Was ist altersbedingte Makuladegeneration?

 

Je nach Krankheitstyp kann eine Makuladegeneration nur leichte Beeinträchtigungen mit sich bringen oder aber zum Verlust der Sehkraft führen. Momentan ist sie nicht heilbar, doch es gibt Methoden, um das schnelle Fortschreiten der AMD zu verlangsamen oder sogar ganz aufzuhalten.

 

 

Altersbedingte Makuladegeneration, auch bekannt als AMD, ist eine Erkrankung der Makula, dem zentralen Bereich der Netzhaut, in dem sich auch der Gelbe Fleck (der Punkt des schärfsten Sehens) befindet. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich das zentrale Blickfeld und verursacht dort sogenannte blinde Flecken. Eine Makuladegeneration tritt meistens im fortgeschrittenen Lebensalter auf und ist der Hauptgrund für eine Erblindung bei älteren Menschen.

Formen der Makuladegeneration

Es gibt zwei unterschiedliche Formen: die trockene und die feuchte Makuladegeneration. Sie werden auch als nicht-neovaskuläre und neovaskuläre Makuladegeneration bezeichnet. Neovaskulär bedeutet ganz allgemein, dass sich neue Gefäße bilden. Im Zusammenhang mit AMD beschreibt der Begriff, dass sich in der Makula neue Blutgefäße bilden, die an dieser Stelle normalerweise nicht wachsen sollten.

Trockene Makuladegeneration

Die trockene Makuladegeneration (nicht-neovaskulär) ist die häufigere Form und streng genommen ein frühes Stadium der Krankheit. Häufig entsteht sie dadurch, dass das Makula-Gewebe mit zunehmendem Alter dünner wird oder dass sich Überreste von abgestorbenem Gewebe in der Makula und um sie herum ansammeln.

Beide Ursachen führen zu einem fortschreitenden Verlust der Sehkraft. Im Normalfall ist dieser jedoch nicht annähernd so schwerwiegend wie bei der feuchten Makuladegeneration. Trotzdem kann die trockene AMD im Verlauf von mehreren Jahren langsam zum flächendeckenden Absterben der Sinneszellen auf der Netzhaut und damit schlimmstenfalls zur Erblindung führen.

Bisher kann die trockene Makuladegeneration nicht geheilt werden, doch zurzeit werden einige Behandlungsmethoden in klinischen Studien getestet. Daher ist es am besten, einer Makuladegeneration grundsätzlich vorzubeugen, indem du dich gesund ernährst, ausreichend bewegst und Sonnenbrillen trägst, die deine Augen vor gefährlicher UV- und HEV-Strahlung schützen.

Feuchte Makuladegeneration

Die feuchte Makuladegeneration (neovaskulär) bezeichnet das akute Stadium der AMD, zu dem sich etwa 10 Prozent aller trockenen AMD entwickeln. Sie führt in der Regel zu einem massiven Verlust der Sehkraft. Bei der feuchten AMD wachsen neue Blutgefäße unter der Netzhaut, wodurch sich zunächst Blut und Flüssigkeit ansammeln und später Narben bilden. Die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhaut werden beschädigt und sterben ab. So entstehen die für die feuchte AMD typischen blinden Flecken im zentralen Sichtfeld.

Die feuchte Makuladegeneration lässt sich in zwei Kategorien einteilen:

  • Okkulte Form: Das Wachstum neuer Blutgefäße unter der Netzhaut und die Flüssigkeitsansammlungen sind weniger stark ausgeprägt, wodurch geringere Beeinträchtigungen der Sehkraft verursacht werden.
  • Klassische Form: Gefäßwachstum und Vernarbungen zeigen deutlich sichtbare Umrisse unter der Netzhaut. Diese klassische Form verursacht einen schwerwiegenderen Verlust der Sehkraft.

Altersbedingte Makuladegeneration – Symptome und Anzeichen

In der Regel führt die altersbedingte Makuladegeneration zu einem langsamen, schmerzfreien Verlust der Sehkraft. In einigen seltenen Fällen kann der Sehverlust allerdings plötzlich auftreten. Erste Anzeichen für den Sehkraftverlust infolge von AMD sind schattenartige Erscheinungen im zentralen Sichtfeld oder auch ein auffällig unscharfes und verzerrtes Sehen.

