Wie werden Kontaktlinsen hergestellt?

 

Für die Herstellung von Kontaktlinsen kommen verschiedene Verfahren in Frage. Die Hauptbestandteile jeder Linse sind ein spezieller Kunststoff und Wasser. Die Sehstärke wird erst in die fertige Kontaktlinse eingearbeitet. Zudem ist es möglich, verschiedene Farben und Muster aufzudrucken.

 

Kontaktlinsen sind eine praktische Alternative zur Brille, auf die viele Menschen gern zurückgreifen. Doch wie werden Kontaktlinsen eigentlich hergestellt? Aus welchem Material bestehen sie? Und wie werden Besonderheiten deiner Augen im Produktionsprozess berücksichtigt?

Seit den ersten Herstellungsversuchen in den 1880er Jahren hat sich die Kontaktlinse stetig weiterentwickelt. Die moderne Version sitzt komfortabel, ist über lange Zeiträume tragbar und lässt sich individuell an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Dank verschiedener Produktionsverfahren ist heute eine große Vielfalt an Kontaktlinsenvarianten möglich.

Woraus bestehen Kontaktlinsen?

Die allerersten Kontaktlinsen bestanden noch aus Acryl- oder Plexiglas. Da diese Materialien nicht sauerstoffdurchlässig sind, konnten sie nur für kurze Zeit getragen werden. Heute kommen andere Kunststoffe zum Einsatz, die mit unterschiedlich hohen Anteilen Wasser vermischt werden. Je nach Linsenart sind das 40–80 %. Zur Herstellung formstabiler Kontaktlinsen werden sauerstoffdurchlässige Polymere verwendet. Weiche Kontaktlinsen bestehen aus Hydrogel oder Silikonhydrogel. Dieses Material basiert auf Kunststoffen wie Ocufilcon oder Omafilcon. Es macht die Linsen luftdurchlässig und zugleich flexibel, sodass sie sich gut an das Auge anpassen.

Kontaktlinsen in der Produktion – so funktioniert’s

Zur Herstellung von Kontaktlinsen stehen drei verschiedene Verfahren zur Verfügung:

  • Formguss: Der Kunststoff wird flüssig oder als Granulat in eine Kontaktlinsenform gegeben. Anschließend wird die Linse durch Druck und Hitze fertig gepresst. Das Verfahren ist schnell und günstig. Zahlreiche gleiche Linsen lassen sich damit auf einen Schlag herstellen – hauptsächlich für den Tages- oder Monatsgebrauch.
  • Schleuderguss: Auch hierbei wird flüssiger Kunststoff in eine Form gegossen. Diese rotiert jedoch um sich selbst und verteilt das Material somit gleichmäßig. UV-Strahlung härtet die Linse bis zum gewünschten Stabilitätsgrad. Der Vorteil gegenüber dem Formguss ist eine glattere Oberfläche. Auch im Schleudergussverfahren kann eine große Zahl gleicher Kontaktlinsen kostengünstig hergestellt werden.
  • Drehverfahren: Kontaktlinsenrohlinge werden auf eine Halterung gesteckt, die sich dreht. Die weitere Bearbeitung erfolgt mithilfe von Diamantschleifwerkzeugen. In diesem aufwendigen Verfahren können individuelle Sonderlinsen hergestellt werden, die beispielsweise bei einer Hornhautverkrümmung erforderlich sind. Auch für die Produktion von Jahreslinsen kommt es zum Einsatz.

Der Feinschliff – Sehstärke, Färbung und Verpackung

Die Sehstärke wird erst nach der Produktion der Kontaktlinse an sich eingebracht – mit speziellem Mikrowerkzeug. Auch dezente Farbtönungen oder auffällige Muster lassen sich nun aufdrucken. Dazu kommt der Dreifarbdrucker zum Einsatz. Je besser die Materialqualität ist, desto schöner kommen die Farben zur Geltung. Abschließend werden die fertigen Kontaktlinsen in Kunststoffbehälter mit einer Salzlösung gelegt und erhalten dann ihre Umverpackung.