Rasterbrille: Was kann die Brille mit den Löchern?

Vielleicht hast du schon einmal von der Rasterbrille gehört, die gerade von so manchen Leuten als Wundermittel angesehen wird. Aber was steckt wirklich hinter der Brille mit den Löchern und kann sie dafür sorgen, dass sich das Sehen verbessert? Wir verraten es dir hier.
Rasterbrille Rasterbrille

Entspannung, klare Sicht, weniger Sehbeschwerden - das alles verspricht die Rasterbrille, die aufgrund ihres Aussehens auch als Lochbrille bezeichnet wird. Einige schwören darauf, aber kann die Brille, die mehr aussieht wie ein Party-Gag als ein optisches Hilfsmittel, wirklich halten, was sich viele von ihr versprechen? Wir werfen einen Blick hinter die dunklen “Gläser” und schaffen Klarheit.

Was ist eine Rasterbrille?

Kurz gesagt ist eine Rasterbrille eine Brille mit Löchern, die zur Verbesserung von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus und Alterssichtigkeit angeboten wird. Der Rahmen gleicht einer gängigen Korrekturbrille, aber statt Gläsern sind schwarze Plastikscheiben in die Fassung eingelassen. Die kleinen Löcher, die rasterförmig in das dunkle Plastik gestanzt sind, geben der Brille ihren Namen. Neben Rasterbrillen mit runden Aussparungen gibt es auch Modelle mit quadratischen Ausstanzungen sowie bifokale Rasterbrillen, bei denen die Größe der Löcher variiert.

Wie wirkt die Rasterbrille?

Die Rasterbrille wirkt wie die Lochblende einer Kamera nach dem Prinzip der stenopäischen Lücke. Störende Randstrahlen werden reduziert und nur die inneren Strahlen werden angezeigt, was die Tiefenschärfe des Bildes erhöht. Weil diese inneren Strahlen auch bei refraktionsbedingten Sehstörungen wie Kurz- und Weitsichtigkeit, Astigmatismus und Alterssichtigkeit scharf abgebildet werden, hat es den Anschein als würde die Sicht so verbessert werden. Da durch die Lochbrille das Gesichtsfeld eingeschränkt wird und die Lichtintensität vermindert ist, ist sie für den Alltag nicht brauchbar.

Übrigens: Wenn du an einer Sehschwäche leidest, die nicht brechungsbedingt ist, wie etwa einer Makuladegeneration, dann siehst du durch die Lochbrille schlechter.

Der Einsatzbereich der Rasterbrille

Das verminderte Gesichtsfeld der Rasterbrille sorgt dafür, dass diese im Alltag und besonders im Straßenverkehr nicht geeignet ist. Anders als eine Korrekturbrille kommt die Lochbrille also nicht zum Ausgleichen der Sehstärke während des Tages zum Einsatz, sondern ausschließlich in einem gesicherten Umfeld. Die Lochbrille wird für einen kurzen Zeitraum getragen, um die Augen zu entspannen. Da der Lichteinfall verringert wird, hat das einen ähnlichen Effekt wie auch das kurzzeitige Schließen deiner Augen.

Rasterbrille statt Korrekturbrille?

Obwohl im Internet davon die Rede ist, dass eine Rasterbrille die Augen nicht nur entspannen, sondern auch trainieren kann, gibt es dazu keine medizinischen Belege. Dass du deine Fehlsichtigkeit durch das Tragen der Lochbrille wegtrainieren kannst, ist also umstritten. Tatsächlich birgt das Tragen einer Rasterbrille sogar Gefahren:

  • Wird die Rasterbrille zu lange und oft durchgehend getragen, kann das zu Schielen führen. Denn die Augenmuskeln versuchen auszugleichen, dass dauerhaft durch eine Öffnung gesehen wird, die nicht direkt vor dem Auge liegt.
  • Wird die Fehlsichtigkeit nicht diagnostiziert, sondern nur durch eine Rasterbrille “behandelt”, besteht ein Gesundheitsrisiko. Denn besonders bei organischen Ursachen, ist eine rasche Diagnose oft ausschlaggebend dafür, dass die Sicht erhalten bleibt.
  • Wird die Rasterbrille statt einer Sonnenbrille getragen, sind die Augen der UV-Strahlung ohne entsprechenden Schutz ausgesetzt. Das kann der Netzhaut maßgeblich schaden.

Alternative zur Rasterbrille

Wenn du die Lochbrille täglich nur wenige Minuten zur Entspannung tragen möchtest, dann ist das nicht weiter riskant.  Solltest du allerdings auf der Suche nach einer Korrektur deiner Sehschwäche sein, dann ist eine Brille oder die Kontaktlinse die sichere Wahl. Sobald dir auffällt, dass sich deine Sehleistung verschlechtert, ist es außerdem wichtig, dass du einen professionellen Sehtest durchführen lässt und die Ursache für das verschlechterte Sehen von dem entsprechenden augenärztlichen Fachpersonal feststellen lässt. 

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Von unserem Optik-Team geprüft:

Co-Autor: Jennifer Gruhne

Augenoptikermeisterin und Qualified Person

Jennifer ist Augenoptikermeisterin und bei Brille24 für die Qualitätssicherung zuständig. Sie ist im Bereich der Augenoptik breit aufgestellt und hat sowohl bei Brillen als auch bei Kontaktlinsen eine starke Expertise.


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