Eingewöhnungszeiten bei Brillen und Kontaktlinsen

 

Beim erstmaligen Tragen oder bei der Anpassung einer Sehhilfe kann es während der Eingewöhnungszeit zu leichten Beschwerden kommen. Diese halten in der Regel bei Brillen oder Kontaktlinsen zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen an.

 

Wenn du zum ersten Mal eine Sehhilfe bekommst oder deine Korrekturwerte sich stark verändert haben, musst du für das Tragen deiner Brille oder Kontaktlinsen eine gewisse Eingewöhnungsphase einplanen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Je nach Art deiner Sehhilfe sollten anfängliche Beschwerden innerhalb kurzer Zeit verschwinden. Hier findest du eine ungefähre Orientierung zu möglichen Eingewöhnungszeiten.

Kontaktlinsen – Eingewöhnung bei weichen und harten Linsen

Die Eingewöhnung bei Kontaktlinsen dauert in der Regel bei weichen Kontaktlinsen nur wenige Stunden, zumindest was das Fremdkörpergefühl angeht. Die Linsen sind sehr elastisch und passen sich an die Hornhaut an, sodass sie bereits nach kurzer Zeit nicht mehr spürbar sind. Harte (auch „formstabile“) Kontaktlinsen hingegen schwimmen auf dem Tränenfilm. Du spürst sie daher am Anfang wahrscheinlich bei jedem Lidschlag, was etwas unangenehm sein kann. Bei harten Kontaktlinsen ist die Eingewöhnungszeit daher meist länger und kann mehrere Tage, aber auch einige Wochen dauern.

Bei beiden Arten von Linsen können in der Anfangszeit Schwindelgefühle auftreten. Auch diese sind normal: Das Gehirn muss sich erst daran gewöhnen, dass du wieder schärfer sehen kannst. Wenn du zuvor eine Brille getragen hast und nun auf Kontaktlinsen umsteigst, siehst du die Bilder jetzt nicht mehr verkleinert (bei Kurzsichtigkeit) oder vergrößert (bei Weitsichtigkeit), sondern in der tatsächlichen Größe . Auch diese Umstellung kann dein Sehzentrum nicht sofort verarbeiten.

Eine besondere Herausforderung können bi- oder multifokale Kontaktlinsen darstellen, da es beim Übergang von einem Sehbereich der Linse zum anderen zu Bildsprüngen kommen kann. Daher kann die Eingewöhnungszeit bei diesen Kontaktlinsen länger andauern.

Wann solltest du während der Eingewöhnung zum Arzt gehen?

Dauert deine Eingewöhnung außergewöhnlich lange, solltest du deinen Arzt oder Optiker um Rat fragen. Auch folgende Symptome deuten darauf hin, dass deine Kontaktlinsen nicht bestmöglich angepasst sind:

  • trockene, müde Augen
  • Rötungen
  • Schmerzen oder langanhaltendes Fremdkörpergefühl

Brille – Eingewöhnung bei unterschiedlichen Brillenarten

Auch beim erstmaligen Tragen oder beim Einsetzen neuer Gläser in deine Brille ist eine Eingewöhnungszeit normal. Während dieser Zeit siehst du eventuell verzerrt oder verschwommen. Auch der Rand der Fassung ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit wirst du ihn jedoch kaum noch wahrnehmen.

Die Eingewöhnung bei einer Brille dauert in der Regel nur wenige Stunden bis ein paar Tage. Handelt es sich jedoch um eine Bifokal- oder Gleitsichtbrille, kann die Eingewöhnungszeit auch mehrere Wochen betragen. Gleiches gilt, wenn bei dir mehrere Fehlsichtigkeiten zugleich korrigiert werden (beispielsweise eine Weitsichtigkeit in Kombination mit einer Hornhautverkrümmung) oder wenn deine Dioptrien-Werte sehr hoch sind.

Dennoch solltest du versuchen, deine Brille in der Eingewöhnungszeit möglichst kontinuierlich zu tragen. Lediglich in potenziell gefährlichen Situationen – wie beim Autofahren, Treppensteigen oder beim Sport – ist es sinnvoll, auf die Brille zu verzichten, bis die Eingewöhnung abgeschlossen ist.

Wann solltest du während der Eingewöhnung mit Brille zum Arzt gehen?

Auch hier gilt: Dauert die Eingewöhnung ungewöhnlich lange, wende dich an deinen Augenarzt oder Optiker. Die folgenden Symptome deuten darauf hin, dass deine Brille nicht richtig angepasst wurde und dass hier noch einmal nachgebessert werden muss:

  • anhaltend verzerrte Sicht
  • Kopfschmerzen, starke Schwindelgefühle
  • drückende Bügel
  • rutschende Brille

In aller Regel kannst du jedoch schon nach kurzer Zeit deine neue Sehhilfe ohne jegliche Beschwerden nutzen.