Wann machen mineralische Gläser für meine Brille Sinn?

 

Mineralische Gläser sind heutzutage eher selten. Sie haben einige Vorteile gegenüber Kunststoffgläsern, weshalb sie noch immer verwendet werden. Mineralgläser zeichnen sich zum Beispiel durch ihre Stabilität aus. Außerdem sind sie dünner – was bei einer starken Fehlsichtigkeit von Vorteil ist.

 

Du brauchst eine neue Brille und fragst dich jetzt vielleicht: Nehme ich Brillengläser aus Kunststoff oder aus Glas? Berechtigte Frage.

Obwohl die Kunststoffgläser inzwischen häufiger verwendet werden, haben die Mineralgläser immer noch ihre Daseinsberechtigung. Ob sich für dich mineralische oder Kunststoffgläser besser eignen, hängt davon ab:

  • welche Sehstärke du brauchst.
  • wie deine Tragegewohnheiten sind.
  • ob deine Brille weitere bestimmte Bedingungen erfüllen muss.

Die mineralischen Gläser für Brillen waren lange konkurrenzlos

Bevor die Kunststoffgläser den Markt eroberten, hatten die mineralischen Brillengläser keinerlei Konkurrenz. Vielleicht kennst du das Material auch noch unter dem Namen Silikatglas. Umgangssprachlich sagen wir auch manchmal „echte Brillengläser“.

Sie bestehen zu 70 Prozent aus Quarz, zu 20 Prozent aus Soda und Pottasche und zu 10 Prozent aus Oxiden. Bei 1500 Grad Celsius schmelzen diese Bestandteile zusammen, damit sie sich miteinander verbinden. Anschließend werden Glas-Rohlinge daraus hergestellt.

Mitte der 1940er Jahre gab es die ersten niedrigbrechenden Brillengläser aus Kunststoff. Die hochbrechenden Alternativen kamen erst Mitte der 1980er Jahre auf den Markt. Und selbst da waren die mineralischen Gläser immer noch beliebter. Das lag hauptsächlich daran, dass die Kunststoffgläser, auch organische Gläser genannt, damals noch nicht so hochwertig waren. Das ist heute anders.

Heutzutage haben nur noch rund 10 Prozent der Brillen mineralische Gläser.

Die Vorteile von mineralischen Gläsern

Wenn 90 Prozent der Gläser aus Kunststoff sind, warum solltest du dann überhaupt Mineralgläser in Erwägung ziehen? Trotz der Popularität von Kunststoffgläsern haben die mineralischen Gläser klare Vorteile:

  • Sie sind kratzfest: Kunststoffgläser sind hingegen deutlich anfälliger, denn sie zerkratzen schneller. Mineralische Gläser sind im Vergleich pflegeleichter und unempfindlicher.
  • Sie haben eine geringere Dispersion: Das bedeutet, dass es weniger Farbsäume gibt, die dich beim Sehen stören. Wie hoch die Dispersion eines Brillenglases ist, erkennst du an der Abbe-Zahl: je höher die Zahl, desto geringer die Dispersion. Je hochwertiger das Brillenglas, desto geringer ist die Dispersion.
  • Sie sind oft günstiger
  • Sie sind in der Regel dünner: Eines der wichtigsten Argumente ist eindeutig die Glasdicke. Wenn du eine starke Fehlsichtigkeit hast, werden die Gläser oft dick. Das sieht natürlich nicht so schön aus und stört viele Brillenträger enorm. Die mineralischen Brillengläser haben eine deutlich höhere Dichte und sind deswegen dünner.

Was spricht gegen ein mineralisches Glas?

Brillen aus Silikatglas haben allerdings auch Nachteile:

  • Sie sind schwer: Im Vergleich zu Kunststoffgläsern sind mineralische Gläser bis zu 50 Prozent schwerer. Das beeinträchtigt den Tragekomfort. Viele Trägerinnen und Träger berichten auch, dass die Brille durch ihr höheres Gewicht häufiger herunterrutscht.
  • Es besteht Verletzungsgefahr, wenn das Glas kaputt geht: Bei einem Aufprall oder bei Stößen können mineralische Gläser komplett zersplittern. Anders als Kunststoffgläser zerfallen Mineralgläser in tausende Einzelteile, die ins Auge gelangen können.
  • Sie eignen sich nicht für alle Fassungen.
  • Die Gläser sind nur mit eingeschränkten Zusatzfunktionen ausstattbar

Eignen sich mineralische Gläser für mich?

Mineralgläser können für dich sinnvoll sein, wenn du zum Beispiel beruflich oft extremen Bedingungen ausgesetzt bist – beispielsweise durch Funkenflug, Werkstoffpartikel oder Staub, sodass du deine Brille ständig reinigen musst. Das „echte“ Glas ist hier widerstandsfähiger.

Sehr starke Fehlsichtigkeit und keine Lust auf dicke Brillengläser? Dann ist ein Mineralglas möglicherweise eine gute Option für dich. Übrigens werden für Mehrstärkenbrillen wie Gleitsichtbrillen gerne Mineralgläser verwendet. Das liegt daran, dass mineralische Gläser die verschiedenen Sehbereiche noch problemloser ineinander übergehen lassen. Es gibt keine sichtbare Trennkante.