Welche Augenoperationen gibt es?

 

Augenoperationen können bei der Behandlung von Augenkrankheiten helfen, Symptome lindern oder auch kosmetisch eingesetzt werden. Ist die Augen-OP medizinisch notwendig, werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse getragen.

 

Augenoperationen kommen bei der Behandlung diverser Augenerkrankungen zum Einsatz. Bisweilen helfen sie auch bei altersbedingten Veränderungen der Sehkraft.

Manche Augen-OPs sind Routineeingriffe und daher sehr sicher. Andere kommen nur als letzte Wahl infrage, wenn alle anderen Behandlungsmethoden nicht mehr helfen. Auch in ihrem Einsatzzweck unterscheiden sich die Operationen am Auge: Einige Eingriffe zielen auf die Behandlung der Ursache ab, andere sind darauf ausgerichtet, Symptome zu lindern.

Routineeingriff: OP der Augenlinse bei Grauem Star

Der Graue Star äußert sich in einer Trübung der Augenlinse. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern vielmehr um einen Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Die schleichende Trübung der Linse führt dazu, dass die Betroffenen unscharf oder matt sehen. Bei starker Ausprägung ist die Linse auch von außen weißlich verfärbt zu sehen.

Bei der Operation wird die Linse im Auge mithilfe von Ultraschallwellen verflüssigt und dann abgesaugt. Anschließend setzt der Chirurg durch einen winzigen Schnitt eine neue, faltbare Linse ein, die sich dann im Auge entfaltet. Mithilfe dieser Augen-OP kann die Sehkraft oft deutlich verbessert werden. Die Operation der Augenlinsen gehört zu den Routineeingriffen und ist ausgesprochen sicher.

Da dieser Eingriff die einzige Möglichkeit ist, den Grauen Star zu heilen, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für diese Augen-OP.

Unterstützende und kosmetische Augenoperationen

Eine Augen-OP kann in vielen Fällen die Behandlung einer Augenerkrankung unterstützen. Das ist zum Beispiel der Fall bei einem Augenkrebs. Hier bilden sich Tumore an den Lidern, auf der Aderhaut oder auf der Netzhaut. Soweit möglich, werden diese mithilfe einer Augenoperation entfernt, doch häufig werden die Tumore zusätzlich bestrahlt oder mithilfe einer Chemotherapie behandelt.  

Auch bei der Endokrinen Orbitopathie kann es hilfreich sein, die Augen zu operieren. Aufgrund einer Gewebeschwellung tritt das Auge deutlich aus der Augenhöhle hervor, was zu Sehstörungen und Schmerzen führen kann. Mithilfe einer Augen-OP kann der Druck auf das Auge verringert werden. Bisweilen werden auch die Augenmuskeln operiert, um Sehstörungen zu verringern. Da die Betroffenen unter den kosmetischen Auswirkungen dieser Erkrankung häufig leiden, kann eine kosmetische Augen-OP auch in psychischer Hinsicht helfen.

Die Augen-OP als letzte Möglichkeit

Bisweilen wird eine OP am Auge als letzte Behandlungsmöglichkeit eingesetzt, wenn Medikamente und andere Methoden keine Wirkung mehr zeigen.

Das kann beispielsweise bei einer Keratitis (Hornhautentzündung) geschehen. Diese Erkrankung, die mit trübem Sehen, Fremdkörpergefühl und Schmerzen einhergehen kann, ist in der Regel gut behandelbar, sobald die Ursache erkannt wurde. Liegt jedoch bereits eine Schädigung der Hornhaut vor, können bei einer Operation der Augen die befallenen Schichten der Hornhaut abgetragen oder die Hornhaut sogar ganz ersetzt werden.

Eine solche Hornhauttransplantation ist auch bei der Erkrankung Keratokonus die letzte Option. Diese Verformung der Hornhaut lässt sich häufig mithilfe von speziellen Kontaktlinsen oder anderen Sehhilfen behandeln. Helfen diese jedoch nicht, kann in einer Augen-OP die Vorderfläche des Auges umgeformt werden, indem ein Hornhauteinsatz eingefügt wird. Im schlimmsten Fall muss eine Spenderhornhaut transplantiert werden.

Bei den meisten Diabetikern tritt früher oder später eine Diabetische Retinopathie auf. Aufgrund von geschädigten Blutgefäßen kommt es zu einem Verlust der Sehkraft und zu Einblutungen ins Auge. Eine Laserbehandlung kann hier helfen, die Versorgung zumindest mancher Teile der Netzhaut zu verbessern. Bisweilen muss jedoch in einer Augen-OP die Netzhaut fixiert werden, damit sie sich nicht ablöst.

Augen-OP im medizinischen Notfall: Netzhautablösung und Glaukom

Eine Netzhautablösung ist ein medizinischer Notfall, der nur mit einer Augenoperation behandelt werden kann. Dabei hebt sich die Netzhaut von der Aderhaut ab, sodass die Sinneszellen im Auge nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und dadurch absterben. Unbehandelt führt die Netzhautablösung zur Erblindung. Eine Operation des Auges ist daher unvermeidlich und muss so schnell wie möglich erfolgen.

Auch das akute Glaukom (auch bekannt als Grüner Star) muss sofort per Augen-OP behandelt werden. Hier führt ein erhöhter Augeninnendruck zu einer Schädigung des Sehnervs. Bei der Operation des Auges lässt der Chirurg das Kammerwasser abfließen, sodass der Augendruck sinkt. Auf diese Weise kann ein Erblinden verhindert werden.

Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) werden Augenoperationen noch nicht routinemäßig eingesetzt. Diese wird in erster Linie mit Ernährungsumstellungen und Medikamenten behandelt. Wenn es jedoch zu plötzlichen Blutungen kommt, kann auch hier eine Augen-OP sinnvoll sein.

Wer übernimmt die Kosten für eine Augen-OP?

In der Regel übernimmt die gesetzliche (oder auch private) Krankenkasse die Kosten für eine Augenoperation, wenn diese medizinisch notwendig ist. Das gilt zum Beispiel für die Behandlung des Grauen Stars und natürlich auch im Notfall.

Eine Augenoperation wie die Laserbehandlung einer Sehschwäche wird dagegen meist nicht übernommen, da die Sehschwäche auch mithilfe einer Sehhilfe, also zum Beispiel einer Brille, korrigiert werden kann.