Braucht mein Kind eine Brille?

Was Eltern beachten sollten

 

Es gibt bestimmte Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ein Kind eine Brille benötigt. Wir beantworten alle wichtigen Fragen von Eltern - von der Früherkennung, über den Augenarztbesuch bis hin zum Brillenkauf.

 

 

Heutzutage benötigt jedes fünfte Schulkind eine Brille. Dabei ist es wichtig, dass die Fehlsichtigkeit frühzeitig erkannt wird und dem Kind das Sehen so leicht wie möglich gemacht wird. Wenn ein Sehtest beim Augenarzt ergibt, dass dein Kind schon im Kleinkindalter eine Brille benötigt, ist dein Umgang damit entscheidend. Wenn du ihm zeigst, dass es toll ist, eine Brille zu tragen, wird es sich viel besser damit fühlen und merken, dass das Leben dadurch einfacher ist. Und zum Glück gibt es heute so hübsche Brillengestelle für Kleinkinder, dass es sogar Spaß machen kann, gemeinsam eine schöne Brille auszusuchen.

Hier erfährst du, wie du eine Fehlsichtigkeit bei deinem Kind erkennen kannst und was du bei der Wahl von Brillen für Babys oder Kleinkinder beachten musst.

Wie erkenne ich, dass mein Kleinkind eine Brille benötigt?

Als Erwachsener kann man selbst beurteilen, ob mit seiner Sehkraft alles in Ordnung ist. Kindern fällt dies deutlich schwerer. Häufig können sie selbst nicht einschätzen, dass ihre Sehkraft schwächer ist – schließlich kennen sie es nicht anders. Deshalb solltest du die folgenden Warnzeichen kennen, damit du deinem Kind helfen kannst:

  • Kopfschmerzen
  • Ermüdung und Konzentrationsstörung
  • Reiben und Zusammenkneifen der Augen
  • Lichtempfindlichkeit und Sehschwierigkeiten in der Dämmerung
  • Schielen
  • Balancestörungen

Ein eindeutiges Ergebnis liefert aber nur der Besuch beim Augenarzt, weswegen regelmäßige Untersuchungen in den ersten Lebensjahren auch ohne Verdacht auf eine Sehschwäche empfohlen werden. Je früher eine Fehlsichtigkeit erkannt wird, umso besser kann sie korrigiert werden.

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, eine Brille wäre für Kleinkinder nicht sinnvoll, weil sie die Augen „faul“ macht und verhindert, dass sich die Sehkraft normal entwickelt. Im Gegenteil – es ist sogar möglich, dass dein Kind später ohne Sehhilfe lebt, denn die Augen brauchen ungefähr bis zum 7. Lebensjahr, um das „richtige“ Sehen zu erlernen. In dieser Zeit unterstützt die Brille bei einem Kleinkind die gesunde Entwicklung und Funktion der Augen.

Was ist beim Kauf von Brillen für Kleinkinder zu beachten?

Brillen für Babys oder Kleinkinder müssen anderen Anforderungen genügen als Erwachsenenbrillen. Das wichtigste ist, dass sie die Kleinen in ihrem aktiven Leben unterstützen, anstatt sie einzuschränken. Die geeignete Brille für ein Kleinkind ist leicht, flexibel und robust gefertigt. Dein Kind kann sie den ganzen Tag tragen, ohne das unangenehme Druckstellen entstehen, und du musst dir keine Sorgen machen, dass beim Toben etwas zerbricht.

Als Brillengestelle für Kleinkinder eignen sich Modelle aus Kunststoff oder Metall besonders gut, da sie sowohl leicht als auch stabil sind. Die Brille sollte nicht breiter als das Gesicht sein, nicht auf den Wangenknochen aufliegen und keinen Druck ausüben. Eine kleine Brille ist selbstverständlich leichter, allerdings sollten die Gläser bis zu den Augenbrauen reichen, damit dein Kind beim Spielen nicht daran vorbeischauen kann. Bruchbeständige Kunststoffgläser verringern das Verletzungsrisiko und können mit einer zusätzlichen Extra-Härtung vor Kratzern geschützt werden.

Die Bügel sollten für einen optimalen Halt verlängert sein und bis hinter die Ohrmuschel reichen, damit die Brille nicht einfach verrutschen kann. Bei Kleinkindern empfehlen wir ein Gummiband anstelle von Bügeln, damit sich das Kind uneingeschränkt bewegen kann. Als Nasensteg eignet sich ein großer Sattelsteg aus Silikon am besten, da er den Druck gleichmäßig verteilt und keine unbequemen Druckstellen hinterlässt.

Übrigens werden bei einer Brille für Kleinkinder die Kosten teilweise von der Krankenkasse übernommen. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt von Materialien und Ausführung des Brillengestells und der Gläser und nicht zuletzt auch von deiner Krankenkasse ab. Informiere dich am besten vorher, welche Leistungen erstattet werden.

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Wie kann ich mein Kleinkind an die Brille gewöhnen?

Abgesehen von den technischen Spezifikationen solltest du deinem Kind die Entscheidung für eine Brillenfassung überlassen, denn die Auswahl der Brille ist schon für 2-Jährige ein wichtiges Ereignis. Außerdem hilft es dabei, dass sich dein Kleinkind mit der Brille nicht unwohl fühlt, sondern sie eher als persönliches Merkmal akzeptiert.

Selbst wenn dein Kind seine Brille schick findet, wird es sie nicht immer gerne tragen. Besonders am Anfang ist das Gefühl noch sehr ungewohnt und kann nach einiger Weile richtig stören. Plane deshalb einige Wochen ein, in denen sich dein Kleinkind an die Brille gewöhnen kann. So könnt ihr damit beginnen, dass dein Kind die Brille nur eine Stunde trägt und die Dauer dann langsam steigern. Strategien wie das Basteln von Brillen für Kuscheltiere oder Puppen oder die Abmachung, dass auch du in der Zeit eine Brille trägst, können dabei helfen. Übe dabei nicht zu viel Druck aus, denn das Ziel ist es, dass das Kind seine Brille ganz selbstverständlich trägt und nicht als Belastung oder Strafe empfindet.

Wie oft sollte ich mit meinem Kind zum Augenarzt?

Generell gilt, dass beim Kinderarzt elf Voruntersuchungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden. Spätestens zwischen dem 30. Und dem 42. Lebensmonat sollte das Kind jedoch einem Augenarzt vorgestellt werden, denn der Kinderarzt hat nur begrenzte Möglichkeiten, um Sehschwächen zu erkennen. Wenn bei den Eltern oder den Geschwistern Augenerkrankungen oder Sehschwächen vorkommen, sollte der erste Termin beim Augenarzt bereits zwischen dem 6. Und 12. Lebensmonat erfolgen.

Wenn dein Kleinkind bereits eine Brille trägt, wird mindestens einmal im Jahr eine Untersuchung empfohlen. Falls dein Kind über Sehprobleme klagt oder die oben beschriebenen Symptome nach einer Weile wieder auftreten, solltest du jedoch nicht so lange warten.

Unabhängig davon, ob dein Kind bereits eine Brille trägt oder nicht, sollte in jedem Fall vor der Einschulung ein Sehtest gemacht werden, um den Schulstart zu erleichtern.