Aufgeklärt – was ist wirklich schlecht für die Augen?

 

Lesen im Dunkeln, dauerhaftes Fernsehen und lustiges Schielen – all das ist angeblich schlecht für die Augen. So wird es von einer Generation an die nächste weitergegeben. Doch was davon ist Mythos und was schadet den Augen wirklich?

 

„Mach das Licht an, sonst verdirbst du dir noch die Augen“, diesen Satz haben die meisten von uns schon einmal gehört, in der Regel als Kinder, wenn wir heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke lesen oder im dunklen Zimmer fernsehen wollten. Hier erfährst du, was hinter diesen und anderen Mythen um die Sehkraft steckt.

Hartnäckige Mythen rund ums Auge

Ob von Eltern, Großeltern oder in zahlreichen Zeitschriften und Fernsehsendungen – du hast bestimmt schon von vielen Seiten gehört, was du besser nicht machst, weil es deinen Augen angeblich schadet:

Lesen bei schlechtem Licht

Heimliches Lesen unter der Decke kann so schön sein. Und manchmal sitzt du vielleicht bei zunehmender Dämmerung lesend auf dem Balkon, weil die Geschichte gerade so spannend ist. Nur noch eine Seite! Spätestens, wenn deine Augen brennen, erinnerst du dich vermutlich an den gut gemeinten Hinweis, dass im Dunkeln zu lesen schlecht für die Augen ist. Darüber musst du dir aber keine ernsthaften Gedanken machen.

Tatsache ist, dass unsere Augen sich bei schlechten Lichtverhältnissen stärker anstrengen müssen. Dauert diese Anstrengung länger an, kann es zu Verspannungen, Kopfschmerzen oder brennenden Augen kommen, wirklich schädlich für die Sehkraft ist es aber nicht. Es ist natürlich trotzdem empfehlenswert, eine ausreichend starke Lichtquelle zu haben, damit du entspannt und ohne Nebenwirkungen so lange lesen kannst, wie du möchtest.

Zu nah am Fernseher sitzen

„Wenn du zu lange oder zu nah am Fernseher sitzt, bekommst du viereckige Augen.“ Auch diese Drohung hat sich zum Glück nie bewahrheitet. Eines stimmt aber: Langes Blicken auf den Fernsehbildschirm ist eine einseitige Belastung und kann unsere Augen reizen, zu Kopfschmerzen, brennenden Augen und sogar zu Übelkeit führen. Diese Beschwerden mögen der Auslöser dafür sein, dass wir denken, Fernsehen wäre schlecht für die Augen. Und es gibt mit Sicherheit gesündere Dinge, die du für deine Augen tun kannst. Bleibende Schäden an der Sehkraft verursacht der Fernsehbildschirm aber nicht – egal, in welcher Entfernung du vor dem TV-Gerät sitzt – denn es gibt keinen vorgeschriebenen Mindestabstand zwischen Fernseher und Augen.

Ertappst du dich selbst oder Andere dabei, besonders nah am Fernseher zu sitzen, kann dies aber durchaus ein Anzeichen einer bereits bestehenden Sehschwäche sein. Damit das bereits kurzsichtige Auge sich nicht so stark anstrengen muss, bewegt man sich nämlich instinktiv näher an das zu betrachtende Objekt heran. Nahe an einem Fernseher zu sitzen, ist also allenfalls ein Indiz für eine Kurzsichtigkeit, nicht deren Ursache.

Schielen

„Wenn du weiter absichtlich schielst, werden deine Augen eines Tages so stehen bleiben.“ Willentliches Schielen finden besonders Kinder lustig – Eltern und Großeltern sehen das meist ganz anders. Doch auch hier gibt es keinen Grund zur Sorge: Absichtliches Schielen führt nicht zu dauerhaftem Schielen. Strabismus, wie das chronische Schielen medizinisch genannt wird, hat ganz andere Ursachen. Nervenschäden, Infektionen, Tumore oder Hornhautverletzungen sind nur einige davon – absichtliches Schielen gehört jedenfalls nicht dazu.

Brille tragen/nicht tragen

Bei diesem Mythos scheiden sich die Geister, denn es gibt zwei Versionen. Je nachdem, welche Variante du hörst, werden die Augen schlechter, wenn man keine Brille trägt, oder werden die Augen durch eine Brille schlechter. An dieser Stelle kannst du dir vermutlich schon denken, wie viel Wahrheit in diesen Aussagen steckt. Richtig: Ob du die Sehhilfe trägst oder nicht, hat keinen Einfluss darauf, wie sich deine Sehstärke entwickelt. Zumindest, wenn du erwachsen bist.

Ein kleiner Kern Wahrheit steckt jedoch in der ersten Aussage. Im Kindes- und Jugendalter, also solange sich der Körper noch in der Entwicklung befindet, werden die Augen eventuell wirklich schlechter, wenn man keine Brille trägt. Eine Sehschwäche sollte so früh wie möglich korrigiert werden, damit sich das Sehvermögen richtig entwickeln kann. Dann besteht sogar die Chance, dass Kinder im Erwachsenenalter keine Sehhilfe mehr brauchen.

Was schadet den Augen nun wirklich?

Deine Augen sind täglich vielen Anstrengungen ausgesetzt – doch Anstrengung bedeutet noch lange keine dauerhafte Veränderung der Sehkraft. Alterserscheinungen und Erbfaktoren können deine Sehkraft mit der Zeit negativ beeinflussen, ohne dass du etwas dagegen tun kannst. Dennoch gibt es im digitalen Zeitalter einige Dinge, die tatsächlich dazu beitragen, dass immer mehr Menschen von Kurzsichtigkeit betroffen sind.

Täglich verbringen wir viele Stunden vor dem PC, anschließend starren wir aufs Smartphone und zu Hause liegt das Tablet vor uns. Insbesondere jüngere Menschen haben oft nur noch sehr wenige Stunden am Tag, in denen sie nicht auf einen Bildschirm sehen. Ähnlich wie beim Fernsehen ist es aber nicht das Bildschirmlicht oder -flimmern, das schlecht für die Augen ist. Stattdessen bewirkt das ständige Sehen auf kurze Distanz, dass unsere Augen nach und nach verlernen, auch Objekte in der Ferne zu fokussieren – die Augen werden in einem schleichenden Prozess kurzsichtig. Es ist wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahrzehnten deutlich mehr Menschen eine Brille benötigen. Erinnere dich selbst immer mal wieder daran, kurz in die Ferne zu schauen, wenn du wieder einmal viel Zeit vor dem Bildschirm verbringst. So verhinderst du, dass sich deine Augenmuskulatur auf Dauer zurückbildet. 

Trägst du bereits eine Brille und merkst, dass du nach einem Arbeitstag am Rechner unter müden, gereizten Augen leidest, können dir Brillengläser mit Digital-Relax-Beschichtung helfen. Sie filtern das Blaulicht von TV, Smartphone, PC und Tablet und verhindern damit unangenehme Kopfschmerzen, trockene Augen und vorübergehend verschwommenes Sehen.