Eigenvergrößerung beim Brillenglas

 

Bei einer Eigenvergrößerung durch das Brillenglas wirken die Augen bei Weitsichtigen größer. Umgekehrt ist es bei Kurzsichtigen: Ihre Augen sehen hinter der Brille kleiner aus. Bei sehr unterschiedlichen Korrektionswerten erscheinen beide Augen verschieden groß. Dünner geschliffene Gläser schaffen hier Abhilfe.

 

Wenn du weitsichtig bist, ist dir dieser Effekt sicher schon einmal aufgefallen: Deine Augen sehen vergrößert aus durch die Brille. Besonders stark fällt das bei hohen Korrektionswerten auf. Kurzsichtige haben es mit dem umgekehrten Phänomen zu tun: Ihre Augen wirken hinter der Brille etwas kleiner. Glücklicherweise ist es heute einfach möglich, diese sogenannte Eigenvergrößerung bei Brillengläsern abzumildern.

Was bedeutet Eigenvergrößerung?

Der Begriff Eigenvergrößerung beschreibt die vom Brillenglas verursachte Größenänderung des Bildes, das auf die Netzhaut fällt. Sie entsteht durch die Wölbung in der Mitte des Glases. Weitsichtigkeit wird mit Sammellinsen korrigiert, diese sind in der Mitte am dicksten. Bei Kurzsichtigkeit kommen hingegen Zerstreuungslinsen zum Einsatz, die in der Mitte am dünnsten sind. Daher wirken die Augen, je nach Fehlsichtigkeit, durch die Brille vergrößert oder verkleinert. Je weiter die Brille von den Augen entfernt ist, desto stärker wird der Effekt. Kontaktlinsen haben übrigens keine Eigenvergrößerung, da sie direkt auf der Hornhaut sitzen.

Die Eigenvergrößerung der Brillengläser vermeiden

Vor allem bei Weitsichtigen mit mehr als +2,0 Dioptrien ist die Eigenvergrößerung auffällig. Viele Brillenträger empfinden sie als ästhetisch störend, da sie ihre Augen unnatürlich groß wirken lässt. Zudem leidet die Abbildungsqualität unter den gewölbten Brillengläsern: Je näher dein Blick an den Rand der Brille wandern, desto unschärfer und verzerrter siehst du.

Abhilfe schaffen dünnere Brillengläser, die die Eigenvergrößerung verringern und die Abbildungsqualität verbessern. Dafür braucht es Material mit einem höheren Brechungsindex. Denn je stärker sich das Licht im Brillenglas bricht, desto dünner kann es geschliffen werden. Kunststoffgläser können maximal einen Index von 1,74 haben – das entspricht extra dünnen Premiumgläsern. Mineralische Gläser erreichen einen Brechungsindex von bis zu 1,9. Dafür sind sie allerdings schwerer.

Eigenvergrößerung bei unterschiedlichen Korrektionswerten

Wenn sich die Sehstärken deiner beiden Augen stark voneinander unterscheiden, wirken diese durch die Eigenvergrößerung hinter den Brillengläsern verschieden groß. Außerdem kann noch ein anderer Effekt auftreten: Auf die Netzhaut des einen Auges wird ein größeres Bild geworfen als auf die des anderen. Das führt zu verschwommenem oder unscharfem Sehen. Hier macht sich der Optiker die Eigenvergrößerung zunutze, indem er zum Beispiel nur ein Glas dünner schleift. Reicht das nicht aus, um den Unterschied zu korrigieren, eignen sich Kontaktlinsen in diesem Fall besser.