Dioptrien: Bedeutung und Messung

Dioptrien: Was bedeutet das und wie wird der Wert ermittelt?

In der Augenoptik spielt die Einheit Dioptrie eine wichtige Rolle. Die Maßeinheit Dioptrie (dpt) beschreibt die Brechkraft eines optischen Systems. Wird sie in Zusammenhang mit Sehschwächen verwendet, gibt sie an, wie weit hinter der Augenlinse das Licht gebündelt wird. In der Augenoptik benutzt man die Einheit Dioptrien, um sowohl die Brechkraft des menschlichen Auges als auch die von Korrekturbrillen und Kontaktlinsen anzugeben. Praktisch bedeutet das: In Dioptrien wird angegeben, wie stark eine Sehhilfe das Licht brechen muss, damit die Fehlsichtigkeit des Auges korrigiert wird. Je höher die Werte sind, desto schlechter sieht die Person und desto stärker muss die jeweilige Sehhilfe die Fehlsichtigkeit korrigieren. Neben der Höhe des Dioptrien-Wertes spielt das Vorzeichen eine wichtige Rolle. Negative Dioptrien-Zahlen kennzeichnen eine Kurzsichtigkeit (Myopie), positive Werte eine Weitsichtigkeit (Hyperopie). Der Augenoptiker gibt die Werte in der Regel in Schritten von 0,25 Dioptrien an und vermerkt sie auf dem Brillen- bzw. dem Kontaktlinsenpass.

Wie viele Dioptrien hat ein normalsichtiges Auge?

Das normalsichtige menschliche Auge verfügt über eine Gesamtbrechkraft von ca. 60 Dioptrien. Etwa drei Viertel der Gesamtbrechkraft des Auges entfallen auf die Hornhaut, ein Viertel auf die Augenlinse. Der Anteil der Linse variiert jedoch, da sie im Rahmen der Akkommodation ihre Form und damit auch ihre Brechkraft verändert, um Objekte in unterschiedlichen Entfernungen scharf sehen zu können. Beim Nahsehen nimmt die Krümmung der Augenlinse und damit die Brechkraft zu; beim Schauen in die Ferne flacht die Linse ab und damit nimmt auch die Brechkraft ab. Die Veränderungen der Brechkraft während der Akkommodation werden ebenfalls in Dioptrien angegeben.

Die Brechkraft eines optischen Systems in Dioptrien berechnen

Der Wert der Brechkraft beschreibt, wie weit hinter der Linse das Licht gebündelt wird. Eine Dioptrie wird darauf basierend auch als Kehrwert der Brennweite in Metern bezeichnet. Der Kehrwert ist dabei die Zahl, mit der multipliziert werden muss, um den Wert Eins zu erhalten. Bei einem Kehrwert von 0,5 Metern würde sich so ein Wert von zwei Dioptrien ergeben.

Prinzipiell kann man mit der folgenden Formel errechnen, wie viele Dioptrien eine Korrekturbrille oder Kontaktlinsen haben müssten, um eine vorhandene Fehlsichtigkeit zu korrigieren:

Kehrwert der Entfernung (m), in der man gut sehen möchte
- Kehrwert der Entfernung (m), in der man gut sehen kann
= Brechkraft der Brille in Dioptrien

Beispiel:            

gewünschte Leseentfernung: 0,2 m = 5 dpt
- reale Leseentfernung: 0,5 m = 2 dpt
= Brechkraft der Brille = 3 dpt

Es gilt jedoch zu beachten, dass mit dieser Formel nur ungefähre Dioptrien-Werte ermittelt werden können. Die genauen Werte kann nur ein Augenarzt oder Optiker feststellen.

Wie werden Dioptrie-Werte beim Augenarzt und Optiker ermittelt?

Optiker und Augenärzte bestimmen die Brechkraft des Auges in Dioptrien mithilfe von Sehtests. Um auch bei Kindern und Analphabeten zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, wird in der Regel ein Test mit den sogenannten Landoltringen durchgeführt. Die nach dem Erfinder des Sehtests, dem Augenarzt Edmund Landolt, benannten Landoltringe sind Kreise, die an einer Stelle eine Öffnung haben. Im Rahmen des Sehtests muss der Patient auf eine Entfernung von zwei Metern erkennen, in welche Richtung die Öffnung der vor ihm abgebildeten Ringe zeigen. Die Ringe sind in der Regel unterschiedlich groß und somit je nach Sehschärfe auch unterschiedlich gut zu erkennen.

Dioptrien: Bedeutung und Messung
Datum: 06. März 2017
Kategorie: Optiker-Beratung