Was es bei der Anwendung von Augentropfen zu beachten gilt

 

Augentropfen sind ein wirksames Medikament gegen akute Entzündungen der Augen, helfen aber auch bei alltäglichen Beschwerden wie trockenen Augen. Doch die Augentropfen müssen richtig angewendet werden, damit eine schnelle Linderung eintritt. Wir geben Tipps, wie du Augentropfen selbst verabreichen kannst.

 

Viele Erkrankungen des Auges werden mit Augentropfen behandelt – entweder, um die Ursache gezielt zu bekämpfen, wie zum Beispiel bei Grünem Star (Glaukom) und bakteriellen Infektionen, oder um unangenehme Symptome zu lindern wie bei Allergien und trockenen Augen. In vielen Fällen kann die Anwendung von Augentropfen auch das Sehvermögen erhalten und die Augen dauerhaft schützen.

Falls du verschreibungspflichtige Augentropfen benötigst, erhältst du bereits in der Augenklinik oder spätestens in der Apotheke Hinweise zur korrekten Anwendung. Etwas anders sieht es bei frei verkäuflichen Mitteln aus, die es in Drogerien und Apotheken zur Behandlung von trockenen Augen oder leichten Allergien gibt. Halte dich hier unbedingt an die Anweisungen in der Packungsbeilage und bitte im Zweifelsfall ausgebildetes Fachpersonal um Hilfe. Sie werden dir zeigen, wie du die Augentropfen selbst verabreichen kannst und dir gegebenenfalls auch bei den ersten Versuchen helfen.

Augentropfen richtig anwenden – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Diese Schritte solltest du nacheinander durchführen, wenn du dir Augentropfen selbst verabreichen willst:

1. Wasche deine Hände gründlich mit Wasser und Seife und trockne sie anschließend mit einem sauberen Handtuch ab.

2. Wenn du Kontaktlinsen trägst, lies in der Packungsbeilage nach, ob du sie ggf. vor der Anwendung der Augentropfen herausnehmen musst. Bei einigen Präparaten ist das der Fall, damit die Wirkstoffe direkt ins Auge gelangen können. Anders sieht es bei Augentropfen aus, die der Benetzung von Kontaktlinsen dienen, um trockenen Augen vorzubeugen.

3. Öffne den Verschluss des Tropfenfläschchens und überzeuge dich davon, dass die Spitze nicht beschädigt oder verschmutzt ist. Berühre die Spitze niemals, damit sie steril und keimfrei bleibt.

4. Neige nun deinen Kopf nach hinten oder lege dich auf den Rücken und fixiere einen Punkt an der Decke. Halte die Augen dabei weit geöffnet.

5. Ziehe das Unterlid mit einem Finger leicht nach unten, bis die Bindehaut sichtbar wird.

6. Nimm das Augentropfen-Fläschchen mit der Öffnung nach unten in die andere Hand. Wenn du die Hand dabei auf der Stirn ablegst, kannst du die Flasche stabil halten und besser zielen.

7. Halte die Flasche etwa einen Zentimeter vom Auge entfernt. Beachte dabei unbedingt, dass die Pipette weder Augen noch Wimpern berührt, denn dadurch könnten Bakterien und Keime in die Flüssigkeit gelangen.

8. Durch leichten Druck auf das Fläschchen gelangt ein Tropfen der Flüssigkeit aus der Pipette in das Unterlid.

9. Schließe nun die Augen und neige deinen Kopf kurz nach vorne, damit sich die Flüssigkeit auf der Augenoberfläche verteilen kann. Versuche, Blinzeln zu vermeiden, da du die Augentropfen dadurch aus dem Auge drückst, bevor sie sich verteilen konnten.

10. Falls Augentropfenflüssigkeit aus deinem Auge läuft, wische diese mit einem sauberen Tuch vorsichtig ab.

11. Wiederhole alle Schritte beim zweiten Auge, falls nötig.

12. Verschließe die Flasche fest, ohne die Spitze vorher abzuwischen – das würde die Tropfen nur verunreinigen.

13. Wasche am Schluss erneut gründlich deine Hände, um Bakterien aus dem Auge oder verschüttete Augentropfen zu entfernen.

14. Wie lange und wie oft du die Augentropfen anwenden musst, richtet sich nach deinen Beschwerden und nach der Art der Augentropfen. Halte dich bei der Anwendung immer genau an die Anweisungen deines Arztes oder der Packungsbeilage.

Die Anwendung mehrerer unterschiedlicher Augentropfen

Es kann vorkommen, dass zur Behandlung deiner Beschwerden mehr als eine Sorte Augentropfen empfohlen wird. Das ist insofern problematisch, als dass das Auge nicht allzu viel Flüssigkeit aufnehmen kann. Schnell passiert es dann, dass die Augentropfen einfach wieder aus dem Auge herauslaufen und die therapeutische Wirkung dementsprechend eingeschränkt ist.

Es ist daher ratsam, zwischen der Anwendung verschiedener Augentropfen mindestens fünf Minuten zu warten. Nach dieser Zeit ist der erste Tropfen vollständig absorbiert und das Auge ist bereit für eine zweite Dosis.

Falls es sich bei den Augentropfen um ein medizinisches Präparat und eines zur Unterstützung des Tränenfilms handelt, lautet die Empfehlung, zunächst das Medikament und etwa 10 Minuten später die Nachbenetzungsflüssigkeit anzuwenden.

Die Anwendung von Augentropfen üben

Wenn du dich sehr unsicher mit der Anwendung von Augentropfen fühlst, kannst du zunächst auch erstmal üben. Dafür benutzt du am besten sogenannte „künstliche Tränen“: Das sind Augentropfen, die gegen trockene Augen angewendet werden und die das Auge bei der Bildung eines Tränenfilms unterstützen. Kaufe ein Produkt ohne Konservierungsstoffe, so schließt du mögliche Allergien von vorneherein aus. Gleichzeitig ist es ohnehin praktisch, solche Augentropfen vorrätig zu haben, denn sie lindern müde oder brennende Augen nach langen Arbeitstagen am Computerbildschirm.

Hinweis: Produkte für leicht trockene Augen sind zum Anfang besser geeignet als Augentropfen für sehr trockene Augen. Letztere sind deutlich reichhaltiger und könnten vorübergehend deine Sicht trüben.

Eine unregelmäßige Hornhautoberfläche, die durch die Operation selbst oder durch trockene Augen nach dem Eingriff verursacht wird, führt dazu, dass die in das Auge einfallenden Lichtstrahlen streuen, anstatt richtig auf der Netzhaut gebündelt zu werden.

Falls es dir schwerfällt, die Pipette so über dem Auge zu platzieren, dass die Tropfen direkt zwischen Auge und Unterlid landen, frage Freunde, ob sie dir bei der richtigen Handhabung helfen können. Nach einigen Versuchen wirst du ein gutes Gespür dafür entwickeln, wie du Kopf und Hände platzieren musst.