Herrenbrillen von den 30ern bis heute

Herrenbrillen über die Jahrzehnte: von den 1930ern bis heute

Modische Trends einer Dekade spiegeln sich in der Bekleidung ebenso wider wie in der Brillenmode. Im Folgenden erfahren Sie mehr über modische Trends von Herrenbrillen in den letzten neun Jahrzehnten.

In den 1950er-Jahren kleideten sich Herren noch konservativ in Hemd und Anzug, in den 1970ern trugen sie weite Schlaghosen und Hemden mit bunten Blumenmustern. Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich aber nicht nur die Bekleidungsmode, auch Brillen unterlagen bestimmten Trends. Brillen aus den vergangenen neun Dekaden unterscheiden sich in Form, Farbe und Material zum Teil deutlich. Wie haben sich die Herrenbrillen über die Jahrzehnte verändert? Beginnen wir mit den 1930er-Jahren.

Runde Brillen in den 1930er Jahren

Der wirtschaftliche Aufschwung der vorangegangenen 1920er-Jahre machte sich auch in der Brillenmode bemerkbar. Brillen verwandelten sich von schlichten Sehhilfen zu modischen Accessoires. Charakteristisch für die Herrenbrillen der 1930er-Jahre waren kreisrunde, vergleichsweise kleine Gläser, die Fassungen bestanden aus Horn oder Nickel. Berühmte Träger einer runden Herrenbrille waren beispielsweise Thomas Mann und Mahatma Gandhi.

Pantobrillen in den 1940er Jahren

Dass der Stil von Herrenbrillen einem modischen Wandel unterliegt, zeigten auch die Modelle der 1940er-Jahre. Eine neue Brillenform löste die kreisrunden Brillengläser ab: Die Panto-Brille ist im unteren Bereich zwar ebenfalls rund, der obere Teil ist aber etwas abgeflacht.

Die markanten Brillen der 1950er Jahre

In den 1950ern gab es erstmals optische Unterschiede zwischen Herren- und Damenbrillen. Die Herren trugen entweder eine markante Hornbrille à la Buddy Holly oder eine Browline-Brille, deren oberer Rand kräftiger ist und den Schwung der Augenbrauen nachzeichnet. Einer der bekanntesten Träger dieser Brillenform war der Bürgerrechtler Malcom X.

In der Brillenmode für Herren änderten sich in diesem Jahrzehnt nicht nur die Formen, es kamen auch neue Materialien hinzu. In der Brillenfertigung nahmen Kunststoffe einen immer größeren Stellenwert ein. Zudem tauchten Brillen erstmals in der Werbung auf. Bekannte Kinostars wie Curd Jürgens warben als Testimonials für Rodenstock, einen der damals führenden Brillenhersteller.

Brillenformen in den 1960er Jahren

Auch in den 1960er-Jahren waren markante Gestelle weiterhin das Maß der Dinge. Die Formen waren jedoch variantenreicher. Beispielhaft für die Brillenmode der Dekade sind Modelle, wie sie Andy Warhol, Jean-Paul Sartre und Isaac Asimov trugen. Die Farben der Herrenbrillen waren jedoch weiterhin klassisch: Es dominierten gedeckte Farben und Schildplatt-Optik.

In den 1960ern änderte sich vor allem die Fertigungsart von Brillen. Bis zur Mitte des Jahrzehnts war sie noch wenig automatisiert und sehr zeitaufwendig. Die Fertigung einer Metallbrille erfolgte in etwa 100 Einzelschritten, eine Kunststoffbrille nahm ein bisschen weniger Zeit in Anspruch. Durch die Entwicklung des Werkstoffs Optyl war nun eine zeit-, kosten- und materialsparende industrielle Fertigung von Brillen möglich. Da nicht mehr wie bisher das Ausgangsmaterial, sondern die fertige Fassung eingefärbt wurde, konnten die Optiker ein breiteres Farbspektrum anbieten.

Große Brillen in den 1970er Jahren

Wie stark sich die Optik von Herrenbrillen in den Jahrzehnten entwickelte, wird besonders an der Brillenmode der 1970er-Jahre deutlich. Im Zuge der Hippie-Kultur wurden die Brillenfassungen größer und bunter. Sowohl die Gestelle als auch die Brillengläser waren in bunten Farben und mit Farbverläufen erhältlich. In den 1970ern wurde auch eine in Vergessenheit geratene Brillenform wiederentdeckt: die einst von Bausch und Lomb entwickelte Pilotenbrille.

Neue Brillenmaterialien in den 1980er Jahren

Die Brillenmode der 1980er war ausgesprochen vielseitig. Zahlreiche neue Formen und wiederbelebte Trends aus vergangenen Dekaden spiegelten den Wunsch der Träger nach Individualität wider. Bekannte Brillenträger der 1980er-Jahre waren Don Johnson in Miami Vice, Tom Selleck und die Blues Brothers.

Die bedeutendste Neuerung erfolgte in der Art der Brillenfertigung. In Zusammenarbeit mit einem Architekten entwickelte der Däne Poul-Jørn Lindberg ein neues Brillenbausystem, das den internationalen Brillenmarkt revolutionierte. Die Air-Titanium-Brillen waren leichter und elastischer als andere Brillen und kamen ohne Schrauben, Lötungen und Nietungen aus.

Minimalismus der 1990er Jahre

Zum Ende des 20. Jahrhunderts ging der Trend in Richtung Minimalismus. Die Gläser von Korrekturbrillen wurden wieder kleiner und die Fassungen reduzierter. Mit Ausnahme von Sonnenbrillen waren Farbexperimente in der Brillenmode für Herren eher die Ausnahme.

2000er bis heute

Spätestens mit Beginn des neuen Jahrtausends hat sich die Brille als modisches Accessoire etabliert – für Männer wie für Frauen. Sie ist Ausdruck der Persönlichkeit und ein Zeichen von Individualität. Im Fachhandel sind viele verschiedene Modelle und Materialien erhältlich. Das Angebot reicht von rahmenlosen Brillen bis hin zu markanten Nerdbrillen. Einen Überblick über die Vielfalt an Herrenbrillen finden Sie auf Brille24.de. Ob Ihnen das favorisierte Modell steht, können Sie in der Online-Anprobe überprüfen.

Herrenbrillen von den 30ern bis heute
Datum: 24. September 2016
Kategorie: Brillentrends