Wie erkenne ich, dass eine Brille perfekt sitzt?

 

Bei einer Brille hängt der richtige Sitz von der professionellen Anpassung ab. Falls sie rutscht oder drückt, solltest du deine Brille einstellen lassen, denn Nasenpads und Brillenbügel lassen sich so einstellen, dass die Brille sicher sitzt, ohne zu drücken.

 

 

Eine Brille, die bei der kleinsten Bewegung von der Nase rutscht oder so straff sitzt, dass sie unangenehme Druckstellen hinterlässt, ist im Alltag mehr Belastung als Hilfe. Es ist zwar normal, dass du dich an jede neue Brille erst gewöhnen musst, doch wenn sie dich nach einigen Tagen und Wochen noch stört, solltest du überprüfen, ob sie wirklich richtig sitzt. Eventuell muss ein Optiker deine Brille nur richtig anpassen. Im folgenden Artikel erfährst du, woran du erkennst, ob deine Brille richtig sitzt und wie du von vornherein eine gut sitzende Brille findest.

Alltag mit Brille – der perfekte Sitz macht den entscheidenden Unterschied

Der perfekte Sitz einer Brille hängt von zwei Komponenten ab: dem Nasensteg (oder den Nasenpads) und den Brillenbügeln. Sie müssen optimal an deine Nase und Ohren angepasst sein, damit die Brille weder zu locker noch zu fest sitzt. Wenn das zutrifft, nimmst du die Brille in deinem Alltag auch bei stärkeren Bewegungen (z. B. beim Laufen oder Radfahren) überhaupt nicht wahr oder empfindest sie zumindest nicht als störend.

An den folgenden Kriterien erkennst du schon bei der ersten Anprobe, ob deine Brille gut passt. Sie lassen sich ganz leicht durch Abtasten mit den Händen und mit einem Spiegel überprüfen.

  • Wie muss eine Brille auf der Nase sitzen? Die Brille liegt waagerecht, ohne Druck auf der Nase auf und rutscht nicht, wenn du den Kopf bewegst. Beide Augen blicken etwa mittig durch die Gläser hindurch.
  • Wie muss eine Brille am Ohr sitzen? Die Brillenbügel umschließen die Ohrmuscheln, ohne Druck auszuüben, und liegen nicht, oder nur minimal, an den Schläfen an.

 

Falls du zum ersten Mal eine Brille trägst oder dir ein neues Modell zugelegt hast, dauert es einige Tage, bis du dich an das neue Gefühl gewöhnt hast. Das ist völlig normal. Doch rutscht die Brille von der Nase oder drückt auch nach mehreren Wochen noch, muss sie vermutlich neu angepasst werden. Das kann übrigens auch vorkommen, wenn du deine Brille schon lange ohne jegliche Beschwerden trägst, denn im Laufe der Zeit nutzen sich die Materialien ab oder dehnen sich aus.

Die richtige Brillengröße finden

Es gibt kaum eine Brillenfassung, die von vorneherein perfekt sitzt. Das hat damit zu tun, dass nur die wenigsten Menschen eine völlig gleichmäßige Anatomie haben. Kleinste Unregelmäßigkeiten, die mit bloßem Auge niemals zu erkennen wären, können sich bereits auf den richtigen Sitz deiner Brille auswirken. Das ist kein Problem, denn ein Optiker kann die Brille richtig einstellen, sodass sie optimal zu dir passt. Das Ausmaß der möglichen Anpassungen ist allerdings begrenzt, deshalb ist es wichtig, dass du bereits beim Kauf die richtige Brillengröße wählst. Sie richtet sich nach der Breite der Fassung, der Breite des Nasenstegs sowie der Bügellänge, Glashöhe und Glasbreite.

  • Fassungsbreite: Die Frontbreite der Fassung sollte etwas breiter als dein Gesicht sein, damit die Bügel später nicht zu dicht an deinen Schläfen anliegen.
  • Stegbreite: Bei einer Brillenfassung aus Kunststoff lässt sich der Nasensteg kaum verändern, deshalb sollte er von vorneherein gut zur Form deines Nasenrückens passen. Etwas mehr Spielraum hast du bei Fassungen mit Nasenpads, denn hier kann nachträglich sowohl die Position verändert als auch das Material vollständig ausgetauscht werden.
  • Bügellänge: Auch die Länge der Brillenbügel lässt sich gut anpassen, solange sie insgesamt nicht zu kurz sind.

 

Während diese Faktoren letztendlich über den Tragekomfort deiner Brille entscheiden, haben die Höhe und Breite der Brillengläser eher eine ästhetische Wirkung und du kannst sie nach deinem persönlichen Geschmack auswählen.

Brille rutscht von der Nase oder drückt hinter den Ohren – Was tun?

Rutscht deine Brille von der Nase, sobald du den Kopf neigst, sind die Brillenbügel noch nicht passend eingestellt.  Diese sollen gerade auf der Ohrwurzel aufliegen und hinter dem Ohr in der kleinen Mulde angelegt werden, damit Sie das nach vorne Rutschen der Brille verhindern. Die Nasenpads der Brille werden ganz plan auf der Nase eingestellt, damit es nicht zu unangenehmen Druckstellen kommt. Was viele Brillenträger nicht wissen: Auch zu kurze Bügel können die Brille rutschen lassen, denn da sich die Enden der Bügel nicht hinter dem Ohr anpassen lassen, geben sie dem Widerstand nach und verschieben sich nach oben, wodurch die Front der Brille nach vorne „kippt“. Ist das die Ursache, spürst du vermutlich einen unangenehmen Druck hinter dem Ohr und auf der Nase.

Eine rutschende Brille ist übrigens nicht nur störend, sondern kann sich auch negativ auf das Sehen auswirken, denn bei der sogenannten Brillenglaszentrierung wird sichergestellt, dass die Brillengläser deine Sehschwäche am zentralen Durchblickpunkt optimal korrigieren. Schon wenn sich dieser Punkt minimal verschiebt, ist deine Sehleistung eingeschränkt, was sich durch Beschwerden wie Kopfschmerzen oder müde Augen äußern kann.

Um zu verhindern, dass deine Brille rutscht, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Brillenbügel anpassen lassen
  • Nasenpads austauschen (rutschfeste Materialien wählen)
  • Anti-Rutsch-Überzüge für die Enden der Brillenbügel
  • Brillenband bei sportlichen Aktivitäten

Brille selber richten oder zum Optiker gehen?

Willst du deine Brille richtig einstellen lassen, suchst du am besten ein Optikergeschäft auf. Das Fachpersonal dort kann nicht nur den richtigen Sitz deiner Brille überprüfen, sondern auch sachgemäß und mit wenigen Handgriffen die Brillenbügel anpassen und die Nasenpads deiner Brille richtig einstellen.

Mit dem nötigen Werkzeug könntest du deine Brille zwar selber richten, doch das solltest du wirklich nur bei kleineren Mängeln, wie zum Beispiel einer lockeren Schraube am Scharnier, tun. Bei größeren Reparaturen besteht die Gefahr, dass du die empfindlichen Materialien beschädigst oder die Brille nicht optimal einstellst. Das kann schwerwiegende Folgen haben, weil bei einer Brille der richtige Sitz nicht nur für den Tragekomfort, sondern auch für die Korrekturleistung entscheidend ist.

 

 

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