Kataraktoperation – so wichtig ist die Erholungszeit

 

Eine Kataraktoperation ist mittlerweile ein Routineeingriff. Die vom Grauen Star getrübte Linse wird durch ein künstliches Implantat ersetzt. Nach dem Eingriff solltest du deine Augen jedoch unbedingt schonen, um Probleme zu vermeiden. Hier erhältst du hilfreiche Tipps für die Nachsorge.

 

Die Kataraktoperation, auch als Grauer-Star-Operation bekannt, ist mittlerweile ein Routineeingriff mit ausgezeichneten Chancen auf ein verbessertes Sehvermögen. Die Schonung der Augen nach der Operation ist ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses und schlussendlich auch des Behandlungserfolgs. Hältst du dich an die Anweisungen deines Augenarztes, sollte die Genesung kurz und ereignislos verlaufen – solange du gesund bist und keine anderen Augenprobleme vorliegen.

Ablauf der Katarakt-OP und das richtige Verhalten danach

Die unkomplizierte Kataraktoperation wird ambulant durchgeführt und dauert insgesamt oft nicht länger als 30 Minuten. Der Eingriff selbst ist sogar schon nach zehn Minuten vorüber. Unter einer Kurznarkose mit lokaler Betäubung wird die trübe Linse entfernt. Anschließend setzt der Augenchirurg eine klare Kunstlinse ein. Das Auge wird schließlich mit einem Salbenverband abgedeckt. Direkt nach der Kataraktoperation kannst du dich im Erholungsbereich ausruhen, bis die Sedierung nachlässt. In der Regel dauert dies etwa eine halbe bis ganze Stunde.

Da das Sehvermögen noch stark eingeschränkt ist und du dich durch die Narkosenachwirkungen etwas unsicher auf den Beinen fühlen könntest, solltest du dich nach dem Eingriff von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen. Um die Augen vor hellem Licht und Blendung zu schützen, erhältst du für den Heimweg eine Sonnenbrille. Es kann außerdem vorkommen, dass du dich nach der Operation noch mehrere Stunden lang schläfrig fühlst. Zum Ausruhen und Schlafen in der Nacht solltest du den Salbenverband noch einige Tage tragen. Abhängig von den Ratschlägen deines Katarakt-Chirurgen kannst du den Salbenverband ansonsten aber wenige Stunden nach dem Eingriff entfernen.

Wie lange dauert die Erholungszeit nach der Kataraktoperation?

Wie lange nach einer Grauer-Star-Operation die Erholungszeit dauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sei nicht beunruhigt, wenn deine Sicht am Anfang noch trüb, verschwommen oder verzerrt erscheint. Es kann einige Zeit dauern, bis sich dein Sehsystem an die Intraokularlinse anpasst, mit der die natürliche Linse deines Auges ersetzt wurde. Während dieser Anpassungsphase berichten einige Patienten sogar von einer „welligen“ oder verzerrten Sicht.

Bei den meisten Patienten stellt sich ein klares Sehvermögen innerhalb weniger Stunden nach der Kataraktoperation ein. Es kann jedoch bis zu einer oder zwei Wochen dauern, bevor du wieder scharf siehst. In der Regel werden Patienten nach einer Kataraktoperation für etwa zwei Wochen krankgeschrieben, so lange bist du also nach einer Grauer-Star-Operation mindestens arbeitsunfähig. Je nach den individuellen Voraussetzungen kann die Arbeitsunfähigkeit auch kürzer oder länger andauern.

Die Genesungszeit sollte etwa nach einem Monat abgeschlossen sein, wenn dein Auge vollständig geheilt ist. Meistens bleibt nach dem Eingriff eine geringfügige Fehlsichtigkeit zurück: Vier bis sechs Wochen nach der Kataraktoperation kannst du dir dafür eine neue Brille anpassen lassen.

