Augenallergien: Linderung bei juckenden und tränenden Augen

 

Augenallergien werden häufig von den gleichen Reizstoffen hervorgerufen, die auch das Niesen und eine laufende Nase bei saisonalen Allergikern verursachen. Diese Allergien werden oftmals auch von juckenden, tränenden, roten oder geschwollenen Augen begleitet. In einigen Fällen können Augenallergien auch bei Konjunktivitis und anderen Augeninfektionen eine Rolle spielen.

Was verursacht Augenallergien?

Rote, juckende und tränende Augen sind die charakteristischen Symptome einer Allergie. Allergene sind in der Regel harmlose Substanzen, die allerdings bei Menschen, die zu allergischen Reaktionen neigen, Probleme bereiten können. Die häufigsten Luftallergene, die Augenallergien verursachen, sind Pollen, Schimmel, Staub und Haustierhaare.

Augenallergien können auch durch Reaktionen auf bestimmte Kosmetika oder Augentropfen verursacht werden, die Konservierungsmittel enthalten. Lebensmittelallergien und allergische Reaktionen auf Bienenstiche oder andere Insektenstiche beeinträchtigen die Augen in der Regel nicht so stark wie luftgetragene Allergene. Im Gegensatz dazu treten die Symptome einer Augenmigräne nicht einseitig, sondern beidseitig auf und sind vielfältiger.

Tipps zur Linderung von Augenallergien

Um juckende und tränende Augen zu lindern, kannst du diese Ansätze befolgen:

  • Vermeide den Kontakt mit Allergenen.
    Der beste Ansatz zur Kontrolle deiner Augenallergiesymptome ist es, mögliche „Gefahrenquellen“ zu umgehen, bei denen du weißt, dass du auf sie reagieren könntest. Bleibe zum Beispiel an Tagen mit hohem Pollenflug zu oft wie möglich in Innenräumen. Falls du eine Klimaanlage besitzt, solltest du diese einschalten, um die Luft zu filtern. Trage draußen eine ergonomisch geformte Sonnenbrille, die geschlossen ist, um deine Augen vor Pollen oder Ambrosia zu schützen. Fenster solltest du beim Fahren geschlossen halten.
  • Vermeide das Tragen von Kontaktlinsen.
    Da die Oberfläche von Kontaktlinsen luftgetragene Allergene anziehen und ansammeln kann, solltest du in der Allergiezeit eine Brille anstelle von Kontaktlinsen tragen. Eine weitere Möglichkeit ist es, zu Tageslinsen zu wechseln, die du nach dem einmaligen Gebrauch entsorgst. Wenn du von einer Allergie betroffen bist, ist es häufig die beste Entscheidung, das Tragen von Kontaktlinsen ganz einzustellen – zumindest bis alle deine Allergiesymptome verschwunden sind. Auch das Tragen einer Brille mit photochromen Gläsern kann die allergische Lichtempfindlichkeit reduzieren und deine Augen vor luftgetragenen Allergenen schützen.
  • Verwende Augentropfen.
    Aufgrund der hohen Anzahl an Betroffenen, gibt es viele nicht-verschreibungspflichtige Augentropfen, die Juckreiz, Rötungen und tränende Augen lindern sollen. Bei relativen milden Symptomen einer Augenallergie können nicht-verschreibungspflichtige Augentropfen durchaus gut funktionieren. Frage deinen Augenarzt, welche Augentropfen er empfehlen würde.
  • Frage deinen Arzt nach verschreibungspflichtigen Medikamenten.
    Wenn deine Allergiesymptome relativ schwerwiegend sind oder rezeptfreie Augentropfen bei der Linderung unwirksam sind, solltest du einen Arzt aufsuchen, der dir nach einer Untersuchung ein stärkeres Medikament verschreibt.

Verschreibungspflichtige Augentropfen und Medikamente zur Linderung von Augenallergien beinhalten:

Antihistaminika

Ein Teil der natürlichen allergischen Reaktion des Körpers ist die Freisetzung von Histamin, einer Substanz, die die Blutgefäße erweitert und die Wände der Blutgefäße ungewöhnlich durchlässig macht. Symptome, die durch Histamin verursacht werden, sind eine laufende Nase und juckende, tränende Augen. Antihistaminika reduzieren allergische Reaktionen, indem sie die Bindung von Histamin an Zellen im Körper blockieren, die eine allergische Reaktion hervorrufen.

