Welche Kontaktlinsen sind die besten für mich?

 

Welche Kontaktlinsen für dich am besten geeignet sind, hängt sowohl von deiner Sehschwäche als auch von deinem Lebensstil ab. Ob weiche oder harte, Tages- oder Jahreslinsen: Das besprichst du mit einem Kontaktlinsenspezialisten. Dieser nimmt auch die wichtige Erstanpassung vor.

 

Kontaktlinsen sind eine praktische Alternative zur Brille und für manche Sehschwächen sogar die bessere Wahl. Doch auf den ersten Blick können die vielen Wahlmöglichkeiten überfordern: Welche Kontaktlinsen sind gut für Anfänger geeignet? Welche können über lange Zeit getragen werden? Welche Kontaktlinsen sind bei einer Hornhautverkrümmung zu empfehlen?

Ein Kontaktlinsenspezialist wird dich bei der Auswahl der passenden Kontaktlinsen unterstützen. Damit du vorab schon gut informiert bist, solltest du dir zunächst einen Überblick über die verschiedenen Kontaktlinsenarten verschaffen. Entscheidend sind vor allem zwei Fragen:

  • Welche Sehschwäche soll mithilfe der Kontaktlinsen korrigiert werden?
  • Wie häufig und bei welchen Aktivitäten möchtest du die Linsen tragen?

 

Daraus ergeben sich die beste Tragedauer für dich sowie die Antwort darauf, aus welchem Material deine Kontaktlinsen gefertigt sein und welche Form sie haben sollten.

Welche Kontaktlinsen sind die besten für Anfänger?

Wer noch nie Kontaktlinsen getragen hat, findet meist die Vorstellung etwas merkwürdig, sich einen Gegenstand ins Auge zu setzen. Andere Kontaktlinsenträger empfehlen dir dann möglicherweise, mit weichen Kontaktlinsen zu starten, da diese von Anfang an im Auge kaum zu spüren sind.

Doch ob harte oder weiche Kontaktlinsen für dich infrage kommen, hängt vor allem von deiner Sehschwäche und deinem Tränenfilm ab. Während auch weiche Kontaktlinsen von vielen Menschen gut vertragen werden, sitzen harte Linsen beweglicher auf dem Tränenfilm und ermöglichen so eine bessere Sauerstoffversorgung. Auch im Material der Kontaktlinsen bestehen Unterschiede. Harte Kontaktlinsen sind in der Regel die bessere Wahl bei trockenen Augen.

Wegen der Eingewöhnung brauchst du dich übrigens nicht zu sorgen. Harte Kontaktlinsen nimmst du anfangs als einen Fremdkörper im Auge wahr, der aber keine Schmerzen verursacht. Nach etwa zwei Wochen hat dein Körper sich daran gewöhnt und du spürst die Linsen nicht mehr.

Welche Kontaktlinsen kommen für deine Sehschwäche infrage?

Auch diese Frage wird dir dein Kontaktlinsenspezialist genau beantworten. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass bei unkomplizierten Sehschwächen sowohl harte als auch weiche Kontaktlinsen gut geeignet sind, und zwar sowohl solche, die du dauerhaft trägst, als auch solche, die du täglich oder monatlich wechselst.

Bei einer starken Hornhautverkrümmung oder hohen Dioptrienwerten kannst du eher in Richtung Jahreslinsen und harte Linsen denken, während du problemlos weiche Tageslinsen nutzen kannst, wenn du kurzsichtig bist und gelegentlich nur zum Ausgehen die Brille weglassen möchtest.

Ein wichtiger Unterschied zwischen den Kontaktlinsenarten ist die Form der Linse. Sphärische Kontaktlinsen sind wie eine ebenmäßige Kugel geformt und dazu geeignet, eine einfache Weit- oder Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Liegt bei dir eine ausgeprägte Hornhautverkrümmung vor, brauchst du torische Linsen. Diese sind ungleichmäßig gewölbt und können somit zwei verschiedene Brechwerte aufweisen: Du brauchst nur ein Paar Linsen, um Fehlsichtigkeit und Hornhautverkrümmung zugleich zu korrigieren.

