Mythen über Brille und Augen

Über unsere Augen kursieren zahlreiche Mythen, schauerliche Halbwahrheiten und Plattitüden. Auch der Brille wird so einiges nachgesagt. Den Überblick zu behalten, ob es sich um Fakten oder reine Fiktion handelt, ist nicht immer einfach. Wir machen reinen Tisch mit sieben beliebten Mythen rund ums Thema Brille und Augen.
Mythen über Brille und Augen Mythen über Brille und Augen

Dass Passend zu Halloween nehmen wir häufige, skurrile und riskante Mythen unter die Lupe. Stimmt es wirklich, dass beim Niesen die Augen rausfallen können? Können die Augen stecken bleiben, wenn du zu lange oder häufig schielst? Wir beantworten diese und weitere Fragen und werfen einen Blick hinter die (Un-)Weisheiten.

1. Wer mit offenen Augen niest, riskiert, dass sie herausfallen

Die meisten Menschen niesen mit geschlossenen Augen, aber das liegt nicht daran, dass diese sonst drohen, herauszufallen oder gar platzen können. Viel eher ist es eine natürliche Reaktion, die unbewusst passiert. Durch das Niesen spannen sich die Muskeln an, was dazu führt, dass sich die Lider schließen. Aber auch wenn du dich gegen diesen Impuls wehrst und die Augen offen hältst, besteht keine Gefahr, dass die Augen beim Niesen herausfallen. Die Augäpfel werden nämlich von den Augenmuskeln in den Augenhöhlen gehalten - Bilder von heraushängenden Augen entsprechen demnach nicht der Realität, sondern sorgen nur für Angst und Ekel in Horrorfilmen. 

2. Nur Männer können farbenblind sein

Bei einer angeborenen Farbenblindheit funktionieren die für die Farbwahrnehmung zuständigen Zapfentypen nicht, was dazu führt, dass Betroffene in verschiedenen Grautönen sehen. Oft werden auch Farbfehlsichtigkeiten wie zum Beispiel die Rot-Grün-Schwäche fälschlicherweise als Farbenblindheit bezeichnet. Und tatsächlich sind Männer von diesen Farbsehstörungen häufiger betroffen - zumindest, wenn diese angeboren sind. Grund dafür ist, dass die verantwortlichen Gene auf dem Chromosom X liegen. Männer besitzen davon nur eines, Frauen haben zwei X-Chromosome und können das defekte Gen so in den meisten Fällen ausgleichen. Immer funktioniert das jedoch nicht und so gibt es auch Frauen mit angeborenen Farbsehstörungen.

Sowohl eine Farbenblindheit als auch eine Farbfehlsichtigkeit muss nicht angeboren sein. Verschiedene Krankheiten rufen die Veränderungen des Farbsehens hervor. Daher ist eine ärztliche Kontrolle bei den ersten Anzeichen einer solchen Verschlechterung unbedingt notwendig, um der Ursache dafür auf den Grund zu gehen. Bei Männern und Frauen

3. Blinde Menschen sehen schwarz

Im Gesetz ist verankert, ab wann eine Person als blind gilt. In Deutschland ist das bei einem Sehvermögen von nicht mehr als 2 Prozent oder auch bei einem eingeengten Gesichtsfeld. Die meisten sehbehinderten Menschen verfügen über ein Restsehvermögen. Manche von ihnen nehmen beispielsweise verschiedene Helligkeiten wahr oder können in einem kleinen Sichtfeld gut genug sehen, um sogar zu lesen. Auch die weltweit etwa 15 Prozent der vollständig blinden Personen sehen nicht die klischeebehaftete vollständige Dunkelheit. Sie sehen nichts. Für sehende Menschen ist das allerdings schwerer vorstellbar, daher vermutlich der Mythos des Schwarzsehens.

