Was ist Amblyopie (Schwachsichtigkeit)?

 

Bei einer Amblyopie ist die Entwicklung der Sehkraft gestört. Die sogenannte Schwachsichtigkeit tritt bereits im Säuglings- und Kleinkindalter auf und kann eines oder beide Augen betreffen. Mit Augenpflastern, speziellen Übungen oder einer Operation kann Amblyopie gut behandelt werden.

 

Bei einem trägen Auge ist die Entwicklung der Sehkraft gestört. Das Auge kann selbst mit Korrekturhilfen wie einer Brille oder Kontaktlinsen keine normale Sehstärke erlangen. Schwachsichtigkeit tritt  typischerweise im Säuglingsalter und in den ersten Lebensjahren auf. In den meisten Fällen ist nur ein Auge betroffen, doch manchmal kann die Amblyopie auch bei beiden Augen auftreten.

Wenn das träge Auge früh entdeckt und entsprechend behandelt wird, kann eine dauerhafte Sehschwäche verhindert werden. Unbehandelt droht bei Amblyopie jedoch der Verlust der Sehkraft auf dem betroffenen Auge.

Amblyopie – Symptome und Anzeichen

Da Amblyopie typischerweise im Säuglingsalter auftritt, sind die Symptome manchmal schwer zu erkennen. Eine typische Ursache für Schwachsichtigkeit ist eine Fehlstellung der Augen – der sogenannte Strabismus (Schielen).

Sobald du feststellst, dass dein Kind schielt oder eine andere, deutlich sichtbare Fehlstellung der Augen hat, solltest du einen Termin bei einem Augenarzt (der im Optimalfall auf Kinder spezialisiert ist) vereinbaren.

Amblyopie-Screening

Die Früherkennung von Sehschwächen bei Kindern ist enorm wichtig, um eine normale Entwicklung des Sehvermögens zu gewährleisten.

Seit 2008 gibt es für gesetzlich krankenversicherte Kinder eine zusätzliche Früherkennungsuntersuchung, die 7Ua. Diese ergänzt die weiteren Vorsorgeuntersuchungen („U-Untersuchungen“) im Kindesalter und richtet sich an knapp dreijährige Kleinkinder (34. Bis 36. Lebensmonat). Sie dient dazu, dass eine sogenannte Schwachsichtigkeit frühzeitig erkannt werden kann.

Bereits bei Babys können bestimmte Risikofaktoren für eine Amblyopie ausgeschlossen werden. Hier gibt es ein Amblyopie-Screening für Babys ab dem 6. Lebensmonat, das bereits von einigen Krankenkassen übernommen wird. Fragen dazu richten Sie am besten direkt an ihre Krankenkasse oder ihren Augen- bzw. Kinderarzt.

Was sind die Ursachen der Schwachsichtigkeit?

Es gibt drei verschiedene Typen von Amblyopie, die nach ihrer grundlegenden Ursache unterschieden werden:

  • Schielamblyopie:
    Die häufigste Ursache für Amblyopie wird durch Schielen (Strabismus) ausgelöst. Durch die Fehlstellung der Augen, schauen diese in verschiedene Richtungen und es entstehen zwei unterschiedliche Bilder, die das Gehirn nicht miteinander verschmelzen kann. Das Resultat sind Doppelbilder. Deshalb blendet das Gehirn das störende Bild, das vom schielenden Auge gesendet wird, einfach aus. Die Folge: Das schwächere Auge wird allmählich abgeschaltet – eine Amblyopie ist entstanden. Bei rund der Hälfte aller Fälle handelt es sich um eine solche Schielamblyopie.
  • Refraktionsamblyopie:
    Manchmal ist ein träges Auge das Ergebnis von sehr unterschiedlich ausgeprägten Brechungsfehlern in beiden Augen, die nichts mit der eigentlichen Augenstellung zu tun haben. Zum Beispiel kann nur ein Auge stark kurz- oder weitsichtig oder von einer Hornhautverkrümmung betroffen sein, während das andere Auge weniger stark betroffen oder sogar völlig gesund ist. In diesem Fall verlässt sich das Gehirn auf das gesunde Auge und blendet die verschwommene Sicht des anderen Auges aus. Dieses Auge entwickelt leichter eine Amblyopie, weil es „nicht gebraucht“ wird. Die Schwachsichtigkeit heißt dann Refraktionsamblyopie.

 

Die Amblyopiebehandlung bei Kindern

In erster Linie muss eine Amblyopie frühzeitig erkannt werden, da sie sich nach der Entwicklung im Teenageralter nur schwer korrigieren lässt. Sobald eine Amblyopie diagnostiziert wurde, gilt es, diese schnell zu therapieren. Insbesondere bei spät entdeckten Abmblyopien, wie kurz vor der Einschulung. In jedem Fall sollte im Vorfeld geklärt werden, ob die Amblyopie organische Ursachen wie den angeborenen Grauen Star hat oder ein über das Augenlid hängende Oberlid (Ptosis). Diese müssten mit einer Operation beseitigt werden, bevor eine Therapie begonnen werden kann.

Amblyopiebehandlung mit Brille

Durch eine Tropfuntersuchung des Augenarztes, kann dieser die Brillenwerte (Refraktion) des Kindes feststellen. Anhand dieser Werte kann nun eine passende Brille mit den geeigneten Korrekturwerten erstellt werden. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Kind die Brille während der Behandlung dauerhaft trägt, um einen schnellen Erfolg zu erzielen.

Augenpflaster (Okklusionstherapie)

Eine der meist angewandten Behandlung gegen Amblyopie ist die Klebetherapie mit Augenpflastern (Okklusion). Dabei wird das gesunde Auge mit einem Pflaster abgedeckt um das schwache Auge zum Sehen zu animieren. Diese Art der Behandlung ist für die Kleinen eine echte Herausforderung, die sich aber bei ausdauernder Konsequenz bezahlt macht.

Sollte eine Pflastertherapie nicht möglich sein, da eine Allergie vorliegt, kann alternativ das Abkleben des Brillenglases vorgenommen werden.

Die Amblyopiebehandlung bei Erwachsenen

In einigen Fällen der Refraktionsamblyopie (ein träges Auge infolge von ungleichen Brechungsfehlern), kann die normale Sehschärfe ganz einfach wieder hergestellt werden, indem die Brechungsfehler beider Augen mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Dennoch ist für eine gewisse Zeit das Abdecken des „guten“ Auges notwendig, damit das Gehirn die visuellen Informationen des trägen Auges gezwungenermaßen wahrnimmt. Erst dadurch kann sich die Sehkraft auch bei diesem Auge normal entwickeln.

Die Behandlung der Schiel- bzw. Strabismusamblyopie erfordert oftmals eine Operation, um die Augen in eine normale Stellung zu bringen. Anschließend werden ein Augenpflaster auf dem stärkeren Auge und eine Sehtherapie (bestimmte Übungen für das träge Auge) dazu eingesetzt, dass beide Augen effektiv zusammenarbeiten.