Mögliche Nebenwirkungen nach einer Kataraktoperation

Häufig sind nach einer Grauer-Star-Operation gerötete oder blutunterlaufene Augen zu beobachten. Diese entwickeln sich, weil die Blutgefäße auf der weißen Oberfläche des Auges (Sklera) während der Kataraktoperation vorübergehend beschädigt wurden. Wenn die Heilung ordnungsgemäß verläuft, sollte die Rötung jedoch innerhalb weniger Tage zurückgehen.

Wurde das Betäubungsmittel durch die Haut in den unteren Teil des Auges injiziert, treten außerdem gelegentlich einige blaue Flecken auf, die einem blauen Auge ähneln. Auch diese sollten innerhalb weniger Tage abheilen.

Manchmal berichten Patienten zudem von einem trockenen Auge nach einer Kataraktoperation. Sofern nicht bereits vor der Operation Probleme mit trockenen Augen bestanden, sollte das Trockenheitsgefühl im Laufe des Heilungsprozesses nachlassen.

Grauer-Star-Operation – Nachbehandlung beim Augenchirurg

In der Regel wird für den Tag nach dem Eingriff ein Folgetermin bei dem Kataraktchirurgen vereinbart, um sicherzustellen, dass keine Komplikationen aufgetreten sind und der Heilungsprozess ordnungsgemäß verläuft. Wenn in den nächsten Tagen keine Verbesserung des verschwommenen Sehvermögens eintritt, Augenschmerzen oder andere erhebliche Beschwerden eintreten, solltest du erneut einen Arzt aufsuchen. Ansonsten ist eine regelmäßige Nachsorge beim behandelnden Augenarzt wichtig.

Den Heilungsprozess nach einer Kataraktoperation erleichtern

Typischerweise verschreibt der behandelnde Arzt nach der Grauer-Star-Operation antibiotische Augentropfen zur Vorbeugung von Infektionen sowie entzündungshemmende Augentropfen. Die Tropfen müssen mehrmals täglich für etwa eine Woche nach der Kataraktoperation angewendet werden. Je nach Zustand der Augen, können die Tropfen jedoch auch für ein paar Wochen bis zu einem Monat benötigt werden. Bei der Anwendung solltest du dich genau an die Anweisungen deines Arztes halten.

Orale Schmerzmittel können bei Bedarf ebenfalls verschrieben werden. In aller Regel ist die Einnahme dieser Medikamente jedoch nicht nötig.

Richtiges Verhalten nach der Grauer-Star-Operation – 8 Tipps

Viele Patienten berichten, dass sie sich bereits am Tag nach der Kataraktoperation wieder wohl genug fühlten, um alltägliche Dinge wie Computerarbeit, Fernsehen, Duschen oder Baden zu erledigen. Allerdings sollten in der ersten Woche nach dem Eingriff trotzdem einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, um eine Infektion zu vermeiden und Augenverletzungen während des Heilungsprozesses auszuschließen:

    • Am ersten Tag nach der Kataraktoperation sollte das Auto nicht selbst gefahren werden.
    • Um keinen zusätzlichen Druck auf das Auge auszuüben, solltest du darauf verzichten, schwere Gegenstände zu heben und auch körperlich anstrengende Aktivitäten vermeiden. Ebenso solltest du dich nach Möglichkeit nicht nach unten beugen und auch Niesen oder Erbrechen unterbinden.
    • Aufgrund der anfangs noch eingeschränkten Sicht solltest du dich vorsichtig bewegen, um nicht an Türen oder Gegenstände zu stoßen.
    • Um das Infektionsrisiko zu verringern, solltest du in der ersten Woche nicht schwimmen gehen.
    • Schütze dein Auge in den ersten Wochen nach der Operation vor Reizstoffen wie Schmutz, Staub und Wind.
    • Reibe dir nicht die Augen.

 

Für eine bestmögliche Erholungszeit nach der Grauer-Star-Operation sollten schlussendlich auch immer die Anweisungen des Arztes befolgt werden. Diese werden oft auf einem Handzettel mit nach Hause gegeben. Wenn eine Kataraktoperation für beide Augen nötig sein sollte, wird der Chirurg das zweite Auge erst dann behandeln, wenn das erste vollständig abgeheilt ist.