Endokrine Orbitopathie – eine Erkrankung der Augenhöhle

 

Die Endokrine Orbitopathie ist eine Erkrankung, die zum Anschwellen des Muskel-, Fett- und Bindegewebes hinter dem Augapfel führt. Als Folge tritt das Auge deutlich hervor, was mit Schmerzen, Einschränkungen der Beweglichkeit und Sehstörungen verbunden sein kann.

 

 

Der Begriff „Endokrine Orbitopathie“ beschreibt eine Augenerkrankung, deren markantestes Symptom das deutliche Hervortreten der Augen ist.

Die Ursache der meist schmerzlosen Erkrankung ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die durch erbliche Faktoren zumindest begünstigt wird. Fast immer tritt sie zusammen mit einer Fehlfunktion der Schilddrüse auf – in 90 bis 95 % der Fälle mit der Morbus-Basedow-Erkrankung. Jedoch kann die Endokrine Orbitopathie auch Jahre vor oder nach der Feststellung der Schilddrüsenfehlfunktion auftreten. Ein zeitlicher Zusammenhang ist also nicht immer gegeben.

Frauen sind etwa achtmal häufiger betroffen als Männer, jedoch leiden eher Männer an einer sehr schweren Ausprägung der Krankheit. Als Risikofaktor, der auch den Verlauf der Krankheit negativ beeinflusst, gilt vor allem das Rauchen. Die Endokrine Orbitopathie kann ein- oder beidseitig auftreten.

Symptome und Verlauf einer Endokrinen Orbitopathie

Im Gewebe hinter dem Augapfel befinden sich die sogenannten Fibroblasten. Das sind Bindegewebszellen, die bei einer Endokrinen Orbitopathie besonders empfindlich auf entzündliche Reize reagieren. In der Folge schwellen das Binde-, aber auch Fett- und Muskelgewebe an. Außerdem kommt es zu verstärkter Einlagerung von Wasser und Sacchariden (Kohlehydraten) sowie einer vermehrten Produktion von Kollagen (einem Bindegewebsbaustoff).

In Kombination führen diese Faktoren dazu, dass der Augapfel immer mehr aus der Augenhöhle gedrängt wird. Anfangs gehören zu den Symptomen nur ein Fremdkörpergefühl oder Trockenheit und Reizung der Augen. Mit der Zeit können Schmerzen auftreten. Die Augen verlieren an Beweglichkeit und das Auge tritt deutlich sichtbar hervor. Das wiederum führt zu einer Verschlechterung der Sehschärfe, zu Doppelbildern oder zu Gesichtsfeldausfällen. Wegen des erhöhten Augendrucks kann der Sehnerv geschädigt werden.

Wie wird die Endokrine Orbitopathie behandelt?

In den meisten Fällen wird bei einer Endokrinen Orbitopathie eine Behandlung mit Kortison vorgenommen. Kortison wirkt entzündungshemmend und kann so die Schwellungen im Auge vermindern. Zusätzlich können Tränenersatzmittel oder Salben gegen Trockenheit und Fremdkörpergefühl helfen. In schweren Fällen kommt eine Operation oder auch eine Strahlentherapie infrage.

Bisher existiert für die Endokrine Orbitopathie keine Behandlung, welche die Ursache der Krankheit bekämpft. Die Therapie konzentriert sich also darauf, die Beschwerden zu mildern. Unterstützend zur Therapie werden mitunter Prismenbrillen eingesetzt, um die Entstehung von Doppelbildern zu korrigieren. Da in den allermeisten Fällen gleichzeitig eine Fehlfunktion der Schilddrüse vorliegt, muss auch diese behandelt werden.