Myokymie - Muskelzucken am Augenlid

 

Myokymie ist der medizinische Begriff für Augenzucken. Im Gegensatz zum Nystagmus, der ebenfalls als Augenzucken übersetzt wird, äußert sich die Myokymie durch ein unkontrollierbares Zucken der Lidmuskulatur, während beim Nystagmus die Augen selbst zitternde Bewegungen machen. In dem meisten Fällen ist eine spontane Lidzuckung harmlos und wird von anderen nicht wahrgenommen.

 

Die meisten Zuckungen der Augenlidmuskulatur dauern nur wenige Minuten an – manchmal kann eine Lidzuckung aber auch über Tage oder länger anhalten. Solltest du an einer Lidzuckung leiden, die nicht relativ schnell verschwindet, wende dich an einen Augenarzt. In diesem Fall kann das Zucken auf eine schwerwiegende neurologische Erkrankung des Augenlids hinweisen - wie Blepharospasmus oder ein Hemifazialkrampf. Diese relativ seltenen Erkrankungen sind offensichtlicher und schwerwiegender als das häufige Augenzucken und sollten sofort von einem Augenarzt untersucht werden.

Ursachen des Augenlidzuckens

Auslöser des Augenlidzuckens sind unter anderem:

  • Stress
    Stress ist die wahrscheinlich häufigste Ursache für Augenzuckungen. Yoga, Atemübungen, Zeit mit Freunden oder Haustieren zu verbringen und mehr Pausen im Alltag einzulegen, sind Möglichkeiten, Stress abzubauen, der zu Lidzuckungen führen kann.
  • Ermüdung
    Akuter oder anhaltender Schlafmangel, sei es durch Stress oder aus anderen Gründen, kann zu Augenzuckungen führen. Das Aufholen des Schlafes und konstante Schlafenszeiten können gegen übermäßige Ermüdung helfen.
  • Überanstrengung der Augen
    Auch eine Überbelastung der Augen - insbesondere die digitale Augenbelastung durch den täglichen Gebrauch von Computern, Tablets und Smartphones - ist eine häufige Ursache für Lidzuckungen. Beachte bei der Verwendung digitaler Geräte die "20-20-20-Regel": Schaue alle 20 Minuten vom Bildschirm weg und fokussiere mit den Augen für 20 Sekunden oder länger ein Objekt, das mindestens 20 Fuß (ca. 6 Meter) weit entfernt ist. Mit dieser Methode lässt sich Augenermüdung reduzieren, die zu Augenlidzuckungen führen kann. Darüber hinaus kann eine Brille mit speziellem Blaulichtfilter die digitale Augenbelastung vermindern. Entdecke unsere Digital Relax Brillen, die die schädliche blau-violette Strahlung von Displays, das sogenannte HEV-Licht herausfiltern.
  • Koffein
    Zu viel Koffein kann ebenfalls zu Augenzuckungen führen. Wenn du von regelmäßigen Lidzuckungen betroffen bist, solltest du versuchen, deinen Kaffeekonsum zu reduzieren, indem du für ein bis zwei Wochen weniger Kaffee, Tee und alkoholfreie Getränke trinkst oder zu entkoffeinierten Versionen wechselst.
  • Alkohol
    Alkohol beeinflusst nicht nur dein Sehvermögen, sondern kann auch deine Lidmuskeln beeinträchtigen. Wenn du nach dem Trinken von Bier, Wein oder Spirituosen ein Augenzucken verspürst, solltest du versuchen, deinen Alkoholkonsum zu reduzieren.
  • Trockene Augen
    Viele Erwachsene leiden ab dem 50. Lebensjahr an trockenen Augen. Besonders betroffen von trockenen Augen sind Menschen, die häufig den Computer benutzen, bestimmte Medikamente (insbesondere Antihistaminika und einige Antidepressiva) einnehmen, Kontaktlinsen tragen und Koffein und/oder Alkohol konsumieren. Solltest du an einer Kombination aus einem zuckenden Augenlid und trockenen Augen leiden, lass deine Augen von einem Augenarzt untersuchen. Die Wiederherstellung der Feuchtigkeit auf der Augenoberfläche kann das Zucken der Augen stoppen und das Risiko eines erneuten Zuckens in der Zukunft verringern.
  • Ernährungsprobleme
    Einige Studien deuten darauf hin, dass ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, wie z.B. Magnesium, Lidmuskelzuckungen auslösen kann. Wenn du befürchtest, dass deine Ernährung nicht alle Nährstoffe liefert, die du für ein gesundes Sehvermögen benötigst, bespreche dies mit deinem Augenarzt, bevor du rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel kaufst.
  • Allergien
    Menschen mit Augenallergien können an Juckreiz, Schwellungen und tränenden Augen leiden. Das Reiben der Augen aufgrund von Allergiesymptomen setzt Histamin in das Lidgewebe und im Tränenfilm frei, was zu Augenzuckungen führen kann.

 

Manchmal können rezeptfreie Augentropfen, die zur Reduzierung von Allergiesymptomen entwickelt wurden, auch das Augenzucken lindern. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Antihistaminika in diesen Tropfen können trockene Augen verursachen. Konsultiere am besten deinen Augenarzt, um sicherzustellen, dass du die richtigen Medikamente zur Bekämpfung von Allergiesymptomen in Kombination mit Augenlidzucken einnimmst.

 

Eine weitere Maßnahme gegen das Augenzucken: Botox

In seltenen Fällen kann das Zucken der Augenlider nicht durch die oben genannten Maßnahmen gelindert werden. Anhaltende Lidzuckungen können mit Botox-Injektionen behandelt werden, um die unwillkürlichen Muskelkontraktionen im Augenlid zu stoppen, die das Zucken verursachen. Dabei wird der Botox-Wirkstoff Botulinumtoxin rund um die Augen unter die Haut gespritzt. Dieses bewirkt eine leichte Lähmung der lokalen Muskeln und verhindert somit das Zucken der Augenlider.

Wann du bei Augenzucken einen Augenarzt aufsuchen solltest

Bei anhaltendem Augenzucken, plötzlichen Veränderungen des Aussehens oder wenn beide Augenlider so fest zugedrückt sind, dass es unmöglich ist, die Augen zu öffnen, solltest du sofort einen Augenarzt aufsuchen. Dies können Anzeichen für eine schwerwiegende Augenerkrankung wie Nystagmus, Blepharospasmus oder ein Hemifazialkrampf sein.