4. Beim Schielen bleiben die Augen stecken

Die Augenmuskeln sorgen dafür, dass wir unsere Augen in verschiedene Richtungen bewegen können. Ob wir nach oben, unten, seitlich oder gar in zwei verschiedene Richtungen schauen, macht dabei keinen Unterschied. Die Fähigkeit, absichtlich zu schielen, spricht sogar dafür, dass du besonders bewegliche Augenmuskeln hast. Gefährlich ist das aber nicht, denn genauso wie du die Augen in diese Position bewegen kannst, ist es auch möglich, danach wieder geradeaus zu schauen. Die Augen bleiben nicht stecken, weder beim Schielen noch beim nach oben Sehen.

Manifester Strabismus - das ist der Fachbegriff für dauerhaftes Schielen - tritt auf, weil eine Gleichgewichtsstörung der Augenmuskeln vorliegt und ist kein Zeichen dafür, dass die Augen stecken geblieben sind. Strabismus kann besonders dann gut behandelt werden, wenn er früh erkannt wird.

5. Die Augen brauchen eine Brillenpause

Korrekturbrillen kommen zum Einsatz, um Sehschwächen wie etwa Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit auszugleichen. Ist die Brille richtig eingestellt, dann siehst du mit ihrer Hilfe wieder scharf. Nimmst du die Brille nun ab, dann nimmst du die Umgebung verschwommen wahr. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Sehleistung durch das Tragen der Brille abgenommen hat oder die Augen faul geworden sind. Das Tragen einer Korrekturbrille verschlechtert die Sehleistung nicht. Wenn du aber trotz der Brille das Gefühl hast, nicht gut genug zu sehen, dann empfiehlt es sich, einen Termin beim augenoptischen Fachpersonal zu buchen. Vermutlich hat sich dann einfach die Sehstärke verändert. Auch das ist übrigens nicht die Schuld der Brille, sondern ein ganz natürlicher Prozess.

6. In die Sonne schauen verjüngt optisch

Die UV-Strahlen der Sonne sind nicht nur für unsere Haut, sondern besonders auch für unsere Augen gefährlich. Selbst mit einer Sonnenbrille mit UV-Schutz solltest du nicht direkt in die Sonne schauen, weil das die Netzhaut schädigt. Davon, dies ohne jeglichen Schutz zu tun, ist aber umso stärker abzuraten. Denn die UV-Strahlen können das Auge so stark schädigen, dass du davon erblindest, Entzündungen hervorgerufen werden oder Augenkrankheiten wie der Graue Star gefördert werden.

Eine verjüngende Wirkung hat der direkte Blick in die Sonne nicht, das reflexartige Zusammenkneifen der Augen, um möglichst viel von dem hellen Licht abzuhalten, führt sogar zu mehr Fältchen um die Augen. Wer die Hautalterung verlangsamen will, der setzt am besten auf Sonnencreme, eine große Sonnenbrille und verzichtet auf den Besuch im Solarium.

7. Wer gut sieht, muss nicht zur augenärztlichen Kontrolle

Für viele Leute ist der Führerschein-Sehtest einer der ersten Berührungspunkte mit augenärztlichem Fachpersonal. Wenn dieser gut ausfällt und keine Sehschwäche vorliegt, dann denkst du vielleicht, dass du erstmal nicht wieder in augenärztliche Behandlung musst, bis sich die Sicht durch Alterssichtigkeit oder Ähnliches verschlechtert. Aber nicht nur Menschen mit Sehschwächen profitieren von der regelmäßigen Untersuchung der Augen. Das augenärztliche Fachpersonal kann neben Diagnosen zu Fehlsichtigkeiten auch andere Krankheiten durch Veränderungen an den Augen feststellen und so mitunter zur Früherkennung von Diabetes und Co. beitragen.

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Von unserem Optik-Team geprüft:

Co-Autor: Jennifer Gruhne

Augenoptikermeisterin und Qualified Person

Jennifer ist Augenoptikermeisterin und bei Brille24 für die Qualitätssicherung zuständig. Sie ist im Bereich der Augenoptik breit aufgestellt und hat sowohl bei Brillen als auch bei Kontaktlinsen eine starke Expertise.


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