Kurzsichtig oder weitsichtig? So findest du es heraus

 

Die Kurz- als auch die Weitsichtigkeit sind Fehlsichtigkeiten. Kurzsichtige Menschen sehen im Nahbereich scharf, in der Ferne jedoch verschwommen. Bei weitsichtigen Menschen ist es umgekehrt.

 

Die Kurzsichtigkeit (Fachbegriff „Myopie“) und die Weitsichtigkeit (Fachbegriff „Hyperopie“) gehören zu den sogenannten Fehlsichtigkeiten. Mehr als die Hälfte der Deutschen sind von einer der beiden Fehlsichtigkeiten betroffen. Hier erfährst du, woran du diese Fehlsichtigkeiten erkennst und wie du herausfindest, ob du von einer Kurz- oder einer Weitsichtigkeit betroffen bist.

Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit sind häufig vom Alter abhängig

Ein erstes Kriterium dafür, ob du weitsichtig oder kurzsichtig bist, kann dein Alter sein: In Europa sind fast die Hälfte aller Menschen im Alter von 25 bis 30 Jahren kurzsichtig (myop, 20.06.2020). Häufig zeigt sich auch schon bei Kindern im Alter von 10 bis 12 Jahren eine Kurzsichtigkeit. Im Gegensatz dazu sind von einer Weitsichtigkeit nur etwa 6 % dieser Altersgruppe betroffen. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Verhältnis jedoch: In der Altersgruppe 65–69 Jahre sind nur noch rund 15 % kurzsichtig, weitsichtig hingegen sind rund 30 % der Menschen zwischen 55 und 59 Jahren. Diese Zahl liegt vor allem in der Häufung der Altersweitsichtigkeit bei der Altersgruppe begründet. Die Altersweitsichtigkeit wird jedoch nicht zu den klassischen Fehlsichtigkeiten gezählt, sondern ist eine natürliche Alterungserscheinung: Sie ist auf eine Ermüdung der Augenlinse zurückzuführen und tritt meist ab dem 40. Lebensjahr auf.

Die grundlegende Ursache dafür, dass du kurzsichtig oder weitsichtig bist, ist, dass die einfallenden Lichtstrahlen nicht mehr direkt auf deiner Netzhaut gebündelt werden. Dafür gibt es zwei hauptsächliche mögliche Gründe:

  • Der Augapfel ist zu lang oder zu kurz ausgeformt.
  • Die Brechkraft der Linse ist zu stark oder zu schwach.

Bin ich kurz- oder weitsichtig? Sehen in der Nähe und in der Ferne

Wer kurzsichtig ist, hat Schwierigkeiten, in der Ferne scharf zu sehen. Das Lesen oder das Betrachten eines Bildschirms in der Nähe fällt jedoch leicht. Im Gegensatz dazu sehen Weitsichtige in der Ferne scharf, aber in der Nähe verschwommen und haben daher häufig Probleme beim Lesen von beispielsweise Büchern oder Straßenkarten. In welcher Entfernung du besser bzw. schlechter sehen kannst, kann dir einen ersten Hinweis darauf geben, ob du weit- oder kurzsichtig bist.

Mit einem Sehtest kannst du Gewissheit darüber erlangen, ob du kurz- oder weitsichtig bist. Möglicherweise hast du ihn diesem Zusammenhang auch schon mal von „Plus-Dioptrien“ oder „Minus-Dioptrien“ gehört. Die Dioptrie ist eine Maßeinheit für die Brechkraft und wird genutzt, um eine passende Sehhilfe zur Korrektur deiner Kurz- oder Weitsichtigkeit anzufertigen. Negative Dioptrien (-) weisen auf eine Kurzsichtigkeit hin, positive Dioptrien-Werte (+) auf eine Weitsichtigkeit.

Welche Sehhilfe brauchst du, wenn du kurz- oder weitsichtig bist?

Solange du „nur“ entweder kurzsichtig oder weitsichtig bist, genügt zur Korrektur deiner Fehlsichtigkeit eine einfache Einstärkenbrille (bzw. entsprechende Kontaktlinsen). Nur wenn mehrere Fehlsichtigkeiten zugleich auftreten, benötigst du eine komplexere Sehhilfe. Beim Auftreten einer Fehlsichtigkeit in Verbindung mit einer Altersweitsichtigkeit kann diese nicht mehr mit einer Einstärkenbrille korrigiert werden. Du brauchst dann eine spezielle Sehhilfe, zum Beispiel eine Gleitsichtbrille oder Multifokallinsen.

Kann man kurz- und weitsichtig sein?

Es ist möglich, dass eine Kurz- und eine Weitsichtigkeit zusammen auftreten und beide Augen unterschiedlich davon betroffen sind. Durch eine Sehstärkenmessung beim Optiker oder Augenarzt kann dies jedoch schnell erkannt und aufgenommen werden.

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