Das Trachom (auch: „Ägyptische Körnerkrankheit“)

 

Das Trachom ist eine bakterielle Entzündung der Bindehaut, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Während des Verlaufs bilden sich Lymphknötchen am Augenlid, die vernarben und das Lid nach innen wenden. So reizen die Wimpern die Hornhaut und schädigen das Sehvermögen.

 

Das Trachom ist eine bakterielle Entzündung der Bindehaut, die zur Erblindung führen kann, wenn sie nicht behandelt wird. Der Begriff „Trachom“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „raues Auge“. Er ist entstanden, weil das Trachom eine Vernarbung der Bindehaut herbeiführt, die diese rau erscheinen lässt. Das Trachom wird auch „Ägyptische Körnerkrankheit“ genannt.

Ursachen des Trachoms, Ansteckung und Verbreitung

Die Ursache des Trachoms am Auge sind die Bakterien Chlamydia trachomatis. Zur Definition werden diese in unterschiedliche sogenannte „Serotypen“ eingeteilt, von denen einige die vergleichsweise harmlose Bindehautentzündung und andere Entzündungen im Körper auslösen, während andere speziell für das Trachom verantwortlich sind.

Das Trachom kommt in Industrieländern nur sehr selten vor. Aufgrund von mangelnder Hygiene ist es jedoch in Entwicklungsländern weit verbreitet und dort die häufigste Ursache für eine Erblindung. Weltweit sind rund 500 Millionen Menschen betroffen.

Die Chlamydia trachomatis werden über die Schleimhäute (meist an Augen, Mund oder Nase) übertragen. Eine Ansteckung mit dem Trachom ist also beispielsweise über Hand-Augen-Kontakt, aber auch über die gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Augen-Make-up etc. möglich. Gerade in Entwicklungsländern wird die Krankheit auch über Fliegen übertragen.

Wie äußert sich das Trachom? – Symptome und Verlauf

Die meisten Menschen erkranken bereits im Alter zwischen drei und sechs Jahren am Trachom, wobei auch meist beide Augen betroffen sind. Erwachsene haben eine stärker ausgeprägte Immunabwehr und sind daher weniger anfällig für die Infektion.

Die anfänglichen Symptome des Trachoms am Auge ähneln denen einer Bindehautentzündung : Tränende Augen, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit. Jedoch bilden sich anschließend an der Bindehaut des Oberlids kleine Lymphknötchen, die gelblichweiß sind und aussehen, als befänden sich dort kleine Körnchen – daher der Name „Ägyptische Körnerkrankheit“.

Wenn das Trachom unbehandelt bleibt, platzen die Knötchen mit der Zeit auf und bilden Narbengewebe. Zusätzlich kann das Oberlid anschwellen und herabhängen. Schließlich zieht das Narbengewebe sich immer weiter zusammen, sodass sich das Oberlid nach innen wölbt. Dadurch beginnen die Wimpern, auf der Hornhaut zu scheuern. Diese trägt Verletzungen davon, und so führt das Trachom letztendlich zu Sehstörungen und – unbehandelt – zur Erblindung.

Behandlung des Trachoms

Zur Behandlung des Trachoms werden Antibiotika eingesetzt, je nach Schwere lokal am Auge und/oder systemisch im gesamten Körper. Ist das Trachom weit fortgeschritten, wird mitunter eine Operation notwendig, die das vernarbte Lid korrigiert. Gegebenenfalls muss sogar die bereits geschädigte Hornhaut ersetzt werden.

Bei rechtzeitiger Therapie ist das Trachom gut heilbar. Zur Vorbeugung ist es vor allem wichtig, auf gute Hygiene zu achten, um so eine Ansteckung mit dem Trachom zu vermeiden.