Situationen, die nur Brillenträger kennen

Typisch: Diese Situationen kennen nur Brillenträger

Es gibt alltägliche Situationen, die Brillenträgern hin und wieder das Leben schwer machen. Welche dazugehören und was Sie als Brillenträger dagegen unternehmen können, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Nach einer Statistik des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) trägt fast jeder vierte Deutsche über 14 Jahren dauerhaft eine Brille. Diejenigen, die dazugehören, setzen die Sehhilfe morgens nach dem Aufstehen auf und legen sie erst vor dem Schlafengehen wieder ab. In der Zeit dazwischen kommt es aber immer wieder zu Situationen, die den Alltag von Brillenträgern erschweren – die eine mehr, die andere weniger. Im Folgenden möchten wir allen Brillenträgern Tipps für diese Situationen geben und gleichzeitig denjenigen, die keine Brille tragen, den Alltag von Brillenträgern näherbringen.

Sie betreten einen Raum – die Gläser beschlagen

Sie sind im Herbst oder Winter draußen unterwegs und freuen sich auf die warme Wohnung. Kaum betreten Sie das Zimmer, beschlagen die Brillengläser, sodass Sie nichts mehr sehen. Grund dafür ist der Temperaturunterschied zwischen der kühlen Luft draußen und dem beheizten Raum. Die Luft kann nur eine bestimmte Menge an verdunstetem Wasser aufnehmen. Dabei gilt: Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Ist bei einer bestimmten Lufttemperatur die maximale Wasserdampfmenge aufgenommen, ist die Luft gesättigt. Betreten Sie nun mit stark abgekühlten Brillengläsern einen warmen Raum, kühlt sich die warme Luft um die Gläser herum schlagartig ab und kann weniger Wasserdampf binden. Das Ergebnis: Der Dampf kondensiert an den Brillengläsern.

 

Was können Sie dagegen tun?

Abhilfe schaffen Glasveredelungen in Form von Anti-Beschlagbeschichtungen. Dabei wird die Glasoberfläche mit Nanopartikeln versiegelt, welche die Tropfenbildung verhindern. In Kombination mit schmutzabweisenden (hydrophilen) Oberflächenbeschichtungen kann die Wirkung der wasserabweisenden (hydrophoben) Schicht jedoch eingeschränkt sein. Alternativ kann man Anti-Beschlagspray nutzen. Es glättet die Glasoberfläche temporär, sodass keine Wassertropfen daran haften bleiben.

Sie können beim plötzlichen Regenschauer nichts mehr sehen

Sie geraten unterwegs in einen Regenschauer und haben keinen Schirm dabei oder fahren gerade Rad? In kurzer Zeit sammeln sich die Regentropfen auf dem Glas und behindern die Sicht. Im Straßenverkehr kann das zu einem echten Risiko für Ihre und anderer Verkehrsteilnehmer Sicherheit werden.

 

Was können Sie dagegen tun?

Zwei unterschiedliche Situationen, eine Lösung: Da auch dieses Problem auf einem Zuviel an Wasser beruht, helfen auch hier Anti-Beschlagbeschichtung und Anti-Beschlagspray.

Beim Lesen eines Buches, nach einem Schulterblick beim Autofahren: Schon nach kleineren Bewegungen müssen Sie Ihre Brille wieder in die richtige Position rücken. Das ist auf Dauer nicht nur nervig, durch das Verrutschen befinden sich die Gläser auch nicht in der optimalen Position vor den Augen. Zudem können sich unangenehme Druckstellen bilden. Mögliche Ursachen: Brillenbügel oder Nasensteg sind zu kurz oder zu lang bzw. falsch eingestellt.

 

Was können Sie dagegen tun?

Liegt das Rutschen an den Brillenbügeln, empfiehlt es sich, einen Optiker zurate zu ziehen. Dieser kann die Bügellänge mit passendem Werkzeug anpassen, weitere Einstellungen verändern und abschließend den korrekten Sitz der Brille überprüfen. Ist der Nasensteg für das Rutschen verantwortlich, sind die Anpassungsmöglichkeiten stark von der Fassung abhängig. Variable Nasenpads lassen sich austauschen. Feste Nasenpads können mit nachträglich anbringbaren zusätzlichen Pads ausgestattet werden, die mehr Halt geben und den Druck mindern.

Sie möchten die Gläser putzen, haben aber kein Brillenputztuch

Staub oder kleine Flecken auf dem Brillenglas irritieren beim Sehen. Meist lassen sie sich vermeintlich schnell beseitigen, zum Beispiel mit dem T-Shirt oder Ärmel des Oberteils. Wer hat nicht schon einmal die Brille mit einem Kleidungsstück, einem Handtuch oder einem Taschentuch gereinigt, wenn kein Brillenputztuch zur Hand war? Was harmlos wirkt, kann jedoch die Brillengläser beschädigen, insbesondere Kunststoffgläser. Feinste Staub- und Schmutzpartikel auf Taschentuch, Handtuch oder Kleidung zerkratzen die Oberfläche dauerhaft und hinterlassen Schlieren. Auch von feuchten Reinigungstüchern ist abzuraten. Die Inhaltsstoffe können die Oberfläche und die Beschichtungen angreifen.

 

Was können Sie dagegen tun?

Im Idealfall haben Sie immer ein Mikrofasertuch dabei, um Ihre Brille richtig zu putzen. Auch ist eine Clean-Coat-Beschichtung eine gute Alternative zu herkömmlichen Gläsern. Durch die spezielle Oberflächenbeschichtung haften Schmutzpartikel und Staub weniger stark auf dem Glas. Bei einer solchen Beschichtung ist jedoch zu bedenken, dass sie wasserabweisende Beschichtungen beeinträchtigen kann.

Sie werden beim Fahren in der Nacht von Scheinwerfern geblendet

Beim Autofahren in der Dunkelheit werden Sie oft von den Scheinwerfern des Autos geblendet, das hinter Ihnen fährt? Das liegt daran, dass das Scheinwerferlicht Reflexionen auf der Rückseite der Gläser erzeugt. Eine solche Reflexion kann nicht nur stören, sie stellt auch eine potenzielle Gefahr im Straßenverkehr da. Reflexionen auf der Glasvorderseite sind hingegen beim Gespräch mit anderen Personen irritierend, da diese statt Ihrer Augen dann sich selbst sehen.

 

Was können Sie dagegen tun?

Um Reflexionen zu verhindern, sollten Sie entspiegelte Brillengläser wählen. Allen Autofahrern ist eine Super-Entspiegelung zu empfehlen, da diese auch Reflexionen auf der Glasinnenseite verhindert. 

Situationen, die nur Brillenträger kennen
Datum: 01. September 2017