Optische Täuschungen erklärt | Brille24

Optische Täuschungen – wie sich unsere Augen austricksen lassen

Kann man eigentlich seinen Augen trauen? Immer wieder stolpern wir über optische Illusionen, die uns an unserer Wahrnehmung zweifeln lassen. Brille24 erklärt, wie diese Täuschungen zustande kommen.

Was ist eine optische Täuschung?

Eine optische Täuschung besteht dann, wenn wir etwas wahrnehmen, das nicht mit der objektiv messbaren Realität übereinstimmt. Mit anderen Worten: Wir sehen etwas, das so gar nicht beziehungsweise in einer anderen Form existiert. Dabei können optische Täuschungen viele Formen annehmen:

  • Farbtäuschung
  • Größentäuschung
  • Bewegungsillusion
  • Perspektivische Wechselwirkung
  • Visuelle Nachwirkung
  • Phantombild
  • Unmögliche Objekte
  • Mehrdeutige Darstellungen

Wieso kommt es zu optischen Täuschungen?

Ist eine optische Täuschung schon ein Grund, zum Optiker zu gehen und sich eine Brille verschreiben zu lassen? Nein, denn optische Täuschungen sind ganz normal. Der Vorgang des Sehens ist ein Zusammenspiel von Auge und Gehirn. Optische Täuschungen sind der beste Beweis dafür. Sie bedeuten nicht, dass mit unserer Wahrnehmung etwas nicht stimmt, sondern demonstrieren sogar die Art und Weise, wie unser Sehvorgang vonstatten geht.

Ein gesundes Auge (auch mithilfe einer Brille) nimmt unsere Umgebung korrekt auf und gibt die Informationen an das Gehirn weiter. Unser Gehirn verlässt sich aber nicht nur auf diese – es gleicht sie erst mit Erfahrungswerten ab. Das Gehirn versucht allen Dingen, die das Auge registriert, eine sinnvolle Bedeutung zu geben. So wird aus dem länglichen braunen Objekt mit grünen Gegenständen am oberen Ende ein Baum. Und so wird auch aus einem unmöglichen Objekt ein mögliches, und aus einer mehrdeutigen Darstellung ist zunächst nur eine Variante erkennbar. Gleichzeitig produziert unser Gehirn Fehlinterpretationen und Wahrnehmungen von Dingen, die überhaupt nicht da sind. Häufig wird uns die optische Täuschung erst bewusst, sobald wir mehr Informationen aufgenommen haben.

Stolpern Sie also das nächste Mal über eine optische Täuschung, fragen Sie sich nicht, ob mit Ihren Augen alles in Ordnung ist, sondern staunen Sie lieber darüber, wie viel Augen und Gehirn für uns leisten.

Farbtäuschung

Wie wir eine Farbe wahrnehmen, hängt auch von der sie umgebenden Farbe ab. So kann es beispielsweise passieren, dass wir einen eigentlichen grauen Punkt auf einmal als rötlich wahrnehmen, wenn sich dieser auf einer grünen Fläche befindet.

Größentäuschung

Je nach Anordnung in einem perspektivischen Raum erscheinen uns Objekte der gleichen Größe unterschiedlich groß oder gleich lange Linien unterschiedlich lang.

Bewegungsillusion

Sicher kennen Sie die Bilder, die sich bei Betrachtung zu bewegen scheinen. Die sich bewegenden Stellen sind in der Regel diejenigen, die das Auge gerade nicht fokussiert. So scheinen sich in einem Bild auf einmal Kreise zu drehen oder der komplette Hintergrund zu bewegen.

Perspektivische Wechselwirkung

Bei einer perspektivischen Wechselwirkung erscheint ein Objekt in einem Bild einmal im Vordergrund und anschließend im Hintergrund – und umgekehrt. In der Regel kann man willentlich zwischen beiden Perspektiven hin- und herspringen.

Visuelle Nachwirkung

Für eine visuelle Nachwirkung wird zunächst ein Objekt für eine gewisse Dauer – meist eine halbe Minute – betrachtet. Wendet man anschließend den Blick auf eine helle Fläche, sieht man dort eine Abbildung des Objekts in seinen Komplementärfarben.

Phantombild

In einem Phantombild sind zwischen einzelnen Figuren Lücken gelassen oder die Figuren nicht vollständig. Anstatt diese Lücken als solche wahrzunehmen, sehen wir jedoch eine vollendete Form.

Unmögliche Objekte

Bei der Täuschung mit unmöglichen Objekten handelt es sich um die Abbildung eines Gegenstandes, der so nur zweidimensional existieren kann. Auf den ersten Blick erscheint das abgebildete Objekt ganz gewöhnlich – bei näherer Betrachtung und der dreidimensionalen Vorstellung des Objektes wird schließlich klar, dass es solch ein Objekt gar nicht geben kann. Beispiel hierfür ist das Penrose-Dreieck, auch als Tribar bekannt.

Mehrdeutige Darstellung

In einer mehrdeutigen Darstellung sind in einem einzigen Bild mehrere Bildvarianten versteckt. Sieht man beispielsweise beim ersten Hinschauen einen Hasen, schwenkt der Blick bei längerer Betrachtung – manchmal auch erst, wenn man darauf aufmerksam gemacht wurde – um zu einer Ente. Sobald man beide Varianten einmal gesehen hat, wird es unmöglich, sich nur auf eine Variante zu konzentrieren.

Optische Täuschungen erklärt | Brille24
Datum: 26. Februar 2018