Sehtest für Kontaktlinsen

 

Wünschst du dir Kontaktlinsen, ist ein Sehtest nötig – auch, wenn du schon eine Brille trägst. Damit die Linsen später einwandfrei sitzen, führt der Optiker zusätzlich zur Sehstärkenbestimmung weitere Messungen durch. Dazu zählen Hornhaut-, Pupillen- und Irismessung.

 

Ein Sehtest für Kontaktlinsen beinhaltet spezielle Tests und Messungen, die nicht in den routinemäßigen Sehtests für Brillen enthalten sind. Wenn also neben einer Brille auch Kontaktlinsen gewünscht sind, solltest du das deinem Optiker bereits bei der Terminvereinbarung mitteilen, damit genügend Zeit für die Tests eingeplant werden kann.

Während des Sehtests für Kontaktlinsen wird die Sehschärfe anhand einer Augenuntersuchung getestet. Anhand dieser ermittelt der Optiker, welche Kontaktlinsen zur Korrektur deiner Fehlsichtigkeit erforderlich sind. Fragen dazu, ob du deine Augenfarbe mit farbigen Kontaktlinsen ändern möchtest, die Linsen täglich oder nur manchmal tragen willst, deine Augen stark schminkst oder Allergien hast, helfen der Fachkraft außerdem, genau zu bestimmen, welche Linsenart in Frage kommen.

Im Sehtest für Kontaktlinsen wird die richtige Linsenart bestimmt

Grundsätzlich besteht die Wahl zwischen Monatslinsen, die mehrere Wochen lang getragen werden können, und Tageslinsen, die am Abend entsorgt werden. Zusätzlich sind die Kontaktlinsen als gasdurchlässige (auch als RPG oder harte Kontaktlinsen bezeichnet) oder weiche Kontaktlinsen bestellbar: Hier bestimmt vor allem die Art der Fehlsichtigkeit, ob harte oder weiche Linsen in Frage kommen.

Im Rahmen des Sehtests für Kontaktlinsen wird außerdem noch bestimmt, ob eventuell eine Altersweitsichtigkeit vorliegt. Diese altersbedingte Fehlsichtigkeit kann ab dem 40. Lebensjahr auftreten und erschwert es, nahe Objekte oder Texte scharf zu sehen. Um gleichzeitig mit deiner Sehschwäche auch eine mögliche Alterssichtigkeit zu korrigieren, kommen eventuell multifokale oder bifokale Kontaktlinsen in Frage. Unter Umständen sind auch Monovisionskontaktlinsen möglich, bei der ein Auge auf das Sehen in der Ferne, das andere auf die Nähe korrigiert wird und so die Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird.

Nach dem Kontaktlinsen-Sehtest bekommst du Probelinsen, mit denen das Einsetzen und Herausnehmen geübt und das Tragegefühl getestet werden kann. Zudem erläutert der Optiker, wie die Kontaktlinsen gepflegt werden müssen. Kommst du gut zurecht, werden die Kontaktlinsen anschließend für dich angefertigt.

Diese Messungen umfasst der Sehtest für Kontaktlinsen

Um die Sehschärfe zu bestimmen, erfolgt zunächst ein objektiver Sehtest, bei dem du in ein Autorefraktometer schaust: Hier ist ein Bild zu sehen, das zunächst verschwommen und dann scharf erscheint. Währenddessen misst das Gerät mithilfe von Infrarotstrahlen vollautomatisch deine Sehfähigkeit.

Anschließend folgt der subjektive Sehtest, bei dem Zahlen und Buchstaben vorgelesen werden müssen, die in immer kleiner werdenden Zeilen angeordnet sind. Mit dem Phoropter hält dir der Optiker unterschiedliche Gläser vor die Augen. Dabei fragt er dich, welche Zahlen und Buchstaben du erkennst und kann so bestimmen, in welcher Sehstärke die Kontaktlinsen angefertigt werden sollten. Falls du schon Kontaktlinsen trägst, ist es wichtig, diese mindestens 12 Stunden vor dem Sehtest herauszunehmen.