Abschwellmittel

Abschwellmittel helfen, geschwollene Nasenwege zu schrumpfen, um die Atmung zu erleichtern. Sie reduzieren auch die Größe der Blutgefäße auf der Lederhaut des Auges (Sklera), um rote Augen zu beruhigen. Es sind Kombinationsmedikamente erhältlich, die sowohl ein Antihistaminikum, als auch ein Abschwellmittel enthalten.

Mastzellenstabilisatoren

Diese Medikamente verursachen Veränderungen in histaminhaltigen Zellen, die sich in Geweben im ganzen Körper befinden, einschließlich der Bindehaut des Auges und der Augenlider. Durch diese Veränderungen werden Histamin und verwandte Mediatoren daran gehindert, allergische Reaktionen freizusetzen. Da es mehrere Wochen dauern kann, bis die volle Wirkung von Mastzellenstabilisatoren wirksam wird, sollten diese Medikamente am besten vor Beginn der Allergiezeit als Methode zur Vorbeugung oder Verringerung der Intensität zukünftiger allergischer Reaktionen eingesetzt werden.

Alternative: Immuntherapie

Wenn keine der oben genannten Maßnahmen wirksam ist, kann dich dein Arzt zu einer Immuntherapie beraten. Bei dieser Behandlung spritzt ein Allergiespezialist kleine Mengen von Allergenen, um dir zu helfen, allmählich eine Immunität aufzubauen und dadurch allergische Reaktionen zu vermindern.

 

Augenallergien Selbst-Test

Mit den folgenden Fragen kannst du herausfinden, ob die Ursache für deine Beschwerden vielleicht eine Augenallergie sein könnten. Wenn du die meisten Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, hast du vielleicht eine Augenallergie. Vereinbare einen Termin bei einem Augenarzt, um die beste Vorgehensweise zu bestimmen.

  • Gibt es Allergien in deiner Familie?
  • Jucken deine Augen oft, besonders während der Pollenflugzeit im Frühjahr?
  • Wurde bei dir jemals eine Bindehautentzündung diagnostiziert?
  • Bist du gegen bestimmte Tiere, wie z.B. Katzen, allergisch?
  • Benötigst du häufig Antihistaminika und/oder Abschwellmittel, um Niesen, Husten und Stauungen zu kontrollieren?
  • Sind deine Augen in der Pollenzeit weniger rot und juckend, wenn du dich im Haus unter einer Klimaanlage aufhältst?
  • Beginnen deine Augen zu tränen, wenn du bestimmte Kosmetika oder Lotionen aufträgst oder wenn du dich in der Nähe bestimmter starker Parfüms aufhältst?

Augenallergien und Kontaktlinsen

Wer Kontaktlinsen trägt, ist häufig von Beschwerden während der Allergie-Saison betroffen. Dies veranlasst die Träger zu der Frage, ob sie allergisch auf Kontaktlinsen reagieren. Das Problem einer Kontaktlinsenallergie kann sich einstellen, wenn eine Person nach dem erfolgreichen Tragen von weichen Standardkontaktlinsen (Hydrogel) zu Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen wechselt und allergieähnliche Symptome bemerkt.

Studien haben gezeigt, dass der Verursacher von Augenallergien im Zusammenhang mit dem Tragen von Kontaktlinsen nicht eine allergische Reaktion auf die Kontaktlinse selbst ist, sondern auf Substanzen, die sich auf der Oberfläche der Linsen ansammeln. Bei einem Wechsel von normalen weichen Kontaktlinsen zu Silikon-Hydrogel-Linsen können die Oberfläche und die chemischen Eigenschaften des Linsenmaterials Ablagerungen leichter anziehen als das bisherige Linsenmaterial, was zu Beschwerden führen kann.

Viele Augenärzte empfehlen daher, dass Menschen die zu Augenallergien neigen, Tageslinsen tragen sollten, die nach dem einmaligen Gebrauch entsorgt werden. Dadurch wird die Ansammlung von Allergenen und anderen Ablagerungen auf der Linsenoberfläche verhindert. Dabei ist Silikon-Hydrogel oft das bevorzugte Linsenmaterial für Tageslinsen, da es im Vergleich zu herkömmlichen weichen Kontaktlinsenmaterialien deutlich mehr Sauerstoff durch die Linse hindurchlässt.