Blendeempfindlichkeit bei Nacht

 

Wenn du in der Dämmerung schlecht siehst, haben deine Augen womöglich eine erhöhte Blendeempfindlichkeit. Beim Autofahren wird das schnell gefährlich. Dein Augenarzt oder Optiker kann dein Dämmerungssehen überprüfen. Eine spezielle Nachtbrille hilft bei blendeempfindlichen Augen.

 

Wenn du nachts aufwachst und das Licht einschaltest, kneifst du erst einmal die Augen zusammen. Es dauert eine Weile, bis du dich an den grellen Schein der Lampe gewöhnt hast. Im Dunkeln ist die Blendeempfindlichkeit der Augen nämlich um einiges höher als am Tag. Das liegt daran, dass sich der Sehapparat bei Dämmerung in einen anderen Modus umschaltet, der auch als skotopisches Sehen bezeichnet wird. Vor allem bei Autofahrern macht sich dieser Effekt bemerkbar, wenn die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos sie auf Nachtfahrten blenden. Für Menschen mit sehr sensiblen Augen kann das schnell gefährlich werden.

Was ist skotopisches Sehen?

Als skotopisches Sehen wird das Dämmerungssehen bezeichnet, bei dem die Augen anders funktionieren als am Tag. Wenn es hell ist, sind überwiegend die Zapfen der Netzhaut für das Sehen verantwortlich. Sie reagieren auf kurz-, mittel- oder langwelliges Licht, also Blau, Grün oder Rot. So kannst du Farben erkennen und auch die Blendeempfindlichkeit ist geringer als bei Nacht. Das Sehen am Tag wird auch als photopisches Sehen bezeichnet.

Sobald es dämmert, übernehmen die Stäbchen die Führung – das ist die zweite Art von Sinneszellen in der Netzhaut. Sie sind wesentlich empfindlicher als die Zapfen und reagieren schon bei geringem Lichteinfall. So kannst du auch im Dunkeln etwas sehen. Dafür verändert sich die Farbwahrnehmung, denn die Stäbchen sind auf kurzwelliges blaues Licht mit einer Wellenlänge von maximal 500 Nanometern ausgerichtet.

Weil die Stäbchen so lichtempfindlich sind und sich nachts auch die Pupillen weiten, erscheint plötzliches künstliches Licht besonders grell. Die höhere Blendeempfindlichkeit ist wichtig, damit du bei wenig Licht dennoch Konturen erkennen kannst. Nach einigen Sekunden oder wenigen Minuten gewöhnen sich die Augen an das hellere Licht und die Zapfen sind wieder im Einsatz.

Wann tritt eine erhöhte Blendeempfindlichkeit auf?

Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich das Dämmerungssehen bei vielen Menschen. Damit einher geht oftmals auch eine höhere Blendeempfindlichkeit. Zudem dauert es länger, bis sich die Augen aus der Dunkelheit an helles Licht gewöhnen. Im Straßenverkehr ist das eine große Gefahrenquelle. Ab 50 bis 60 Jahren sollten Autofahrer ihre Nachtsichtigkeit deshalb beim Augenarzt im Rahmen einer Nyktometrie überprüfen lassen.

Schlechtes Sehen bei Dämmerung kann aber auch durch Augenkrankheiten ausgelöst werden. Neben Grünem und Grauem Star sind mögliche Ursachen zum Beispiel eine Kurzsichtigkeit, die nur bei Nacht auftritt (Nachtmyopie), oder Nachtblindheit (Nyktalopie).

Wie läuft eine Nyktometrie ab?

Eine Nyktometrie ist eine Untersuchung des Dämmerungssehens und der Blendeempfindlichkeit der Augen. Sie findet in einem dämmerig beleuchteten Raum statt. Dort sitzt du zunächst 15 bis 20 Minuten, damit deine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen können. Anschließend prüft der Augenarzt, wie gut du Konturen in verschiedenen Kontraststufen erkennen kannst. Zudem wirst du bewusst geblendet, damit der Arzt feststellen kann, wie schnell sich deine Augen dem Licht anpassen. Auch eine eventuelle Nachtkurzsichtigkeit lässt sich mit dem Nyktometriegerät überprüfen.

Was tun bei schlechter Nachtsicht?

Hast du eine normale Blendeempfindlichkeit, kannst du deine Augen beim Autofahren schon mit einfachen Mitteln vor entgegenkommenden Scheinwerfern schützen:

  • Sorge für eine saubere Frontscheibe und saubere Brillengläser, damit Schmutzpartikel das Licht nicht reflektieren können.
  • Schaue nie direkt in die Lichtquelle, sondern orientiere dich lieber am rechten Rand der Fahrbahn.
  • Lasse deine Brillengläser entspiegeln und wähle eine Sonnenbrille mit polarisierenden Gläsern.

Ist dein Dämmerungssehen alters- oder krankheitsbedingt eingeschränkt, hilft eine spezielle Nachtbrille. Sie weist eine gelbliche Tönung auf, die deine Augen schont und das Licht weniger grell erscheinen lässt. Bist du auch nachtkurzsichtig, werden die Brillengläser mit der entsprechenden Sehstärke ausgestattet.

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