Dioptrien – Maßeinheit für die Brechkraft

 

Die Dioptrie ist eine Maßeinheit in der Augenoptik und gibt an, wie stark ein Brillenglas das Licht bricht. Diese Lichtbrechung soll deine Fehlsichtigkeit korrigieren und bestimmt somit die Stärke deiner Brillengläser.

 

Auf deinem Brillenpass (oder auf deiner Brillenverordnung) findest du den „SPH“-Wert. „SPH“ steht für „Sphäre“ und der Wert gibt an, wie das Brillenglas gefertigt sein muss, um die Fehlsichtigkeit deines Auges zu korrigieren. Gemessen wird diese Angabe für die Rubrik „SPH“ in Dioptrien (dpt), und zwar mit einem Pluszeichen (+) bei Weitsichtigkeit (Dioptrien im positiven Bereich) oder einem Minuszeichen (-) bei Kurzsichtigkeit (Dioptrien im negativen Bereich).

Was bedeutet „Dioptrien“?

Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet etwa „das Hindurchsehen“. Umgangssprachlich hast du vielleicht Sätze gehört wie: „Ich habe auf dem linken Auge -2 Dioptrien.“ Diese Erklärung ist jedoch nicht ganz korrekt, denn die fachliche Definition der Dioptrie lautet: „Maßeinheit für die Brechkraft“ (einer Linse). Die Dioptrie ist also eine Einheit wie beispielsweise auch Meter oder Gramm.

Messung von Dioptrien: Der Sphären-Wert für Brille und Kontaktlinsen

Für die Herstellung von Kontaktlinsen oder einer Brille werden Dioptrien in der Regel in Viertelstufen gemessen, also beispielsweise 1,00 dpt, 1,25 dpt, 1,50 dpt etc. Liegt eine solche Fehlsichtigkeit bei dir nicht vor, findest du stattdessen die Angabe „plan“. Dies entspricht einem Dioptrien-Wert von 0,00 dpt. Das Auge ist „rechtsichtig“.

Übrigens: Für Kontaktlinsen sind die Dioptrien-Werte ab einer bestimmten Stärke anders als für Brillen. Verlasse dich beim Wechsel von Brille zu Kontaktlinsen (oder umgekehrt) also nicht auf die Dioptrien im Brillenpass, sondern bitte deinen Augenarzt oder Optiker, die Dioptrien neu zu bestimmen. Das gilt insbesondere für Kontaktlinsen ab +/-4,00 dpt.

Was ist eine Fehlsichtigkeit?

Bei einer Rechtsichtigkeit (Fachbegriff: Emmetropie) treffen Lichtstrahlen auf die Linse eines Auges und werden so gebrochen, dass sie genau auf der Netzhaut im hinteren Teil des Augapfels zusammentreffen. So entsteht ein klares, scharfes Bild. Diese Rechtsichtigkeit stellt den Idealzustand des Sehens dar.

Tatsächlich ist die Beschaffenheit des Augapfels jedoch individuell. Besonders häufig ist er entweder länglich ausgeformt oder verkürzt . In beiden Fällen treffen die Lichtstrahlen nicht mehr genau auf der Netzhaut zusammen. Das Bild wird dann unscharf. Je nachdem, in welchem Bereich diese Unschärfe auftritt, wird die Fehlsichtigkeit (Fachbegriff: Ametropie) „Kurzsichtigkeit“ oder „Weitsichtigkeit“ genannt. .

Die Kurzsichtigkeit (Myopie)

Ist der Augapfel länglich verformt, so treffen die Lichtstrahlen, die von der Linse des Auges gebündelt werden, noch vor der Netzhaut zusammen. Menschen, die von Kurzsichtigkeit betroffen sind, können daher nur auf eine begrenzte Distanz noch scharf sehen. Beträgt diese Distanz einen Meter, so liegt der SPH-Wert bei -1,00 dpt. Bei einer Distanz von 50 cm beträgt der SPH-Wert -2,00 dpt, bei 25 cm bereits -4,00 dpt. Deine Brille bekommt wegen des negativen Vorzeichens sogenannte „Minusgläser“.

Die Kurzsichtigkeit kann auch andere Ursachen haben. Eine große Rolle spielt dabei die Brechkraft der Linse im Auge. Ist diese beeinträchtigt, werden die Lichtstrahlen nicht angemessen gebündelt, sodass auch in diesem Fall ein unscharfes Bild entsteht. Bis zu einem Wert von -6,00 dpt gilt die Kurzsichtigkeit als eine Anomalie, aber nicht als eine krankhafte Veränderung. .

Die Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei einer Weitsichtigkeit ist der Augapfel häufig verkürzt. Die einfallenden Lichtstrahlen würden so an einem Punkt zusammentreffen, der jenseits der Netzhaut liegt. Direkt auf der Netzhaut treffen sie gefächert auf und ergeben so ein verschwommenes Bild. Weitsichtige Menschen können in der Ferne scharf sehen, jedoch nicht auf kurze Distanzen wie beispielsweise beim Lesen.

Auch die Weitsichtigkeit kann das Ergebnis einer beeinträchtigten Brechkraft der Augenlinse sein. Genau diese Brechkraft stellt ein Brillenglas wieder her. Bist du weitsichtig, sind die Dioptrien-Werte in deiner Verordnung positiv, z. B. +2,00 dpt. Deine Brille bekommt dann sogenannte „Plusgläser“.

So wird die Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert

Ob die Fehlsichtigkeit nun von der Form des Augapfels oder von der Brechkraft der Augenlinse verursacht wird: In beiden Fällen werden die Lichtstrahlen nicht an der korrekten Stelle gebündelt, sodass auf der Netzhaut ein unscharfes Bild entsteht.

Ein Brillenglas in der richtigen Stärke und Fertigung unterstützt die korrekte Lichtbrechung. So treffen die Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut zusammen und du kannst im Rahmen deiner individuellen Sehleistung wieder schärfer sehen.