Sehtest-Arten erklärt

Welche Sehtests gibt es?

Durch einen Sehtest lassen sich Veränderungen der Sehschärfe schnell feststellen. Spätestens, wenn die Sehkraft schwächer wird, sollte man daher unbedingt einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen.Durch einen Sehtest lassen sich Veränderungen der Sehschärfe schnell feststellen. Spätestens, wenn die Sehkraft schwächer wird, sollte man daher unbedingt einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen.

Das wird bei einem Sehtest geprüft

Da die Sehstärke über die Jahre oft schleichend abnimmt, ist es generell sinnvoll, regelmäßig einen Sehtest zu absolvieren – je nach Alter alle zwei bis drei Jahre, Kinder und Menschen jenseits der 60 noch häufiger. Denn vielleicht könnten Sie viel besser sehen und wissen es gar nicht. Wenn sich die Sehkraft allerdings spürbar verändert, sollte man umgehend einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen – und auch bevor man einen Führerschein macht, ist ein Sehtest obligatorisch. 

Ein umfassender Sehtest erfasst in der Regel mehrere Bereiche, die zur visuellen Wahrnehmung gehören: Neben der Sehschärfe wird häufig auch das Farbsehen überprüft sowie das Simultansehen und die Fusion beim Binokularsehen (also die Fähigkeit, die unterschiedlichen Eindrücke beider Augen zu einem Bild verschmelzen zu lassen). In einigen Fällen wird eventuell auch eine Phorieprüfung durchgeführt, bei der kontrolliert wird, ob ein verstecktes oder latentes Schielen vorliegt.

Ursachen für eine verminderte Sehschärfe gibt es viele: Sie kann sich beispielsweise aus einer Fehlsichtigkeit ergeben, die durch einen zu kurzen oder zu langen Augapfel entsteht. Aber auch Schielen oder Erkrankungen der Netzhaut können die Ursachen sein. Um zu überprüfen, wodurch genau die Sehschwäche verursacht wurde, gibt es verschiedene Arten von Sehtests. 

Sehtest mittels Sehtafel

Der Test mit einer Sehtafel, auf der Zahlen und Buchstaben unterschiedlicher Größe zu sehen sind, gehört wohl zu den bekanntesten Sehtests. Dieser Sehtest ist auch als Snellen-Sehtest bekannt – benannt nach dem niederländischen Augenarzt Hermann Snellen, der ihn entwickelt hat. Mit dem Snellen-Sehtest wird zunächst die Sehschärfe beider Augen einzeln überprüft und dann die beider Augen zusammen.

Auch beim Farbsehtest wird eine Tafel verwendet – die sogenannte Ishihara-Tafel, benannt nach dem japanischen Arzt Shinoubu Ishihara. Auf ihr sind verschiedene farbliche Anordnungen zu sehen, in denen sich Zahlen und Buchstaben verstecken. Bei einwandfreiem Farbsehen erkennt der Patient diese Zahlen und Buchstaben problemlos, da er die unterschiedlichen Farben voneinander abgrenzen kann. Kann er sie nicht erkennen, liegt eine Störung des Farbsehens vor.

Sehtest mittels Autorefraktometer – objektive Refraktion

Wenn eine Sehschwäche vorliegt, kann mittels eines Autorefraktometers die Dioptrienzahl bestimmt werden. Mit einem Autorefraktometer ermittelt der Augenarzt die objektiven Brillenwerte mittels der objektiven Refraktion – also den Brechwert, der für die Korrektur einer Fehlsichtigkeit erforderlich ist. Bei einer Normalsichtigkeit ist dieser Wert dementsprechend 0.

Bei einer Kurzsichtigkeit liegt der Brennpunkt vor der Netzhaut. Handelt es sich hingegen um eine Weitsichtigkeit, liegt er hinter der Netzhaut. Auch eine Hornhautverkrümmung kann mit einem Autorefraktometer bestimmt werden.

Da die Refraktion hierbei über eine medizinische Apparatur, also mit aller Eindeutigkeit festgestellt wird, nennt man sie auch objektive Refraktion. Zu unterscheiden ist sie von der subjektiven Refraktion, bei welcher der Arzt auf die Auskünfte der untersuchten Person angewiesen ist.

Sehtest mittels Phoropter – subjektive Refraktion

Bei einem Phoropter handelt es sich um ein Gerät zur Bestimmung der subjektiven Refraktion, also zur Bestimmung der optimalen Brillenkorrektur. Ein Phoropter ist ein Gehäuse mit zwei brillenartig angeordneten Apparaturen, bei denen auf beiden Augenseiten verschiedene Prüflinsen hintereinander angeordnet sind. Diese Linsen werden nach und nach vor das Auge des Untersuchten geschoben. Der Patient muss dann verschieden große Zeichen erkennen, die mittels eines Projektors an die Wand geworfen werden. Nun wird für jedes Auge einzeln getestet, welches jeweils das kleinste noch erkennbare Zeichen ist. Der Patient muss Auskunft geben, mit welcher Linse er die Zeichen am besten erkennen kann. Im Grunde genommen würde die Bestimmung der subjektiven Refraktion ausreichen, um eine passende Sehhilfe zu finden. Die Ergebnisse sind jedoch wesentlich exakter, wenn auch die objektive Refraktion zur Ermittlung eingesetzt wurde.

3D-Sehtest

Den 3D-Sehtest gibt es erst seit kurzer Zeit. Zur Durchführung eines 3D-Sehtests setzt der Patient eine 3D-Brille auf. Diese zeigt ihm dreidimensionale Objekte oder Landschaften. Während er diese Szenerie betrachtet, wird die Sehstärke bestimmt. Für den Patienten ist diese Messung die wohl komfortabelste, da sie sehr schnell erfolgt und hier nicht ständig das Testbild wechselt oder ein Auge abgedeckt werden muss.

Sehtests regelmäßig durchgeführen

Die Sehkraft kann mit zunehmendem Alter abnehmen, daher ist es ratsam, die Augen regelmäßig untersuchen zu lassen. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie eine Verschlechterung Ihres Sehvermögens feststellen. Ab dem 40. Lebensjahr ist es empfehlenswert, etwa alle 2 Jahre einen Sehtest durchzuführen; ab dem 65. Lebensjahr am besten jedes Jahr. Sehtests können sowohl von einem Optiker als auch von einem Augenarzt durchgeführt werden. Insbesondere Autofahrer sollten regelmäßig ihre Sehstärke überprüfen lassen. Für den Erwerb eines Führerscheins ist ein vorausgehender Sehschärfentest ohnehin Pflicht.

Bei den Führerscheinen für Berufe wie Taxifahrer, Bus- und LKW-Fahrer müssen zum normalen Sehschärfentest zusätzlich auch die Farbsichtigkeit, das Gesichtsfeld, die Augenbeweglichkeit, das räumliche Sehen, das Dämmerungssehen und die Blendungsempfindlichkeit überprüft werden. Aber auch weitere Berufsgruppen können verpflichtet sein, regelmäßige Sehtests durchzuführen – beispielsweise Piloten.

Eventuelle Sehstörungen lassen sich umso besser beheben, je schneller sie diagnostiziert und behandelt werden. Bei Kindern müssen ohnehin regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen durchgeführt werden, ein Sehtest ist Bestandteil solcher Untersuchungen.