Farbsehtests im Überblick

Menschen, die eine Farbfehlsichtigkeit haben, sind sich dessen mitunter gar nicht bewusst. Farbsehtests helfen dabei festzustellen, ob man Farben richtig erkennt und können sogar von zuhause aus durchgeführt werden.
Farbsehtest Farbsehtest

Besonders angeborene Farbfehlsichtigkeiten werden oft erst spät festgestellt, aber auch ein langsam schlechter werdendes Farbsehen bemerken Betroffene zuweilen erst nach einiger Zeit. Es schadet also auf keinen Fall, regelmäßig selbst Farbsehtests durchzuführen und bei Auffälligkeiten augenärztlichen Rat einzuholen. Welche Tests es gibt und was sich mit ihnen herausfinden lässt, erfährst du hier. 

Wie funktioniert Farbsehen überhaupt?

Wenn Licht durch unsere Pupille fällt, trifft es auf die Netzhaut. Dort befinden sich die Zapfen und Stäbchen, unsere Farbrezeptoren. Die Stäbchen sind für Hell-Dunkel-Kontraste verantwortlich, die Zapfen reagieren auf verschiedene Wellenlängen von Licht und unterscheiden so zwischen den Farben. Die Entscheidung, welche Farbe wir gerade sehen, trifft schlussendlich unser Gehirn. Aber nicht bei allen Menschen funktionieren alle dieser Farbrezeptoren. Wenn Zapfen nicht richtig arbeiten oder sogar fehlen, führt das zu einem verringerten Farbsehen. Je nachdem welche Zapfen betroffen sind, beeinträchtigt das die Farbwahrnehmung. Die häufigste Farbsehschwäche ist übrigens die Rot-Grün-Schwäche, aber auch die Blau-Gelb-Schwäche ist eine bekannte Störung der Farbwahrnehmung. Von Farbenblindheit spricht man übrigens nur dann, wenn die Betroffenen gar keine Farben wahrnehmen können. 

Der Ishihara-Farbsehtest

Mithilfe des Ishihara-Farbsehtests lässt sich eine Rot-Grün-Schwäche sehr schnell diagnostizieren. Der Test wurde bereits vor mehr als 100 Jahren entwickelt, ist aber auch heutzutage noch in Verwendung. Dabei werden Bilder von Kreisen betrachtet, die sich aus mehreren kleineren Kreisen zusammensetzen. Diese sind verschieden groß und haben unterschiedliche Farbnuancen. Menschen mit funktionierendem Farbsehen können in den Bildern Zahlen erkennen.

Ishihara-Farbsehtest Ishihara-Farbsehtest

Der Ishihara-Farbsehtest kann ganz einfach zuhause durchgeführt werden:

  • Wenn du eine Brille oder Kontaktlinsen trägst, benutze diese auch für den Test.
  • Sorge dafür, dass der Raum gut beleuchtet ist.
  • Sieh dir das Bild aus normaler Lesedistanz an.
  • Halte den Blick für ungefähr 3 Sekunden.
  • Vergleiche die Zahl, die du siehst, mit der Auflösung.
  • Kontaktiere das augenärztliches Fachpersonal deines Vertrauens, wenn du die Zahl nicht oder nur schlecht sehen kannst.

Die Velhagen/Broschmann/Kuchenbecker-Tafeln

Die Velhagen/Broschmann/Kuchenbecker-Tafeln sind Farbtests, die zur Diagnose von einer Blauschwäche, aber auch einer Rot-Grün-Schwäche benutzt werden. Ähnlich wie bei den Ishihara-Farbtafeln handelt es sich dabei um Bilder, die aus verschieden großen Kreisen zusammengesetzt sind und für normalsichtige Menschen anders aussehen als für jemanden mit einer Farbsehstörung. Hier wird nach Art der Farbsehstörung unterschieden.

