Milien erkennen und loswerden

 

Milien treten oft bei Babys, aber auch bei Erwachsenen auf. Wenn die kleinen Grieskörnchen stören, kann der Haut- oder Augenarzt sie entfernen. Gefährlich sind Milien im Gesicht und an den Lidern in der Regel nicht.

 

Milien sind winzige Unebenheiten, die unter der äußeren Hautschicht des Lids, um die Augen und die Nase herum sowie auf dem Kinn oder den Wangen auftreten können. Diese meist perlweißen oder gelblichen Zysten, die manchmal als „Hautgries“ oder „Grieskörner“ bezeichnet werden, treten oft in Gruppen auf und können sich über größere Flächen des Gesichts erstrecken.

Von Milien sind vor allem Babys betroffen. Tatsächlich weist fast die Hälfte der Neugeborenen die kleinen Grieskörner auf. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können von Milien am Auge und im Gesicht betroffen sein – besonders junge Frauen. Wen die ungefährlichen Hautunebenheiten stören, kann die Milien entfernen lassen.

Welche Ursache haben Milien?

Milien entstehen, wenn tote Hautzellen oder Keratin (ein Protein, das in Haut und Haaren vorkommt) unter der Hautoberfläche eingeschlossen werden. Dann bildet sich eine kleine Erhöhung, die einem hautfarbenen Pickel ähnelt. Warum dies geschieht, ist bisher nicht vollständig geklärt. Milien unter der Haut sind jedoch nicht dasselbe wie Akne, die normalerweise durch Hormone ausgelöst wird und im Gegensatz zu Milien auch Entzündungen verursacht.

Als eine mögliche Ursache für Milien kommt Sonnenbrand in Frage, weil die Verbrennung die Haut rau und ledrig werden lässt. So ist es für tote Zellen schwieriger, zur Oberfläche der Haut aufzusteigen, wo du sie einfach abwaschen kannst. Auch eine einseitige Ernährung ist eine mögliche Ursache für Milien. Zudem bekommen Frauen im Rahmen ihres Zyklus häufig Milien. Als sekundäre Milien bezeichnet werden hingegen Grieskörnchen, die durch Hautschäden entstehen: Das können Verletzungen sein oder Schäden, die durch Medikamente oder Krankheiten verursacht werden.

Kann ich Milien selbst entfernen?

Milien sind nicht schmerzhaft, bilden keine Narben und verschwinden oft von selbst. Aus diesen Gründen ist in vielen Fällen keine Behandlung erforderlich. Bei Neugeborenen auftretende Milien lösen sich in der Regel innerhalb weniger Wochen von selbst auf.

Aus kosmetischen Gründen wollen viele Erwachsene dennoch ihre Milien loswerden. Auf keinen Fall solltest du deine Milien jedoch ausdrücken. Dadurch verletzt du nur deine Haut, sodass noch mehr Grieskörnchen auftreten können.

So lassen sich Milien im Gesicht (z. B. auf den Wangen, dem Kinn oder neben der Nase) zu Hause mit einem Lanzetten- oder Komedonen-Abzieher sicher entfernen: Das ist ein stiftförmiges Hautpflegewerkzeug, das oft eine scharfe Lanzette an einem Ende und einen abgerundeten Extraktor am anderen Ende hat. Alternativ kannst du eine spitze Nadel oder ein Milienmesser aus der Apotheke verwenden. Achte vor der Anwendung unbedingt darauf, den Komedonen-Extraktor mit Isopropylalkohol zu reinigen und zu desinfizieren, um Infektionen zu vermeiden.

Diese Methode gilt als ziemlich sicher und effektiv. Wer sich das aber nicht zutraut oder wem das nötige Equipment fehlt, sollte den Hautarzt aufsuchen. Milien am Lidrand oder unterm Auge solltest du niemals selbst entfernen. Die Verletzungsgefahr ist an diesen Stellen zu groß. Lasse die Behandlung von Milien in Augennähe daher nur von deinem Hautarzt durchführen.

Milien am Auge entfernen lassen

Milien, die unter dem Auge und an den Lidern auftreten, sind oft besonders hartnäckig. Es kann lange dauern, bis sie sich von selbst lösen. Um diese Milien loszuwerden, wendest du dich an einen Dermatologen oder einen Augenarzt, der sich auf kosmetische Augenoperationen spezialisiert hat. Diese Methoden gibt es, Milien am Auge zu entfernen:

  • Operation:
    In einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernt dein Hautarzt die Milien mithilfe eines Skalpells oder einer Lanzette. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Selbstentfernen. Wundnähte sind dabei nicht erforderlich.
  • Chemisches Peeling:
    Eine Kosmetikerin kann ein spezielles Peeling auftragen, das die Milien mechanisch entfernt.
  • Laserbehandlung:
    Mit dem Laser „verbrennt“ der Hautarzt die Milien – dabei wird aber nur die oberste Hautschicht verletzt. Anschließend bildet sich an der betroffenen Stelle Schorf, der nach kurzer Zeit abfällt, ohne Narben zu hinterlassen.
  • Kryotherapie:
    Bei der Kryotherapie werden die Grieskörner vereist, sodass das abgestorbene Gewebe nach einiger Zeit abfällt und meist narbenlos verheilt.

 

Welche Therapie in deinem Fall die sinnvollste ist, wird der Arzt oder die Kosmetikerin gemeinsam mit dir entscheiden. So bist du die Milien im Gesicht und an den Augen schnell los.