Addition: Mit einer Brille nah und fern scharf sehen

 

Addition (ADD) ergibt sich aus der Differenz zwischen deinem Sphärenwert für die Nähe und deinem Sphärenwert für die Ferne. Wenn du dich für eine Gleitsichtbrille oder Arbeitsplatzbrille interessierst, ist dieser Wert wichtig für deren Bestellung.

 

Du machst es dir mit einer Tasse Kaffee und der Zeitung am Küchentisch gemütlich. Als du die erste Seite aufschlägst, kannst du die Überschriften noch recht deutlich erkennen – den Fließtext aber leider nicht mehr so gut. Du streckst die Arme aus, um die Zeitung weiter von deinen Augen wegzuhalten. So scheint es etwas deutlicher und schärfer zu werden.

Mit der Zeit hältst du die Zeitung immer und immer weiter von dir entfernt. Das ist nicht nur unbequem, sondern wirft auch die Frage auf: Was, wenn die Arme irgendwann nicht mehr lang genug sind?

Kein Grund zur Sorge. Diese ersten Zeichen einer Altersweitsichtigkeit lassen sich gut korrigieren – selbst wenn du schon eine Kurz- oder Weitsichtigkeit aufweist. Jetzt kommt die Addition ins Spiel.

Was bedeutet Addition?

Der Additionswert spielt sowohl bei Gleitsichtbrillen als auch bei Arbeitsplatzbrillen und Lesebrillen eine Rolle. Mit Addition (ADD) ist der Nahzusatz bei einem Gleitsichtglas gemeint. Er hilft dir dabei, in der Nähe scharf zu sehen. Der ADD-Wert ist unabhängig von deiner Fehlsichtigkeit in der Ferne.

Der Additionswert ist ein positiver Dioptrien-Wert. Dieser Wert wird zu deiner bestehenden Kurz- oder Weitsichtigkeit hinzugerechnet. Gleitsichtbrillen verbinden mehrere Sehlösungen in einem Brillenglas: Du bekommst eine Korrektur für das Sehen in der Ferne, in Zwischendistanzen und in der Nähe. Das wird wichtig für dich, sobald du eine Altersweitsichtigkeit entwickelst – was genau das ist, liest du im nächsten Abschnitt.

Eine separate Lese- oder Arbeitsplatzbrille hilft dir im Gegensatz dazu, nur in einem bestimmten Bereich in der Nähe oder mittleren Distanz zu sehen – zum Beispiel, wenn du ein Buch liest oder am Bildschirm arbeitest.

Brauchst du eine Brille, bestimmt der Optiker oder Augenarzt die Stärke deiner Fehlsichtigkeit. Der Additionswert wird zusätzlich auf deine bestehende Weit- oder Kurzsichtigkeit gerechnet.

Die Differenz zwischen dem Fern- und dem Lesewert (Nahwert) gibt die Höhe der Addition an. Wenn dein Fernwert beispielsweise +3,00 dpt und der Nahwert +4,00 dpt beträgt, so entspricht die Differenz dem Additionswert. In diesem Fall also +1,00.

 

In deinem Brillenpass stehen alle wichtigen Werte für deine Sehhilfe – auch der Additionswert, wenn er ermittelt wurde. Du findest ihn unter dem Punkt „ADD“ häufig neben deinen Werten für SPHÄRE, ZYLINDER und ACHSE.

Altersweitsichtigkeit: Die Leistung der Augen nimmt im Alter ab

Je älter du wirst, desto größer wird in der Regel der Additionswert, weil die Akkommodationsfähigkeit der Augen mit dem Alter nachlässt. Sie können sich nicht mehr so leicht anpassen wie früher, weil die Augenlinse ihre Elastizität verliert. Deswegen wird der Nahzusatz bei einer Augenüberprüfung (Refraktion) meist ab einem Alter von Anfang oder Mitte 40 gemessen.

Vielleicht hast du schon mal etwas von Altersweitsichtigkeit gehört. Experten nutzen dafür den Fachbegriff Presbyopie. Diese Fehlsichtigkeit im Alter ist keine Krankheit, sondern ein normaler altersbedingter Funktionsverlust.

Der Verlust hat zur Folge, dass der maximale Nahpunkt, also der Punkt, an dem du gerade noch scharf sehen kannst, immer weiter in die Ferne rückt. Das merkst du dann zum Beispiel beim Zeitunglesen, wenn deine Arme das Papier immer weiter entfernt halten müssen, damit du die Buchstaben noch scharf entziffern kannst.

Trotz Altersweitsichtigkeit entspannt lesen

Eine Gleitsichtbrille kann also Fehlsichtigkeiten im Nah- und Fernbereich gleichzeitig korrigieren. Stell dir das wie eine Lesebrille vor, die in deine normale Brille integriert ist. Die Addition macht das möglich.

Ein Gleitsichtglas besteht aus mehreren Bereichen, die stufenlos ineinander übergehen. Im oberen Bereich des Glases befindet sich der Bereich für die Ferne, der mittlere Bereich ist für Zwischenentfernungen und die untere Zone dient als Nah- oder Lesebereich.

Die Vorteile einer Gleitsichtbrille auf einen Blick:

  • Kein Wechsel zwischen Fern- und Lesebrille ist nötig.
  • Sie ist unauffällig, was ästhetisch gewünscht sein kann.
  • Du siehst auch in Zwischendistanzen scharf.

 

Entspanntes Lesen gelingt dank Addition auch, wenn du keine Gleitsichtbrille, sondern eine Lese- oder Arbeitsplatzbrille brauchst. Wann eine Lesebrille für dich Sinn macht und wann sich eher eine Arbeitsplatzbrille lohnt, erfährst du hier. 

Hinweis: Manchmal lohnt sich zusätzlich zur Gleitsichtbrille eine separate Lesebrille; oder sogar eine Brille nur für die Ferne – zum Beispiel zum Fernsehen. Denn wenn du abends Fernsehen schaust, brauchst du den Bereich für die Nähe nicht. Wenn du ein Buch liest, brauchst du hingegen den Bereich für die Ferne nicht. Während eine Gleitsichtbrille mit verschiedenen Bereichen ideal für den Alltag ist, lohnen sich die Extrabrillen für bestimmte Situationen. Mehr dazu erfährst du in einer individuellen Beratung.

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