Tunnelblick

Als Tunnelblick wird umgangssprachlich eine periphere Sehstörung bezeichnet, die verschiedene medizinische Ursachen haben kann. Betroffene beschreiben den Tunnelblick, als würde man durch ein Rohr schauen. Das normale Sichtfeld ist also eingeschränkt.

Tunnelblick

Was kennzeichnet einen Tunnelblick?

Die Bezeichnung Tunnel- oder auch Röhrenblick beschreibt sehr treffend, wie Betroffene ihr eingeschränktes Sichtfeld wahrnehmen. Der Tunnelblick ist eine Art Skotom (Einschränkung des Gesichtsfeldes), bei dem der äußere Bereich des Gesichtsfeldes erblindet. Man hat also mehr und mehr das Gefühl, durch einen Tunnel zu schauen. Diese Beeinträchtigung kann in jedem Alter auftreten und ist häufig für die Betroffenen selbst nicht so leicht wahrnehmbar, da der Prozess meist schleichend voranschreitet. Sobald erste Symptome wahrgenommen werden, sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um die Ursache des Tunnelblicks zu identifizieren.

Ursachen für einen peripheren Sehverlust

Die Symptomatik eines Tunnelblicks kann durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden. Die häufigste Ursache ist eine Schädigung des Sehnervs. Eine solche Schädigung kann unter anderem durch ein Glaukom ausgelöst werden. Bei einem Glaukom (Grüner Star) wir der Sehnerv durch einen hohen Augeninnendruck beschädigt.  Medikamente können den Augendruck regulieren und eine dauerhafte Schädigung des Sehnervs wird verhindert.

Eine weiterer Auslöser der häufig einem Tunnelblick zugrunde liegt, ist ein Augeninfarkt. Bei einem Infarkt handelt es sich um eine Gefäßverschluss, durch den eine Sauerstoffunterversorgung im Auge entsteht. Dadurch wird wie beim Glaukom der Sehnerv geschädigt und ein Tunnelblick kann entstehen. Medikamente können den Augendruck regulieren und eine dauerhafte Schädigung des Sehnervs wird verhindert.

Ein Tunnelblick kann jedoch auch andere Ursachen haben. Beispielsweise können Alkohol- oder anderer Drogenmissbrauch der Auslöser sein. Es kann ebenfalls bei starker Ermüdung oder dauerhafter Überforderung die Symptomatik eines Tunnelblicks entstehen.

Hauptursachen für einen Tunnelblick:

Gefahren des Tunnelblicks

Durch den Tunnelblick nimmt man sein Umfeld nicht mehr vollständig wahr, da das Sichtfeld eingeschränkt ist. Dies kann beispielsweise im Straßenverkehr zu einer Gefahr werden. Dadurch, dass man Dinge im äußeren Sichtfeld nicht mehr richtig sehen kann, können beispielsweise überholende Autos oder Menschen schnell übersehen werden und es kann zu Unfällen kommen. Bei Betroffenen muss deshalb zwingend überprüft werden, ob die Ausdehnung des Blick- und Gesichtsfeldes die Mindestanforderung für die Teilnahme am Straßenverkehr noch erfüllen. Auch bei Beschäftigungen des alltäglichen Lebens und im Beruf kann das eingeschränkte Sehen durch den Tunnelblick potenziell gefährlich werden und sollte daher unbedingt medizinisch geklärt werden.

Behandlung des Tunnelblicks

Bevor ein Augenarzt oder eine Augenärztin eine geeignete Behandlung einleiten kann, muss zuerst eine umfassende Augenuntersuchung stattfinden. Die Behandlung richtet sich dann ganz nach den festgestellten Ursachen. Bei einem Glaukom kann beispielsweise eine medikamentöse Behandlung helfen und ist sogar zwingend notwendig, um ein weiteres Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.  Patienten mit diagnostiziertem Glaukom befinden sich zudem in einer engmaschigen Augeninnendruck Kontrolle um frühzeitig Grenzwertüberschreitungen entgegen zu wirken.

Auch eine Sehtherapie kann in bestimmten Fällen den Tunnelblick lindern und Teile des Gesichtsfeldes zurückbringen. Wenn ein Tunnelblick plötzlich und sehr ausgeprägt auftritt, könnte es sich um eine Ablösung der Netzhaut oder um eine Hirnschädigung handeln. Hier muss besonders schnell reagiert werden, indem die betroffenen Personen sich umgehend in medizinische Behandlung begeben, um einen dauerhaften periphere Gesichtsfeldausfall oder sogar ein vollständiges Erblinden zu verhindern.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Wahrnehmung eingeschränkt ist oder du unter einem Tunnelblick leidest, solltest du unbedingt ärztliches Fachpersonal aufsuchen.

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Von unserem Optik-Team geprüft:

Co-Autor: Jennifer Gruhne

Augenoptikermeisterin und Qualified Person

Jennifer ist Augenoptikermeisterin und bei Brille24 für die Qualitätssicherung zuständig. Sie ist im Bereich der Augenoptik breit aufgestellt und hat sowohl bei Brillen als auch bei Kontaktlinsen eine starke Expertise.


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