Wenn du bereits alterssichtig bist, sind Mehrstärkenkontaktlinsen für dich interessant. Welche dieser Kontaktlinsen für dich am besten geeignet sind, besprichst du am besten mit einem Kontaktlinsen-Spezialisten. Zur Auswahl stehen Bifokal-, Trifokal- und Gleitsichtlinsen, die entweder zwei bzw. drei voneinander getrennte Sehzonen haben oder – ähnlich einer Gleitsichtbrille – den nahtlosen Übergang zwischen den Sehzonen ermöglichen. Solche Multifokallinsen sind teurer und in der Herstellung deutlich komplexer als „einfache“ Kontaktlinsen. Auch die Eingewöhnung dauert deutlich länger. Sie ermöglichen es dir jedoch, mehrere Fehlsichtigkeiten mit nur einem Paar Linsen auszugleichen.

Welche Kontaktlinsen passen am besten zu deinem Lebensstil?

Wie oft und wozu du deine Linsen tragen möchtest, trägt entscheidend dazu bei, welche Kontaktlinsen die besten für dich sind. Generell gilt: Je regelmäßiger du die Linsen trägst, desto stabiler sollten sie sein.

Dienen deine Kontaktlinsen dir also als permanenter Ersatz für deine Brille, bist du in der Regel mit Jahreslinsen am besten beraten. Diese sind genau auf dein Auge abgestimmt, sodass du sie gut verträgst und bestmöglich damit sehen kannst. Sie sind in der Anschaffung teurer, doch betrachtet man den langen Zeitraum, lohnt sich die Investition. Damit sie lange halten, brauchen diese Kontaktlinsen regelmäßige Pflege: eine tägliche Reinigung und zusätzlich etwa einmal in der Woche eine Intensivreinigung. Jahreslinsen können harte oder weiche Kontaktlinsen sein.

Monatslinsen kannst du 30 Tage lang tragen – oder sogar länger, wenn du die Linsen nicht jeden Tag nutzt. Sie gehören zu den weichen Kontaktlinsen und sind flexibler als Jahreslinsen, eignen sich aber dennoch zur Korrektur auch komplexerer Sehschwächen. Auch hier ist eine regelmäßige Reinigung wichtig. Noch einfacher sind Zwei-Wochen-Linsen, die weniger Pflege benötigen und noch etwas weicher, deren Korrekturmöglichkeiten aber begrenzt sind.

Die praktischen Tageslinsen brauchst du überhaupt nicht zu reinigen: Du setzt sie morgens ins Auge und entsorgst sie am Abend. Daher sind sie wunderbar bequem und super geeignet für dein Date oder eine entspannte Urlaubswoche ohne Brille. Für das dauerhafte Tragen insbesondere bei komplexeren Sehschwächen sind sie eher nicht geeignet.

Achtung: Eine Erstanpassung aller Kontaktlinsen ist sehr wichtig. Du solltest also keineswegs einfach irgendwelche Linsen kaufen und verwenden. Ein Kontaktlinsenspezialist sagt dir genau, welche Linsenarten für dich geeignet sind. Auch spezielle Fragen – etwa, welche Tageslinsen auch bei trockenen Augen infrage kommen – solltest du immer einem Spezialisten stellen.

Welche Kontaktlinsen passen am besten zu deinem Lebensstil?

Pauschal lässt sich sagen, dass bei einer ausgeprägten Hornhautverkrümmung torische, harte Kontaktlinsen meist die beste Wahl sind. Auch bei trockenen Augen sind eher harte Linsen angebracht, da diese eine bessere Sauerstoffversorgung des Auges ermöglichen. Bei hohen Dioptrienwerten kommen ebenfalls eher harte Kontaktlinsen infrage, und bei einer Kombination aus mehreren Fehlsichtigkeiten sind Dauerlinsen (Jahreslinsen) in der Regel die beste Option.

Jedoch gilt auch hier: Wenn du deine Werte nicht exakt kennst oder noch nie Kontaktlinsen getragen hast, ist eine Beratung unerlässlich. Dein Kontaktlinsenspezialist stellt in einem Sehtest deine genauen Werte fest, darunter zum Beispiel den benötigten Durchmesser oder auch die Basiskurve (Wölbung), die die Linse erhalten soll.

Wichtig: Auch wenn du schon eine Brille trägst, musst du für Kontaktlinsen einen neuen Sehtest machen lassen. Denn für Kontaktlinsen sind andere Werte relevant als für Brillengläser. Deshalb erhältst du dafür auch einen separaten Kontaktlinsenpass. Lass dich also unbedingt dazu beraten, welche Kontaktlinsen für dich gut geeignet sind.

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