Augenkrebs – Tumore im und am Auge

 

Augenkrebs tritt relativ selten auf, ist jedoch sehr gefährlich. Menschen in jedem Alter können daran erkranken, selbst Kleinkinder und Babys. Der Krebs (Tumor) kann sich in jedem Bereich des Auges entwickeln. Anfänglich haben Betroffene wenige oder keine Beschwerden und entdecken daher den Augenkrebs meist erst sehr spät.

Was ist Augenkrebs und wie erkennst du ihn?

Erwachsene erkranken am häufigsten an einem sogenannten Aderhautmelanom. Bei Kindern wird vor allem das Retinoblastom beobachtet. Auch Lidtumore kommen vor.

Das Aderhautmelanom ist die häufigste Augenkrebsform. Bei dieser Form bildet sich eine sichtbare Geschwulst auf der Aderhaut. Betroffene eines Aderhautmelanoms klagen über Sehstörungen, sehen Doppelbilder und bemerken ungewöhnliche Pigmente in ihrem Auge.

Beim Retinoblastom ist die Netzhaut betroffen. An dieser Art von Augenkrebs erkranken vor allem Kinder unter fünf Jahren. Die Tumore treten in einem oder auch in beiden Augen auf. Bemerkt wird dieser Augenkrebs dadurch, dass beim Blick ins helle Licht (Blitzlicht) nicht die bekannten „roten Augen“ sichtbar werden, sondern ein weißlich-gelblicher Fleck („Katzenauge“). Einige Betroffene schielen nach innen, haben gerötete oder entzündete Augen. Bei anderen Menschen sind weiße Flecken oder Verfärbungen auf der Regenbogenhaut (Iris) zu beobachten. Auch die Sehfähigkeit ist gefährdet.

Bei Augenkrebs am Ober- oder Unterlid handelt es sich meist um Hauttumore. Es gibt gut- und bösartige Lidtumore. Gutartige sind zum Beispiel Warzen, Fettablagerungen oder Muttermale. Zu den bösartigen gehören das Basaliom, das Spinaliom und der schwarze Hautkrebs. Diese aggressiven Formen des Hautkrebses am Lid sind meist verkrustet, leicht blutig und bilden Metastasen (Tochtertumore) in anderen Organen. Einigen Betroffenen fallen die Wimpern aus.

Wie entsteht Augenkrebs?

Das Aderhautmelanom entsteht durch die ungebremste Vermehrung von Pigmentzellen der Aderhaut. Da die Aderhaut im Auge nicht mit dem Lymphsystem in Verbindung steht, ist der Krebs vor dem Immunsystem geschützt und wächst weiter. Der Augenkrebs breitet sich über die Blutbahn aus. In der Leber bildet das Melanom häufig Tochtertumore. Ein Patient hat kaum Symptome und bemerkt daher den Augenkrebs erst spät. Aus diesem Grund kann das Aderhautmelanom sehr groß werden.

Das Retinoblastom entsteht dadurch, dass sich die Zellen auf der Netzhaut ungehindert teilen. So wächst der Tumor sehr schnell. Zuerst befällt der Augenkrebs den Glaskörper des Auges. Danach breitet er sich über den Sehnerv ins Gehirn aus.

Jede Form des Augenkrebses kann durch genetische Veranlagungen oder genetische Veränderungen entstehen. Auch eine erhöhte UV-Strahlung wird als Ursache vermutet, vor allem bei Lidtumoren.

Augenkrebs: Welche Behandlung kommt infrage?

Bei Augenkrebs muss die Behandlung so früh wie möglich erfolgen. Regelmäßige Routineuntersuchungen beim Augenarzt sind daher wichtig. Sobald Auffälligkeiten am Auge auftreten (zum Beispiel Sehstörungen), ist der Arztbesuch dringend anzuraten. Augenärzte untersuchen mit einem beleuchteten Augenspiegel (oft unter Narkose) die Augen. Mit Hilfe von Ultraschall und MRT kann die Verbreitung des Krebses in andere Organe festgestellt werden. Gelegentlich werden auch Gentests durchgeführt, um das Vererbungsrisiko zu ermitteln.

Die Heilungschancen sowie die Behandlung bei Augenkrebs hängen von der Art und der Größe des Tumors ab. Mit jedem Patienten wird ein individueller Therapieplan erstellt. Die Erhaltung des Lebens ist dabei wichtiger als die Erhaltung der Sehkraft. Gutartige Wucherungen bilden sich häufig von allein zurück. Bösartige Tumore werden bestrahlt, einige operativ entfernt. Manchmal kommt eine Chemotherapie zum Einsatz. Der Tumor kann auch vereist (Kryokoagulation) oder mit einem Laserstrahl durch Hitze zerstört werden (Laserkoagulation).