Aufgeklärt: Was schadet der Sehkraft wirklich?

Was schadet der Sehkraft wirklich?

„Mach das Licht an, sonst verdirbst du dir noch die Augen“, diesen Satz haben die meisten von uns schon einmal gehört, in der Regel als Kinder, als wir abends noch lesen oder im dunklen Zimmer fernsehen wollten. Brille24 erklärt, was an diesem und anderen Mythen dran ist.

Viele Mythen rund ums Auge

Ob durch unsere Eltern, Großeltern oder in zahlreichen Zeitschriften und Fernsehsendungen – von vielen Seiten haben wir schon als Kinder gehört, was unseren Augen angeblich schaden soll und was wir deshalb unbedingt vermeiden sollten.

Lesen bei schwachem Licht:

Heimliches Lesen unter der Decke kann so schön sein. Manchmal sitzt man auch noch nach Eintreten der Dämmerung bei Kerzenschein eine Weile auf der Veranda oder dem Balkon, weil man sich von dem spannenden Krimi nicht lösen kann: Nur noch eine Seite! Spätestens, wenn einem die Augen wehtun, erinnert man sich aber an den gut gemeinten Hinweis, dass Lesen bei schwachem Licht den Augen schade. Darüber müssen Sie sich tatsächlich aber keine allzu ernsthaften Gedanken machen. Tatsache ist, dass unsere Augen sich bei schlechten Lichtverhältnissen stärker anstrengen müssen. Das hat mitunter Verspannungen, Kopfschmerzen und brennende Augen zur Folge, wirklich nachhaltig schädlich für die Sehkraft ist es aber nicht. Damit man länger lesen kann und nicht aufgrund der genannten Symptome vorzeitig das Buch beiseitelegen muss, empfiehlt es sich natürlich dennoch, auf ausreichend starke Lichtquellen zu achten.

Zu nah am Fernseher sitzen:

Langes Starren auf den Fernsehbildschirm ist einseitig und kann unsere Augen reizen, zu Kopfschmerzen, brennenden Augen und sogar zu Übelkeit führen. Die schmerzenden Augen mögen der Auslöser dafür sein, dass wir denken, unsere Augen würden geschädigt. Bleibende Schäden an der Sehkraft verursacht der Fernsehbildschirm aber nicht – egal, aus welcher Entfernung man TV schaut. Ertappt man sich selbst oder jemand anderen dabei, sich besonders nah vor den Bildschirm zu setzen, kann dies aber durchaus ein Anzeichen einer bereits bestehenden Sehschwäche sein. Damit das bereits kurzsichtige Auge sich nicht so stark anstrengen muss, bewegt man sich dann instinktiv näher an das zu betrachtende Objekt heran. Nahe an einem Fernseher zu sitzen, ist also allenfalls ein Indiz für eine Sehschwäche, nicht deren Ursache.

Von häufigem Schielen bekommt man dauerhaft schielende Augen:

Willentliches Schielen finden besonders Kinder lustig – Eltern und Großeltern sehen das meist ganz anders. Den Kindern wird gesagt, die Augen könnten in schielender Stellung stehenbleiben, wenn die Kleinen nicht mit dem freiwilligen Schielen aufhören würden. Auch hier gibt es keinen Grund zur Sorge: Häufiges bewusstes Schielen führt nicht zu dauerhaftem Schielen. Unwillentliches Schielen (in der Fachsprache: Strabismus) hat vielfältige, ganz andere Ursachen. Nervenschäden, Infektionen, Tumore oder Hornhautverletzungen sind nur einige davon – willentliches Schielen gehört jedenfalls nicht dazu.

Was ist nun wirklich schädlich für die Augen?

Unsere Augen sind täglich vielen Anstrengungen ausgesetzt, angestrengte Augen bedeuten dabei aber keine dauerhafte Veränderung der Sehkraft. Unsere Augen unterliegen Alterserscheinungen und Erbfaktoren, die unsere Sehkraft negativ beeinflussen, ohne dass wir das verhindern könnten. Dennoch gibt es gerade im digitalen Zeitalter Dinge, die tatsächlich dazu beitragen, dass immer mehr Menschen von Kurzsichtigkeit betroffen sind.

Täglich verbringen wir viele Stunden vor dem PC, anschließend starren wir aufs Smartphone und zu Hause liegt das Tablet vor uns. Insbesondere jüngere Menschen haben oft nur noch sehr wenige Stunden am Tag, in denen sie nicht auf einen Bildschirm sehen. Ähnlich wie beim Fernsehen ist es aber nicht das Bildschirmlicht oder -flimmern, das schädlich für die Sehkraft ist. Stattdessen bewirkt das ständige Sehen auf kurze Distanz, dass unsere Augen nach und nach schwächer darin werden, sich auch auf Objekte in der Ferne scharfzustellen – die Augen werden über viele Jahre hinweg kurzsichtig. Wahrscheinlich werden in den nächsten Jahrzehnten immer mehr Menschen eine Brille benötigen. Erinnern Sie sich beim Gebrauch von Smartphones und anderen Gadgets immer mal wieder daran, kurz in die Ferne zu schauen, damit sich Ihre Augenmuskulatur auf Dauer nicht zurückbildet.

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Aufgeklärt: Was schadet der Sehkraft wirklich?
Datum: 16. Oktober 2016
Kategorie: Optiker-Beratung