Hornhautmessung beim Kontaktlinsen-Sehtest

So wie auch nicht alle dieselbe Schuhgröße haben, so ist auch eine Kontaktlinsengröße nicht für jeden geeignet. Wenn die Krümmung einer Kontaktlinse zu flach oder zu steil für die Augenform ist, fühlt sich das unangenehm an oder schädigt das Auge sogar. Deshalb werden beim Sehtest für Kontaktlinsen noch weitere Messungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Kontaktlinsen bequem getragen werden können.

Um die Krümmung der klaren Vorderfläche (Hornhaut) deines Auges zu messen, wird das sogenannte Keratometer verwendet. Dieses analysiert Lichtreflexionen auf der Hornhaut und bestimmt die Krümmung der Augenoberfläche. So kann die exakte Kurve und Größe für die Kontaktlinsen ausgewählt werden.

Da das Keratometer jedoch nur einen begrenzten Abschnitt der Hornhaut misst, können beim Kontaktlinsen-Sehtest zusätzliche computergestützte Messungen mit einem Hornhauttopografen durchgeführt werden, die die Lichtreflektionen deines Auges erfassen. Sie liefern äußerst präzise Details über die Oberflächeneigenschaften der gesamten Hornhaut. Zusätzlich können die Messungen des Hornhauttopografen mit Wellenfrontmessungen kombiniert werden: Diese identifizieren winzige Unregelmäßigkeiten der Hornhaut wie etwa einen Astigmatismus. In diesem Fall können torische oder weiche Kontaktlinsen die richtige Wahl sein.

Pupillen- und Irismessung

Die Größe der Pupille kann während des Sehtests für Kontaktlinsen ebenfalls gemessen werden. Dazu hält der Optiker ein spezielles Lineal seitlich an die Augen und vergleicht deine Pupillen mit Abbildungen verschiedener Pupillengrößen auf dem Lineal. Hierzu gibt es auch automatisierte Instrumente zur Messung der Pupillengröße: Sie sind in der Lage, äußerst präzise Messungen durchzuführen und gleichzeitig den horizontalen und vertikalen Durchmesser der Pupille zu bestimmen.

Auf ähnliche Weise wird der Durchmesser des farbigen Teils der Augen (Iris) gemessen. So kann die richtige Größe der Kontaktlinsen bestimmt werden. Das ist besonders wichtig, wenn du dich für farbige Kontaktlinsen interessierst.

Auswertung des Tränenfilms

Kontaktlinsen-Sehtests können auch eine Tränenfilmbewertung beinhalten. Hierzu ermittelt der Optiker, inwiefern der Tränenfilm für die ausreichende Befeuchtung der Augen sorgt, denn nur so lassen sich die Kontaktlinsen später angenehm tragen. Wenn du unter trockenen Augen leidest, musst du deshalb möglicherweise sogar auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten. Bei leichter Trockenheit der Augen können spezielle Kontaktlinsen für trockene Augen zum Einsatz kommen.

Bewertung der Augenoberfläche und des Kontaktlinsenanbaus

Um festzustellen, ob sich die Beschaffenheit deiner Augen für das Tragen von Kontaktlinsen eignet bzw. das bisherige Tragen der Linsen deinen Augen nicht geschadet hat, kann der Optiker den Zustand der Hornhaut mit einem Biomikroskop beurteilen. Dieses Instrument bietet eine stark vergrößerte Ansicht der Hornhaut im vorderen Augenbereich.

Das Gerät wird außerdem auch zur Beurteilung des Sitzes einer Probe-Kontaktlinse verwendet, da der Optiker so die Ausrichtung und Bewegung der Linse beobachten kann, während sie auf der Augenoberfläche aufliegt. Mithilfe eines speziellen Farbstoffs, der auf die Oberfläche der Augen aufgetragen wird, kann der Optiker erkennen, ob die Kontaktlinsen die Augen reizen oder übermäßig austrocknen.

Nach dem ersten Kontaktlinsen-Sehtest erfolgt in der Regel ein Termin zur Nachkontrolle, um sicherzustellen, dass die Linsen weiterhin gut passen. Anschließend kannst du deine Kontaktlinsen jederzeit eigenständig nachkaufen.

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