Velhagen/Broschmann/Kuchenbecker Velhagen/Broschmann/Kuchenbecker

Den Diagnose-Test nach Velhagen/Broschmann/Kuchenbecker kannst du auch selbst durchführen:

  • Wenn du eine Brille oder Kontaktlinsen trägst, benutze diese auch für den Test.
  • Sorge dafür, dass der Raum gut beleuchtet ist, am besten eignet sich Tageslicht.
  • Sieh dir das Bild für etwa 15 Sekunden an.
  • Kontrolliere mit Hilfe der Lösung, was du auf dem Bild erkennst.
  • Kontaktiere das augenärztliche Fachpersonal deines Vertrauens, sollte das Ergebnis den Verdacht auf Blauschwäche oder Rot-Grün-Schwäche ergeben.

Der Farnsworth-Munsell-Test 

Beim Farnsworth-Munsell-Test werden verschiedene Töne einer Farbe nach ihrer Helligkeit und Intensität sortiert. Die einzelnen Töne müssen so angeordnet werden, dass sie zwischen dem fixierten Anfangston und dem Endton einen Verlauf bilden. Der Test hilft dabei, eine Rot-Grün-Schwäche oder eine Blau-Gelb-Schwäche zu erkennen. Es empfiehlt sich, den Test ausschließlich unter Anleitung von geschultem Fachpersonal durchzuführen, weil die Farbausgabe auf einem Heimcomputer mitunter verfälscht ist und der Test dadurch nicht aussagekräftig ist.

Wie interpretiere ich das Ergebnis?

Wenn du einen Farbtest gemacht hast und Schwierigkeiten hattest, die Zahlen zu erkennen, dann ist das kein Grund zur Sorge. Kontaktiere am besten deine:n Optiker:in oder wende dich an eine augenärztliche Fachkraft. Die Heimtests können zwar einen Hinweis auf eine Farbsehschwäche geben, um aber eine Farbsehschwäche final zu diagnostizieren und das Ausmaß der Farbsinnstörung zu bestimmen, braucht es Fachpersonal. 

Im Alltag ist man oft fast gar nicht durch eine solche Farbsehschwäche beeinträchtigt. Zwar sind die Kontraste bei den Ampelfarben schwieriger zu erkennen, aber besonders bei angeborenen Farbsehschwächen sind die Betroffenen daran gewöhnt und wissen, wie das jeweilige Signal für sie aussieht. Für ein paar Berufsbilder ist das genaue Farbsehen aber sehr wichtig. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Brillen, die 80% der Menschen mit Rot-Grün-Schwäche helfen können, die Farbfehlsichtigkeit auszugleichen.

Die Auflösung

Das Ergebnis der Online-Farbsehtests kann mitunter durch die Farbausgabe des Bildschirms oder schlechte Lichtverhältnisse beeinflusst sein. Wenn du unsicher bist, ob das der Fall ist, empfiehlt es sich, den Test auf einem weiteren Gerät (z.B. dem Handy) oder bei Tageslicht zu wiederholen.

Eine normalsichtige Person erkennt bei unserem Ishihara-Farbsehtest die Zahl 25 in dem Kreis. Wenn du damit Probleme hast oder gar eine andere Zahl siehst, dann wende dich mit dieser Information an eine augenärztliche Fachkraft. Auf der Velhagen/Broschmann/Kuchenbecker-Tafel erkennen normalsichtige Personen die Zahl 182. Menschen mit Rot-Grün-Schwäche sehen hingegen die Zahl 8, jene mit einer Blau-Gelb-Schwäche erkennen die Zahl 12. Wenn du statt der 182 eine andere Zahl siehst, dann weist das auf eine mögliche Farbsehschwäche hin. Kontaktiere in diesem Fall an eine augenärztliche Fachkraft und vereinbare einen Farbsehtest.

 

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Von unserem Optik-Team geprüft:

Co-Autor: Jennifer Gruhne

Augenoptikermeisterin und Qualified Person

Jennifer ist Augenoptikermeisterin und bei Brille24 für die Qualitätssicherung zuständig. Sie ist im Bereich der Augenoptik breit aufgestellt und hat sowohl bei Brillen als auch bei Kontaktlinsen eine starke Expertise.


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