Die Geschichte der Brillenmode

Anfang des 18. Jahrhunderts entstand die Brille mit Rahmen und Bügeln, wie wir sie heute kennen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden die Gestelle immer weiter optimiert und zu einem wichtigen Bestandteil der Mode. Hier erfährst du, welche Brillen im Laufe der Zeit im Trend waren und aus welchem Jahrzehnt deine Lieblingsform kommt.

Frau mit Retro-Look und Cat-Eye Brille

Retro-Brillen und der Vintage-Look sind im Trend und verzaubern Brillenfans immer wieder aufs Neue. Doch aus welcher Zeit stammt deine Lieblingsform und welche Modetrends haben diesen Stil geprägt? Wir nehmen dich mit auf eine Reise durch die Zeit und zeigen dir, welche Formen die Massen begeisterten.

1920er

Die goldenen Zwanziger waren geprägt von Mode und Glamour. Zwischen den zwei Weltkriegen waren die Menschen auf der Suche nach Spaß und Abenteuer. Die Frauen lebten ihre Emanzipation aus und die Männer präsentierten ihren klassischen Stil. Mit der modischen, runden Panto-Form in allen Variationen wurde in dieser Zeit die Brillenmode als wichtiger Bestandteil der Fashion-Welt entdeckt. Die Männer zeigten sich damit intellektuell und stilvoll und die Frauen gaben ihrem Outfit das gewisse Etwas. Bis heute ist der Panto-Stil eine der bekanntesten Brillenformen und immer eine gute Wahl.

1940er

Erst in den 1940er Jahren erblickte ein weiterer Klassiker das Licht der Welt: Die Cateye-Form begeisterte nicht nur die Massen sondern auch Stilikonen wie Audrey Hepburn, Grace Kelly oder Marilyn Monroe. Diese Brille vermittelte sowohl als Korrekturbrille als auch als Sonnenbrille Weiblichkeit und Stil. Der größte Vorteil der Cateye-Form ist jedoch, dass sie das Gesicht optisch anhebt, wodurch deine Wangenknochen wunderschön betont werden.

1950er

Die Pilotenbrille wurde im zweiten Weltkrieg von den Piloten der US Army getragen, um ihre Augen vor der Sonne zu schützen. Nach dem zweiten Weltkrieg kam die Pilotenbrille auch in der Bevölkerung an und wurde seitdem zum absoluten Dauerbrenner. Durch Filme wie “Top Gun” wurde der Pilotenstil immer beliebter für Männer und Frauen, denn dieser symbolisierte absolute Coolness. Für diesen Trend ist bis heute kein Ende in Sicht.

1960er 

In den 60er Jahren fand die Hornbrille ihren Anfang. Zunächst galten die markanten Vollrandbrillen jedoch nicht als besonders modisch. Ganz im Gegenteil: Wer eine dicke Hornbrille trug, musste ein Bücherwurm sein, denn warum sonst braucht man so dicke Gläser, die nur in eine Hornbrille passen? Heutzutage sind Hornbrillen keineswegs mehr nur für Nerds. Die damals so uncoolen Gestelle sind beliebter denn je und auch wahre Fashionistas lieben sie.

1970er

In der Zeit der Hippies war in der Brillenmode vor allem eins wichtig: Große Gläser. Welche Form, Farbe oder welches Muster war völlig egal. Hauptsache die Brillen waren oversized. Im Sommer trugen auch Personen ohne Sehschwäche die riesigen Brillen in Form von Sonnenbrillen. Die Trendbrillen der 70er kannten keine Grenzen.

Das Gegengewicht zu dieser Modeerscheinung waren kleine Nickelbrillen, die besonders durch den Look von John Lennon geprägt wurden. Heute werden die kleinen Brillen häufig aus Kunststoff hergestellt und sind somit auch für Nickelallergiker eine modische Option.

1980er

Die Mode der 1980er Jahre war in vielerlei Hinsicht verrückt: Schulterpolster, Dauerwelle, Rüschen und bunte Farben. Die verrückten Trends zeigten sich auch in der Brillenmode. Die Gestelle waren in erster Linie auffällig und beeindruckend. Mit den gewagten Looks zeigten sich sowohl die Frauen als auch die Männer selbstbewusst und mutig. Die Gläser waren groß, die Gestelle bunt und außergewöhnlich geformt. Individualität hatte Priorität und wurde auch in der Brillenmode ausgelebt.

1990er

Durch die deutsche Einheit und die Love-Parade gaben die 90er Jahre den Menschen ein ganz neues Freiheitsgefühl. Auch in der Mode waren die Leute befreiter denn je: Mit knappen Outfits und Tattoos zeigten sich die Menschen so viel sie konnten. Die Brillenmode strahlte die selbe Coolness aus. Mit kleinen Gläsern und unauffälligen Rahmen waren die Brillen der 90er echte Understatements. So regierten minimalistische Titanbrillen und schlichte Designs mit höherem Tragekomfort den Brillenmarkt.

2000er

Zur Jahrtausendwende wendete sich auch die Brillenmode. Die Gestelle wurden wieder auffälliger und wilder. Ob riesige Sonnenbrillen, knallige Farben oder winzige Micro-Shades. Die Brille wurde zum Statement und ein wichtiger Teil der Mode, was sich bis heute nicht mehr verändert hat.

2010er

Auch in den 2010er Jahren sind die Brillen und Sonnenbrillen groß. Mit bunten Farben und dem Piloten-Stil machte man in dieser Zeit nichts falsch. Wenn jedoch ein Look die 2010er Jahre prägte, dann die Nerd-Brille. Die schwarze Ray-Ban Wayfarer wird nicht nur als Brille getragen sondern erscheint auch auf T-Shirts und als Halskette. Der Hype um die Nerdbrille war immens und auch heute wird dieses Modell immer wieder gerne getragen.

Heute

Die aktuelle Brillenmode, am Anfang der 2020er Jahre, ist von zwei Trends geprägt: Minimalistische Metallbrillen und transparente Kunststoffbrillen. Die dezenten Metallbrillen der 90er kommen in einer ganz neuen Form zurück. Durch spezielle, vieleckige Formen werden die unauffälligen, dünnen Rahmen zu echten Blickfängen. Transparenten Brillen sind auf der anderen Seite ein ganz neuer Trend. Die durchsichtigen oder fast durchsichtigen Modelle schmeicheln dem Teint und werden Anfang der 2020er Jahre immer beliebter. Dieser Look ergattert mit Sicherheit einen Platz unter den Dauerbrennern.