Meine Brille ist kaputt gegangen – was soll ich tun?

 

Geht eine Brille kaputt, ist dies immer ärgerlich. Zugleich stellt sich die Frage, ob und in welcher Höhe die entstandenen Kosten von der Versicherung übernommen werden. Entscheidend ist neben dem Unfallhergang, wo und durch wen der Brillenschaden verursacht worden ist.

 

Ob infolge eines Sturzes oder durch versehentliches Draufsetzen – es kann sehr schnell gehen, dass eine Brille kaputt geht. Auch wenn der Ärger über die Beschädigung der Brille zunächst groß ist, solltest du nicht vergessen, deine Versicherung schnellstmöglich über den Unfall in Kenntnis zu setzen. Es ist ratsam, zu warten, bis die Kostenübernahme geklärt ist, bevor du deine defekte Brille zur Reparatur bringst. Da die Versicherung nur exakt die Kosten des Schadens übernimmt, der entstanden ist, könnten dir sonst hohe Mehrkosten entstehen.

Welche Versicherung zahlt bei einer kaputten Brille?

Für die Frage, welche Versicherung die Kosten einer kaputten Brille trägt, ist zunächst der Schadenshergang entscheidend. Wenn die Brille, als sie kaputt gegangen ist, getragen wurde oder an einem geschützten Ort (z. B. in einem Brillenetui) abgelegt worden ist, kommt die Versicherung in der Regel für den Schaden auf. Sie übernimmt die Kosten hingegen nicht, wenn die Brille sich zum Zeitpunkt des Unfalls an einem Ort befunden hat, an dem sie einem erhöhten Beschädigungsrisiko ausgesetzt war, wie einem Sofa, einem Stuhl oder einer Werkbank.

Folgende Versicherungen haften bei einer kaputten Brille:

  • die Haftpflichtversicherung der Person, die den Schaden verursacht hat
  • die Brillenversicherung des Besitzers der kaputten Brille

 

Die Hausratversicherung kommt lediglich für solche Brillenschäden auf, die in Folge von Brand, Blitzschlag, Leitungswasser, Hagel, Sturm oder Einbruchdiebstahl entstanden sind. Hat die Brille sich also beispielsweise im Haus befunden, während dieses abgebrannt ist, greift die Hausratversicherung. Bei einem Brillendiebstahl außerhalb der Wohnung würde sie nicht in Kraft treten.

Wer zahlt die kaputte Brille? – drei Fallbeispiele

Ob und in welcher Höhe die Kosten für eine kaputte Brille von der Versicherung übernommen werden, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist unter anderem, wie, wo und durch wen die Brille zu Bruch gegangen ist. Im Folgenden wird anhand dreier häufig auftretender Szenarien erklärt, wer jeweils die Kosten zu tragen hat.

Fall Eins: Die Brille geht beim Fußballspielen zu Bruch

Wird die Brille während des Fußballspielens durch einen Dritten beschädigt, kommt die Haftpflichtversicherung des Schadensverursachers für die Kosten auf. Bist du selbst für den Schaden verantwortlich, musst du auch die kaputte Brille bezahlen; es sei denn, du hast eine spezielle Brillenversicherung abgeschlossen.

 

Fall Zwei: Die Brille wird auf der Arbeit beschädigt

Wird die Brille bei einem Arbeitsunfall beschädigt, trägt die gesetzliche Unfallkasse die vollen Kosten. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass du die Brille zum Zeitpunkt der Beschädigung getragen hast. Wird die Brille mutwillig beschädigt oder geht verloren, werden die Kosten von der Unfallkasse nicht übernommen. Sofern ein klarer Schuldiger, beispielsweise ein Arbeitskollege, benannt werden kann, greift, wie auch im privaten Bereich, dessen Haftpflichtversicherung. Wird die Brille auf dem direkten Arbeits- bzw. Heimweg beschädigt, ist sie wiederum durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

 

Fall Drei: Die Brille geht im Kindergarten kaputt

Kinder sind deliktunfähig und können daher nicht haftbar gemacht werden. Wenn also beispielsweise die Brille deines Kindes im Kindergarten durch ein anderes Kind beschädigt wird, kommt die Haftpflichtversicherung der Eltern nicht für den Schaden auf. Dasselbe gilt, wenn dein eigenes Kind deine Brille kaputt macht. Da die Haftpflichtversicherung Schäden, die Familienmitglieder sich untereinander zufügen, generell nicht übernimmt, greift auch hier der Versicherungsschutz nicht.

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