Augenärzte können bei einer Untersuchung der Netzhaut erste Anzeichen für Makuladegeneration bereits feststellen, bevor die Symptome auftreten. Wenn der Verdacht einer Makuladegeneration besteht, wird deine zentrale Sicht mit einem Amsler-Gitter überprüft. Das ist ein Diagramm aus schwarzen, gitterförmig angeordneten Linien. Wenn du einige dieser Linien wellenförmig oder verschwommen mit dunklen Bereichen in der Mitte wahrnimmst, können das erste Anzeichen für eine AMD-Erkrankung sein.

Um eine endgültige Diagnose stellen zu können, führt dein Augenarzt vermutlich eine Fluoreszenzangiografie durch, bei der die Blutgefäße der Netzhaut um die Makula herum genauer untersucht werden.

Makuladegeneration – Ursachen und Risikofaktoren

Obwohl eine Makuladegeneration in erster Linie mit dem Alter zusammenhängt, legen Studienergebnisse nahe, dass bis zu einem gewissen Grad auch genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum AMD größtenteils bei weißen Menschen auftritt und überdurchschnittlich viele Frauen davon betroffen sind. Zudem belegen verschiedene Studien, dass auffällig viele AMD-Patienten bestimmte Gendefekte aufweisen.

Unabhängig von der genetischen Veranlagung, kann der Ausbruch der AMD durch ungesunde Lebensgewohnheiten beschleunigt werden. Besonders Raucher und Übergewichtige sind gefährdet. Insgesamt lassen sich folgende Risikofaktoren festlegen:

  • Alter:Die Gefahr, an AMD zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter.
  • Übergewicht und Bewegungsmangel: Im Vergleich zu Normalgewichtigen haben übergewichtige AMD-Patienten ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an einem fortgeschrittenen Stadium der AMD zu erkranken. Das Risiko sinkt durch regelmäßige Bewegung.
  • Vererbung: Aktuelle Studien haben gezeigt, dass bei einem Großteil der Menschen mit AMD bestimmte Gendefekte nachgewiesen werden können.
  • Bluthochdruck: Medizinische Studien lassen auf einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Makuladegeneration schließen.
  • Rauchen: Eine britische Studie hat ergeben, dass etwa 25 Prozent der AMD-Patienten mit schweren Verlusten der Sehkraft Raucher sind. Zudem verdoppelt sich das Risiko einer Erkrankung sogar bei Nichtrauchern, die in einem Raucherhaushalt leben. Damit gehört Rauchen zu den Hauptrisikofaktoren.
  • Helle Augenfarbe: Zunächst wurde nur beobachtet, dass AMD wesentlich häufiger bei Menschen mit heller Haut- und Augenfarbe auftreten. Daraufhin entwickelten einige Forscher die Theorie, dass die zusätzlichen Pigmente in dunklen Augen das Risiko einer AMD-Erkrankung infolge von Sonnenstrahlung verringern. Der endgültige Nachweis durch eine umfassende Studie steht allerdings noch aus.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Einige Fälle von Makuladegeneration lassen sich auf die Nebenwirkungen von toxischen Medikamenten wie zum Beispiel Chloroquin oder Phenothiazin zurückführen, die zur Malariaprophylaxe eingesetzt werden.

Die Bewertung dieser Risikofaktoren fällt allerdings sehr unterschiedlich aus, je nachdem, welche Studien dazu herangezogen wird. Die einzigen Faktoren, die übereinstimmend identifiziert wurden, sind das Lebensalter und der Nikotinkonsum.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bisher kann die Makuladegeneration nicht vollständig geheilt werden. Es gibt allerdings einige Methoden, die ein Fortschreiten verzögern oder sogar die Sehkraft wieder etwas verbessern können. Welche Methode wirksam ist, hängt davon ab, ob es sich um die trockene oder die feuchte AMD handelt.

Für die trockene AMD gibt es keine zugelassenen Medikamente. Allerdings kann eine Ernährungsumstellung dazu beitragen, dass sie sich nicht zu einer akuten feuchten AMD entwickelt. Überhaupt ist die Rolle der Ernährung nicht zu unterschätzen. Einige Studien legen nahe, dass Omega-3-Fettsäuren aus Fischprodukten und auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel das Risiko einer Erkrankung bzw. eines schweren Krankheitsverlaufs verringern können.

Bei der feuchten AMD werden Medikamente eingesetzt, die das unkontrollierte Gefäßwachstum aufhalten und dadurch das Sehvermögen wieder etwas verbessern können.

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