High-Index-Gläser – dünne Brillengläser bei starker Kurz- oder Weitsichtigkeit

 

Dank der permanenten Verbesserung von Brillenglasmaterialien können dünne Brillengläser auch bei starker Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit eingesetzt werden. Diese sogenannten High-Index-Brillengläser haben einen höheren Brechungswert und können auch bei geringer Materialstärke Fehlsichtigkeiten mit hohen Dioptrienwerten ausgleichen.

 

Zur Korrektur stark ausgeprägter Fehlsichtigkeiten wurden vor der Entwicklung von technisch hochwertigen Brillengläser sehr dicke Gläser benötigt. Der Grund dafür ist der Brechungsindex des Materials, der angibt, wie stark das einfallende Licht vom Brillenglas gebrochen wird. Der Brechungsindex der damals verwendeten Gläser war gering, so dass die nötige Korrekturstärke bei hohen Dioptrienzahlen nur durch eine hohe Materialstärke erreicht werden konnte. So entstanden die vielbelächelten „Aschenbecher-Gläser“.

Dank der Entwicklung sogenannter High-Index-Brillengläser geht es inzwischen auch anders. Sie sind nämlich durch einen besonders hohen Brechungsindex gekennzeichnet und korrigieren deshalb bei herkömmlicher Materialstärke auch Kurz- oder Weitsichtigkeit mit hohen Dioptrienwerten. Hier erfährst du, warum das so ist, und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Brillenglasmaterialien haben.

Warum sind High-Index-Gläser hochbrechend?

Der hohe Brechungsindex der High-Index-Brillengläser basiert auf deren Materialeigenschaften. Hierbei machen es sich die Hersteller zunutze, dass der molekulare Aufbau Einfluss auf die Brechungseigenschaft hat: Je dichter das Material, desto höher der Brechungsindex. Dank moderner Herstellungsverfahren lässt sich der Brechungsindex nicht nur bei Brillengläsern aus organischem Glas (sogenannten Kunststoffgläsern), sondern auch bei den altbekannten mineralischen Gläsern verändern. So können aus sämtlichen Materialien dünne Brillengläser für hohe Dioptrien angefertigt werden.

Zur Orientierung: Herkömmliche Brillengläser haben einen Brechungsindex von 1,5. Als High-Index-Gläser werden alle Brillengläser bezeichnet, die einen Brechungsindex von mindestens 1,6 aufweisen. Der Maximalwert von Kunststoffgläsern liegt bei 1,74, der von mineralischen Gläsern bei 1,9. Aus diesem Grund sind mineralische Gläser deutlich dünner als Kunststoffgläser, wenn sie die gleiche Dioptrienzahl korrigieren. Es ist allerdings zu bedenken, dass das Material aufgrund der höheren Dichte dementsprechend wesentlich schwerer ist als die Kunststoffvarianten.

Warum sind dünne Brillengläser bei starker Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit von Vorteil?

Herkömmliche Brillengläser mit einem niedrigeren Brechungsindex (z.B. 1,5), die eine starke Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigieren, lassen die Augen des Brillenträgers für das Gegenüber, je nach Fehlsichtigkeit, sehr viel größer oder kleiner erscheinen, als diese in Wahrheit sind. Zur Korrektur einer Weitsichtigkeit werden beispielsweise Gläser mit einer höheren Mittendicke verwendet (Plusgläser); durch diese wirken die Augen vergrößert. Dieser Effekt verstärkt sich bei Zunahme der Dioptrienwerte. Böse Zungen sprechen vom „Glubschaugen- oder Lupen-Effekt“.

Bei einer Kurzsichtigkeit ist das Gegenteil der Fall. Durch die Minusgläser, die immer zum Rand die dickste Stelle aufzeigen, wirken die Augen deutlich kleiner. Dies wird von vielen Betroffenen als unangenehmes kosmetisches Problem empfunden. Bei High-Index-Brillengläsern mit höherem Brechungsindex erscheinen die Augen weniger stark vergrößert oder verkleinert.

Außerdem: Aufgrund der Dicke herkömmlicher Brillengläser zur Korrektur starker Kurz- und Weitsichtigkeit ist die Wahl der Brillenfassung mitunter eingeschränkt. So lassen sich etwa rahmenlose und Halbrahmenbrillen nur bedingt mit dickeren Gläsern kombinieren. Auch auf zierliche Brillengestelle muss meistens verzichtet werden. Wenn dünne Brillengläser bei starker Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit eingesetzt werden, ist die Auswahl an passenden Brillenfassungen dementsprechend größer.

Nicht zuletzt beeinflusst auch das Material den Tragekomfort einer Brille. Da mineralische Brillengläser schwerer sind als Gläser aus Kunststoff, können sie ab einer gewissen Stärke unangenehme Druckstellen auf dem Nasenrücken verursachen. Hier lohnt es sich, gemeinsam mit einem Optiker nach der besten Lösung für deine Korrekturwerte zu suchen.

Hier siehst du die Vorteile von High-Index-Brillengläsern auf einen Blick:

  • Je höher der Brechungsindex ist, umso schlanker und leichter wird das Brillenglas.
  • Das Auge erscheint dem Gegenüber nicht so stark vergrößert bzw. verkleinert.
  • Die Wahl der Brillenfassung ist weniger stark eingeschränkt.
  • Aufgrund des geringeren Gewichts ist der Tragekomfort höher.

High-Index-Brillengläser bei Brille24

Bei Brille24 hast du die Möglichkeit, aus Kunststoffgläsern mit vier verschiedenen Brechungsindizes zu wählen. Neben den Standardgläsern mit einem Brechungsindex von 1,50, die sich für Stärken bis +/- 2,0 Dioptrien eignen, findest du dünne, sehr dünne und extra-dünne High-Index-Gläser:

  • Dünne Qualitätsgläser: Mit einem Brechungsindex von 1,60 sind sie bis zu 20 Prozent dünner als Standardgläser. Sie eignen sich bei Sehstärken bis +/- 3,75 Dioptrien.
  • Sehr dünne Qualitätsgläser: Sie sind durch einen Brechungsindex von 1,67 gekennzeichnet und bis zu 30 Prozent dünner als herkömmliche Kunststoffgläser. Sie eignen sich bei Glasstärken von +/- 4,00 bis +/- 6,0 Dioptrien.
  • Extra-dünne Qualitätsgläser: Mit einem Brechungsindex von 1,74 sind es die dünnsten bei Brille24 erhältlichen Gläser. Sie sind bis zu 40 Prozent dünner als herkömmliche Brillengläser und eignen sich bei Glasstärken ab +/- 6,25 Dioptrien.

 

Nach der Eingabe deiner Sehwerte erscheint unmittelbar unsere Empfehlung für den geeigneten Glas-Index. Wähle den gewünschten Wert einfach aus und lege die Brille in den Warenkorb.