankung. Weist die Netzhaut „nur“ Risse oder Löcher auf, kann die drohende Ablösung mit einer Laser- oder Kältebehandlung behandelt werden, die Retina und Aderhaut wieder verbindet.

Hat sich die Netzhaut jedoch bereits gelöst, gibt es keine Alternative zur Operation. Die Verfahren zielen darauf ab, Druck auf den Glaskörper auszuüben, sodass er Netz- und Aderhaut wieder zusammenpresst.